Ich verstehe die Punkte, finde aber nach wie vor das es nicht an der doppelten Spielberechtigung liegt sondern an den Regelungen zu Ersatz und Reservevermerk. Die doppelte Spielberechtigung vereinfacht es für Vereine lediglich und ist deutlich kostengünstiger. Man holt sich die Spieler ja nicht ran weil man die doppelte Spielberechtigung nutzen möchte sondern weil man das unbegrenzte Ersatzspielen und runter melden zum eigenen Vorteil ausnutzen möchte.
Bei all diesen Entscheidungen, welche in den letzten Jahren dazu getroffen wurden, ist doch der Gedanke das Vereins/Mannschaftssterben aufzuhalten oder zu verlangsamen. Der Preis den wir dafür bezahlen ist, dass es eben kaum noch feste Mannschaften gibt.
Ich bin mir da wirklich unsicher ob es richtig ist diesen Preis zu bezahlen. Was schätzt ihr wieviel Prozent an Mannschaften weniger im Spielbetrieb gemeldet wären, wenn noch die Regelungen von vor 15 Jahren gelten würden bezüglich Ersatz, Sollstärke, Mindesteinsätze etc? Ich würde dabei so an einen Verlust von mindestens 25% aller gemeldeten Teams denken, allerdings eben auch nur mit dem eingeschränkten Bild was ich hier in der Gegend so wahrnehmen kann.
Im nächsten Step würde ich darüber nachdenken was diese geringere Dichte an Vereinen und Teams für die Fahrten bedeuten würde und denke drüber nach ob es vielleicht doch besser ist den Preis dafür zu bezahlen.
Ich hatte bei meinem letzten Einsatz am vergangenen Wochenende in Frankreich die Gelegenheit mal ein wenig ausführlicher mit meinem Teamkapitän darüber zu quatschen, denn in Frankreich gibt's ja schon länger die doppelte Spielberechtigung und ich fand es sehr interessant.
Einstufung: Bei uns wird man einfach gemeldet, man verlässt sich auf den TTR das der schon nach und nach regelt wo man von der Spielstärke hingehört. In Frankreich muss man beantragen den Ausländischen Spieler einzustufen. Also Turnierergebnisse, welche Liga hat man gespielt im Ausland und auch wenn das dann abweichen kann wird man mit dem Versuch eines realistischen Wertes eingestuft.
Ersatz: Ich habe gefragt ob es sinnvoll wäre da an einem Wochenende Samstag in der einen und Sonntag in der anderen Mannschaft mitzuspielen. Nur einmal 600km hin und 600km zurück wäre ja logisch sinnvoll das zu Nutzen dafür. Wenn ich es richtig verstanden habe, darf man an einem Spieltag/einer Spielwoche nur in einer Mannschaft mitwirken. Ich habe hingegen von uns in Deutschland berichtet, wie ich in 7 Tagen, 5 Meisterschaftsspiele in 4 verschiedenen Teams absolviert habe.
Fahrtwege: Und da war ich dann wieder bei dem Punkt wo ich sage, dass ich das bei uns gut finde. Bei einer Spielstärke von Kreisliga/Bezirksklasse hat man in der Liga auch mal 2-3 Stunden einfache Fahrt dabei und 200-300km zu absolvieren.
Mein Fazit: Unsere Funktionäre haben mit den Entscheidungen der letzten Jahre einen nachvollziehbaren Weg gewählt, die Vereins/Mannschaftszahlen hoch zu halten aber eben auch zu einem sehr hohen Preis was den sportlichen Wettkampf in sachen Wettbewerbsverzerrung angeht. Persönlich kann ich damit leben, denn zum Wettbewerb gehört ja immer auch Verhandlungsgeschick und die gegebenen Ressourcen möglichst für den Verein gewinnbringend einzusetzen.