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AW: Vereinsausschlussverfahren für ungeimpfte Mitglieder
Ich darf aus rechtlichen Gründen nicht alles dazu schreiben, weil es einen Vergleich bzw. eine außergerichtliche Einigung gegeben hat, in der so etwas wie ein Kompromiss geschlossen wurde.
Mein erster Beitrag war neutral gehalten, also ohne Wertung und ohne dass daraus ersichtlich war, ob ich Entscheidungsträger und Befürworter im Verein war oder ob ich ein ungeimpfter Betroffener war oder ein unbeteiligtes Vereinsmitglied.
Mir ging es einfach um eine rechtliche Bewertung und Meinungen abseits von beteiligten Anwälten und involvierten oder sogar befangenen Vereinsmitgliedern.
So viel kann ich sagen: Ich war damals Teil des Vorstands und als Beisitzer in dieses Problem involviert, bin aber von meinem Posten zurückgetreten weil mir das angestrebte Vereinsausschlussverfahren in dieser Form bzw. vom Wording her zu weit ging. Es ging dabei letztendlich auch nicht um geimpft oder nicht geimpft, sondern darum, dass sich speziell ein Vereinsmitglied mit Beginn der Corona-Pandemie in unvorstellbarer Art und Weise verändert hat und es mit ihm plötzlich zu zahlreichen Problemen kam. Aus dem nichts wurde aus einem ruhigen netten Vereinsmitglied plötzlich ein Mensch, den man wahrscheinlich als Querdenker und Verschwörungstheoretiker der höchsten Stufe bezeichnen muss, der nicht nur gegen das Impfen war und gegen die Corona-Auflagen, sondern mit Rundmails an Vereinsmitglieder und Eltern sein Gedankengut (u.a. dass Corona eine Verschwörung der Regierung sei) in einem wöchentlichen Newsletter ungefragt verbreitet hat und zwar über eine offizielle Vereinsmailadresse. Er weigerte sich nicht nur Corona-Auflagen einzuhalten, sondern machte teilweise bewusst das Gegenteil und forderte sogar unsere Jugendlichen auf, sich nicht impfen zu lassen und den Schwachsinn mit den Masken, Abstand und Hände desinfizieren zu lassen.
Mit seinen radikalen Ansichten traf er bei 2-3 anderen Vereinsmitgliedern auf fruchtbaren Boden, die vielleicht manches nicht besonders gut beurteilen können und ihm dann teilweise naiv gefolgt sind.
Lange Rede kurzer Sinn: Es war untragbar. Es sind weitere Dinge geschehen, die ich hier nicht schreiben möchte. Aber alles nahm so eine Dynamik, dass drei unserer Vorstände ein Vereinsausschlussverfahren anstrebten, da vor allem das hauptsächliche betroffene Vereinsmitglied kein Hallenverbot akzeptieren wollte, das nach einer schriftlichen Abmahnung und mindestens drei weiteren nachfolgenden Verstößen verhängt wurde, da derjenige die gesetzlichen Corona-Auflagen als illegal ansah und man ihm seiner Meinung nach kein Hallenverbot erteilen könne wenn er sich (nach seiner Denkart) legal verhält.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wieviel Zeit und Nerven das alles kostete, vor allem den ersten und zweiten Vorsitzenden. Ich stimme zu, damals wie heute, dass ein Vereinsausschluss unumgänglich war, aber ich konnte und wollte ein Vereinsausschlussverfahren nicht mittragen, so lange dabei vom Wortlaut „für ungeimpfte Mitglieder“ genannt wurde. Der genaue Text war natürlich länger, dort war genau aufgeführt, dass es um diese Mitglieder geht, die nicht geimpft sind und sich weigern an gesetzliche Auflagen zu halten (z.B. aktueller Coronatest) und gegen die veröffentlichten Corona-Vorschriften gemäß Hygienekonzept des Vereins verstoßen.
Meiner Meinung nach hätte es ausgereicht, es genau so zu schreiben nur das „ungeimpft“ nicht zu erwähnen, auch wenn es nur diese Mitglieder in diesem Fall betraf, aber rein theoretisch könnte ja auch ein geimpftes Mitglied gegen die Corona-Auflagen verstoßen. So wurde es dann auch später umgesetzt, denn das hatte ich in meinem Rücktrittsschreiben an den Verein geschrieben und ich war dann auch froh, dass meine Handlungsempfehlung so umgesetzt wurde.
Generell war ich traurig, wie gespalten die Gesellschaft in dieser Zeit wurde. Und viele waren viel zu vorschnell und hatten gar nicht mehr richtig nachgedacht sondern haben einfach andere verbal angegriffen und waren sehr engstirnig oder sogar vollkommen uneinsichtig. Das merkte man auch an manchen Reaktionen auf meinen ersten Beitrag, wozu ich mich später noch geäußert hatte.
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