Zitat:
Zitat von cdmz
Ich sehe das ähnlich. Ich würde da tatsächlich den Spielern auch etwas mehr Einfluss geben. Wenn jemand sich gestört dadurch fühlt, dass der Gegner ewig braucht, kann er das ja signalisieren. Das gilt insbesondere, wenn der Rückschläger "trödelt".
Wenn beide kein Problem mit dem Tempo haben, würde ich nur einschreiten, wenn es extrem langsam ist, und sicher nicht drei Sekunden, nachdem halbwegs Ruhe in der Halle eingekehrt ist (das fiel mir vorgestern auch auf).
Wolltest du nicht vielleicht doch nochmal auf die Situation Chen-Odo eingehen? Ich nehme doch an, du hast die Diskussion dazu hier gelesen?
(Bei meinem ursprünglichen Posting dazu wollte ich übrigens nicht ausdrücken, dass Odo sonst gewonnen hätte, sondern nur, dass ich den Eindruck hatte, dass es in diesem Moment von 50-50 auf 20:80 kippte.)
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Ja, das kann ich gerne nochmal tun, ich habe eben gerade die Kommentare zu dem Vorfall hier noch einmal kurz überflogen....
Ich kann dazu noch folgendes sagen :
Ich fand zunächst beim Spiel irritierend, dass der Schiedsrichter den Punkt an Chen XingTong gab, ohne eine Karte zu zeigen und sprach daher nach dem Spiel kurz mit Chen XingTong über den Vorfall. Tongtong sagte dazu, dass der Ball bei dem Aufschlag leicht das Netz touchierte, worauf sie ihren Arm hob und den Ball wieder zu Satsuki zurückspielte. Daraufhin spielte diese den Ball aber wieder zu Tongtong, woraufhin der Referee den Punkt an Chen XingTong gab. Satsuki Odo wusste zunächst nicht warum und sah fragend den zweiten Schiedsrichter an, der links von ihr saß, worauf der gegenüber ihr "time wasting" kommunizierte. Satsuki Odo machte in diesem Moment das wohl einzig Richtige und spielte ohne weitere Beschwerden weiter, weil der Punkt sicherlich sowieso nicht zurückgenommen worden wäre und sie dann sicherlich Gefahr gelaufen wäre, den Fokus auf das Spiel zu verlieren. Das machte sie nicht und gewann dann ja auch wieder den nächsten Punkt.
Es war ja so, dass vor diesem Ballwechsel Satsuki Odo ermahnt wurde mit dem Zuruf "Please play" und ihr erneutes Rückspiel des Balles nach Abbruch des Ballwechsels als "Zeitspiel" gewertet wurde. Dafür hätte allerdings auch eine Karte gezeigt werden müssen. Ob dies nun ein Fehler des Schiedsrichters war oder ob es einfach ein Kommunikationsproblem war, kann ich jetzt nicht beurteilen.
Sicher aber ist, dass Chen XingTong, nach deren eigener Aussage, den Arm hob und den Ball zurückgespielt hat, weil er leicht das Netz touchierte.
Und es lag auch keine Berührung des Balles von Satsuki Odo vor mit einem Körperteil oder mit ihren Haaren, wie hier ja auch vermutet wurde.
Wie ich von Li DaCheng erfahren habe, der Chen XingTong gecoacht hat, hat man auch von chinesischer Seite bei der WTT seine Bedenken wegen die vielen sehr schnellen und frühen Verwarnungen mitgeteilt und hat hier auch einen gewissen Unmut dazu erklärt.
Auch gestern im Finale zwischen Wang ManYu und Wang YiDi gab es ja wieder eine sehr schnelle und frühe Verwarnung wegen Zeitspiels an Wang ManYu, was nach meiner Meinung auch völlig übertrieben und unangemessen war.
Ich habe mir, nebenbei bemerkt, heute auch noch einmal diese Szene anhand der Übertragung von DYN angeschaut und stellte dabei fest, dass auch der übertragende Reporter Heinemann diese Verwarnung als zu früh und übertrieben bezeichnete, was zeigt, dass es diese Meinung auch in der allgemeinen Wahrnehmung gibt.
Hier sollte man bei der WTT dieses Gebaren noch einmal überdenken, denn damit tut man weder dem Sport an sich und vor allen Dingen den Sportlern selbst keinen Gefallen. Teilweise gibt es Verwarnungen auch nach Ballwechseln, wo der Ball 15 oder 20 Mal über das Netz fliegt und wo die Sportler/-innen physisch, aber auch mental einfach einige Sekunden brauchen, um für den nächsten Ballwechsel bereit zu sein. Hier sollten die entsprechenden Verantwortlichen, sei es von der WTT oder auch die Schiedsrichter selbst, sich mal fragen, wie sie wohl agieren würden, wenn sie selbst an der Platte stehen würden. Denn im Endeffekt ist es so, dass dieses "Tempo machen" auf die Ballwechsel auch meistens auf Kosten der Spielqualität geht.
Deine oben geäußerte Überlegung, cdmz, dass man hier gegebenenfalls auch den Spieler/-innen selbst mehr Einfluss geben könnte, finde ich im Übrigen durchaus interessant und nachdenkenswert. Dies würde ich, nebenbei erwähnt, auch im umgekehrten Sinne begrüßen, wenn manchmal Spieler in einen Ballwechsel förmlich "hineingezwungen" werden, was ja ein typisches Merkmal der beiden Lebrun-Brüder ist.
Zitat:
Zitat von Bahamas
Die Chinesen sollten wenigstens in der Lage sein, Siegerinterviews auf Englisch zu führen.
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Hier möchte ich Dir nur folgendes dazu sagen:
Wenn deutsche, schwedische oder französische Spieler/-innen künftig ihre Interviews in Asien in chinesischer, japanischer oder koreanischer Sprache geben, werden die chinesischen Spieler auch sicher bereit sein, ein bisschen englisch zu lernen, um hiesige Tischtennis-Fans dann mit englischen Siegerinterviews zu erfreuen......