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Alt 10.10.2024, 15:45
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Wolf11 Wolf11 ist offline
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AW: Asien-Meisterschaften 2024 (06.10. - 13.10.2024, Astana, KAZ)

Das, was ich bereits gestern bzw. vorgestern angekündigt hatte, nämlich die völlige Überbeanspruchung und das körperliche Zusammenbrechen von Sun YingSha, wurde nun auch offiziell bestätigt.

Bereits während und nach dem Viertelfinalspiel gegen Nordkorea hatte Shasha starke Krämpfe zuerst in ihren Oberarmen und später auch in den Unterarmen und konnte diese nach dem Spiel zeitweise nicht mehr bewegen. In der Nacht brach sie förmlich zusammen (das Spiel zuvor dauerte bis nach 23 h Ortszeit).

Der Trainerstab wollte sie für Halbfinale und Finale nicht mehr einsetzen, womit China nur noch 3 einsatzfähige Spielerinnen gehabt hätte (die Freigabe für Chen XingTong erfolgte erst am Spieltag)

Sun YingSha drängte aber auf ihren Einsatz, was im Endeffekt im Hinblick auf ihre Gesundheit sicherlich ein großer Fehler war. In der chinesischen Öffentlichkeit gibt es heute dazu auch Kritik gegenüber dem Trainerstab, weil man das Veto für den Einsatz von Shasha nicht konsequent durchgesetzt habe im Sinne der Sorgfaltspflicht.

Während dem Halbfinale am gestrigen Morgen ging es dann, aber am Abend während dem Finale traten die Krämpfe dann erneut und verstärkt auf.

Sun YingSha wurde zwischenzeitlich nicht nur von den eigenen Teamärzten untersucht, sondern auch von einem neutralen Turnierarzt, da sie sich nun aus allen weiteren Wettbewerben, also auch aus dem Einzel-Wettbewerb, zurückziehen will und wird.

Dazu muss man wissen, dass SYS zuletzt nahezu alle Turniere in Einzel, Mixed und oft auch Doppel gespielt hat und mehr Spiele als alle anderen gemacht hat, da sie praktisch auch immer bis in alle Finals kam. Dazu kamen viele Spiele und auch Promo-Termine in China und eine sehr aktive und tragende Rolle in den mehrmonatigen chinesischen Trainingslagern.

Irgendwann sagt dann der Körper: STOP, ich brauche eine Pause.

Ich habe bereits vor den in diesem Jahr für das chinesische Team eher unwichtigeren Kontinental-Meisterschaften darauf hingewiesen, dass ich nicht verstehen konnte, warum man Sun YingSha nun auch noch in dieses Turnier schickt und nicht die ausgeruhtere Chen Meng. (Meng war übrigens gerade auf einem sehr schönen Strandurlaub)

Jeder, der die Spiele verfolgt hat (was allerdings nur im chinesischen TV möglich war, da die chinesischen Spiele auf Youtube gesperrt waren, weil der chinesische Anbieter Elta Sports die medialen Rechte daran hat) konnte schon im Viertelfinale deutlich sehen, dass Sun YingSha nicht mal im entferntesten körperlich fit war und bei ihren Schwungbewegungen starke Probleme mit ihren Oberarmen hatte. So verlor sie u.a. gegen die Nordkoreanerin Kim Kum Yong Sätze mit 2:11 und auch gegen Pyon Song Gyong hatte sie allergrößte Mühe. Gegen Miwa Harimoto ging dann in den letzten Sätzen fast gar nichts mehr.

Sun YingSha hat sich dazu inzwischen auch öffentlich dazu gemeldet und gab folgende Erklärung ab:


Nach den Olympischen Spielen in Paris wurden die vielen intensiven Trainingssessions und die hochintensiven Wettkämpfe fortgesetzt, was mir ein erfülltes Gefühl gab und wo ich auch die Liebe und Unterstützung aller spürte. Allerdings habe ich in dieser Zeit keine systematischen Anpassungen und keinerlei Regenerationsphasen vorgenommen. Nach dem gestrigen Spiel zeigten auch meine Armmuskeln deutliche Reaktionen. Nach der Untersuchung durch das medizinische Team der Nationalmannschaft und der Bestätigung durch das Organisationskomitee der Asienmeisterschaft stimmte der Trainerstab zu, dass ich mich zu meinem Schutz von einzelnen Wettbewerben dieser Asienmeisterschaft zurückziehen würde.

Macht Euch aber keine Sorgen, denn nach einer kurzen Phase der Erholung und der Anpassung werde ich wieder besser als je zuvor zurückkommen. Bitte feuert das chinesische Team weiterhin an!

Vielen Dank an die Fans und Freunde, die uns gestern vor Ort und online unterstützt haben. Leistungssport muss immer Gewinner und Verlierer haben, und wir haben alle unser Bestes gegeben. Wir wischen unsere Tränen weg, wenn wir verlieren und wir jubeln, wenn wir gewinnen. Und das nachste Mal holen wir uns den Sieg wieder zurück. Ich glaube an unser Team, denn wir sind das chinesische Tischtennis-Frauenteam und das stärkste der Welt!



Ganz schöne Kampfansage also von Sun YingSha. Und das gefällt mir so außerordentlich an ihr.


Noch ein persönlicher Kommentar von mir:

Das alles sollte auch eine Warnung an die japanische Teamführung sein, denn sie treiben nun schon seit Monaten die 16jährige Miwa Harimoto durch die Turniere in einer fast schon verantwortungslosen Art und Weise für ein 16jähriges Mädchen ohne für die notwendigen Regenerationszeiten zu sorgen. Ich habe das hier ja schon mehrfach angesprochen und dies alles ist mir unverständlich. Miwa hat zwar noch nicht die vielen auch administrativen Aufgaben, die eine Shasha hat, aber trotzdem ist das viel zuviel. Wenn das die japanische Teamführung nicht erkennt, wird Miwa Harimoto mit 20 oder 22 Jahre am Ende und ausgepowert sein und ein Opfer dieses wohl falsch verstandenen Ehrgeizes einer Teamführung.

Geändert von Wolf11 (10.10.2024 um 15:58 Uhr)
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