AW: Jungen 19 Hessenliga, Saison 2024/2025
Ich möchte gerne noch einmal weitere Perspektiven für direkt und indirekt Betroffene sowie die Allgemeinheit - als Folge der strategischen "Rochaden" einzelner Vereine - einbringen.
1.) Leistungseinbruch abgebende Region
Wenn durch taktisches Aufstellungs-Kalkül Spieler*innen anderen Verbänden bzw. Regionen zugeordnet werden, fehlt die Leistungsspitze in der eigentlichen Herkunftsregion. D.h. hier qualifizieren sich jetzt auch Schwächere Spieler*innen zu weiterführenden Veranstaltungen.
2.) Leistungsexplosion aufnehmende Region
Hier fluten Spieler*innen aus eigentlich anderen Regionen die weiterführenden Turniere. In Konkurrenzen steigt z.B. in einem Viertelfinale KEM (Qualibereich zu BEM) das TTR-Niveau um 200-300 Punkte (so geschehen in Jahr 1, in Jahr 2 durch Freistellungen etwas entschärft). Folge ist eine Demotivation für Vereine mit normal guter Nachwuchsarbeit, wenn Fremdeinkäufe deren Plätze einnehmen und ganzjährig hartes Training keine Qualichancen mehr ermöglicht.
3.) Turnierfolgen für eingekaufte "Schachfiguren"
Nicht alle Betroffenen treten bei den weiterführenden Turnieren in der neuen Region fernab des eigentlichen Wohnortes an. Dadurch können sie sich selbst schaden, wenn sie sich nicht mehr für Veranstaltungen ihres normalen Niveaus wegen Nichtteilnahme qualifizieren und dadurch keinen Leistungsvergleich in der Altersklasse auf Augenhöhe bekommen. Ist das eine strategische Rochade wert?
4.) Möglicher Wegfall Förderstrukturen Betroffene
Formal gesehen können mit einem Wechsel in andere Regionen auch die Fördermöglichkeiten/ Leistungszentren vor Ort wegfallen. Wenn man nur für einen Verein spielberechtigt ist, ist das nicht der Ort, wo man täglich trainiert. Vielleicht wird das mancherorts locker gehandhabt, anderswo formal streng. Da Leistungszentren i.d.R. per Umlage finanziert werden, würde ich das als betroffene Region nicht mitfinanzieren, wenn jemand nicht mehr für die Region antritt.
Am gravierendsten finde ich den Motivationsverlust für die Allgemeinheit, wenn der eigene Trainingseinsatz nicht mehr maßgeblich für Qualimöglichkeiten zu Veranstaltungen ist - sondern die Schachspiele einzelner Vereine mit Konzentration eingekaufter Spieler. Das hat eine viel größere Negativfolge für die Sportart und die Breite.
Und was macht der Verband? Er schmückt sich mit einem der "Zugewinne" auf dem Titelblatt der Verbandszeitschrift.
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Nichts bleibt wie es wird!
Mephisto
TSG Oberrad
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