Zitat:
Zitat von onkelz.K
Das führt jetzt an dieser Stelle zu weit und es geht auch nicht um den Test an sich. Wie würde denn im Falle eines Gentests entschieden werden, wer und warum derjenige genetisch getestet werden soll?
Ich weiß gar nicht, wie das Thema bei der Person aufkam.
Hat einfach einer geschrien, dass er/sie aussieht wie n Kerl oder was ist die Grundlage? Und was tut man dieser Person eigentlich damit an, die von da an nicht mehr als Frau im Fokus steht, und wenn sich das dann nicht einmal bewahrheitet.
Dann ist man eben schnell bei einer Diskriminierung und Vorverurteilung.
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Du suggerierst, dass das Neu wäre - ist es aber nicht.
Geschlechtstests in Form eines „ärztlichen Eignungsscheins“ wurden bereits im Jahr
1946 bei den British Commonwealth Games sowie im selben Jahr bei der Leichtathletik-Europameisterschaft der Frauen durchgeführt.
Verpflichtende Geschlechtstests, die im Frauensport systematisch von der Medizinkommission des IAAF und IOC durchgeführt wurden, fanden erstmals bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Budapest
1966 statt.
Zu jener Zeit wurden verschiedene Athletinnen der Sowjetunion und aus mehreren Ländern Osteuropas verdächtigt, Männer zu sein
Das IOC reagierte auf die Kritik und ordnete
1967 eine neue, weniger aufdringliche Technik an. Ein Abstrich von der Wangeninnenseite wurde bezüglich der Geschlechtschromosomen getestet. Wurden unter dem Mikroskop zwei X-Chromosomen gefunden, so erhielt die Athletin die Zulassung. Bei einer Abweichung wurde sie verweigert. Das IOC gestand den Athletinnen zu, eine plötzliche Krankheit oder Verletzung vorzugeben und sich still aus dem Sport zurückzuziehen. Erstmals wurden diese Tests für die Olympischen Winterspiele
1968 in Grenoble und die Olympischen Sommerspiele
1968 in Mexiko-Stadt durchgeführt.
Mitte der
1970er Jahre wurde der inzwischen als unzuverlässig erachtete Barr-Test (Buccal Smear, Sex Chromatin Test, Barr Body), ein Geschlechts-Chromatin-Test, durch eine DNA-Analyse ersetzt
Bei den Olympischen Sommerspielen
1996 in Atlanta wurden 3387 Athletinnen getestet, was einen großen finanziellen Aufwand bedeutete. Bei acht Frauen fiel der erste Test positiv aus, und es wurden weitere Überprüfungen vorgenommen. Bei sieben von diesen wurde eine Androgenresistenz festgestellt, bei vier davon eine partielle und bei dreien eine komplette Androgenresistenz. Bei der achten Athletin war eine Gonadektomie vorgenommen worden, und es wurde ein Defekt der Steroid-5α-Reduktase vermutet. Nach Beratungen wurden ihnen die Geschlechtsverifikationszertifikate ausgestellt, und es wurde allen erlaubt, anzutreten.