Zitat:
Zitat von jimih1981
Ich halte sie ja aus weil ich rufe nicht nach der Polizei oder will die Meinung verbieten. Ich kann sie aber sehr wohl kritisieren als das was ich sehe. Eingriffe in die persönliche Freiheit und in die Erziehungshoheit der Eltern sind nunmal freiheitsfeindlich. Ich wüsste nicht was es den Staat angeht ob jemand ein Smartphone hat oder nicht und wie er es nutzt so lange es nichts strafrechtlich relevantes ist was man damit macht. Das ist absolut nicht mit dem Thema Drogen und Alkohol vergleichbar denn damit schadet man sich offensichtlich selbst. Wobei das Thema Alkohol von vielen viel zu sehr unterschätzt wird.
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Smartphones und vor allem was sich die Kinder darauf ansehen/nutzen kann man sehr wohl mit Drogen vergleichen:
- Handynutzung im Straßenverkehr ist etwa mit 0.3 bis 1.1 Promille Alkohol im Blut zu vergleichen (Navi-Bedienung liegt bei etwa 1.0 Promille). Wird aber wesentlich milder bestraft, obwohl mittlerweile auch die Toten und insb. Schwerverletzung durch Handynutzung/Ablenkung in Richtung der durch Alkoholeinfluss verursachten gehen bzw. höher sind 2) 3)
- Smartphones verringern die Aufmerksamkeitsspanne und die schulischen Leistungen 4)
- Smartphones verringern - bei Smartphone-abhängigen Kindern - die körperliche Betätigung 5)
- Smartphones aber auch TV, Laptops haben einen negativen Einfluss auf die motorische Entwicklung von Kindern
- Soziale Medien und viele andere Apps sind so designed (u.a. Dark Patterns), dass sie die Nutzer möglichst lange auf der Plattform halten 6). Diese Patterns beeinflussen den Dopamin-Zyklus/Belohnungszentrum (wirken ähnlich wie Drogen).
- Das bläuliche Licht der ganzen Displays hat einen negativen Einfluss auf das Schlafverhalten bis hin zu verkürztem REM-Schlaf, der für die Informationsverarbeitung und das Gedächtnis wichtig ist 8)
- Die Haltung bei der Smartphone-Nutzung kann zu Haltungsschäden führen insb. Nacken/Wirbelsäule 9)
- Die Nutzung kann Schäden/Überlastungen am Daumen verursachen 10)
- Die übermäßige Nutzung/Sucht führt zu Veränderungen im präfrontalen Cortex (u.a. wichtig für die Kreativität/kreatives Denken), des Hirnstamms, der grauen Zellen im orbitofrontalen Cortex (Entscheidungsfindung), verringerten Konnektivität bestimmter Hirnbereiche usw. usf. 11)
- Soziale Medien können zu stärker Suizidgefährdung, niedrigerem Selbstwertgefühl, Essstörungen, Angststörungen etc. pp führen 12)
- Smartphone use undermines enjoyment of face-to-face social interactions 14)
- Smartphonesucht korreliert negativ mit Empathie 15)
Wo ist da jetzt der Unterschied zu Drogen? Smartphones und soziale Medien können süchtig machen, haben haufenweise negative Effekte auf die Süchtigen, aber auch auf die Gesellschaft.
Erwachsene bei denen die körperliche Entwicklung und die Entwicklung des Gehirns (Mitte bis Ende 20 13)) abgeschlossen sind können sich von mir aus so viel mit dem Zeug (oder Drogen) volldröhnen wie sie lustig sind, solange sie damit niemand außer sich selbst schädigen, aber von Kindern würde ich das genauso fernhalten wie andere Drogen gerade weil diese ganzen negativen Effekte die Möglichkeiten und damit Freiheit dieser Kinder als Erwachsene einschränken.
Papier und Stift: "In any case, it is fair to say that writing with pencil and paper has the most advantages and the least disadvantages. In addition, this classic writing tool is less expensive and less susceptible to technical glitches than digital writing instruments" 16)
"... neuroscientists at Columbia University*s Teachers College has come down decisively on the matter: for *deeper reading* there is a clear advantage to reading a text on paper, rather than on a screen, where *shallow reading was observed*." 17)
KI-Nutzung: Zum einen sollten die Gehirne der Kinder stimuliert und nicht die kommerziellen Interessen der Anbieter befriedigt werden. Zum anderen ist ein Problem dieser ganzen generativen KIs das Halluzinieren. D.h. man müsste ein erhebliches Vorwissen mitbringen, um entscheiden zu können, ob die Ausgaben der KIs überhaupt richtig sind oder welche Teile davon brauchbar sind (gilt auch bei Internetnutzung als Quelle wie in dem Focus-Artikel).
Wer mal mit Lehrenden an Unis spricht oder sich die Studis ansieht, dann erkennt man relativ schnell ein Grundproblem: Die wollen nichts mehr selbst tun, nichts selbst hart erarbeiten, nichts in Tiefe durchdringen, die wollen (und können) nur noch Ergebnisse konsumieren wie sie es gewohnt sind (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel).
Wenn wir schon bei den Eltern und der Erziehung sind: Wo soll die Zeit der Eltern dafür herkommen?
1)
https://www.nzz.ch/wissenschaft/hand...hol-ld.1801106
2)
https://www.tagblatt.ch/leben/forsch...hol-ld.1597790
3)
https://www.focus.de/auto/ratgeber/s...d_6266099.html
4)
https://www.researchgate.net/publica...ponding_Author
5)
https://www.frontiersin.org/journals...3.1182749/full
6)
https://www.cambridge.org/core/journ...5B5216E0AA88DD
7)
https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/...lFilename=true
8)
https://hms.harvard.edu/news-events/...een-time-brain
9)
https://klinik-am-ring.de/wirbelsaeu...h-smartphones/
10)
https://www.hirslanden.ch/de/corpora...en-kaputt.html
11)
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/...5/2024/5592994
12)
https://www.yalemedicine.org/news/so...-parents-guide
13)
https://www.spektrum.de/frage/wann-i...achsen/2201094
14)
https://www.researchgate.net/publica...l_interactions
15) Smartphone Addiction as Mediator Effect Loneliness to Empathy among Generation Z
https://ieeexplore.ieee.org/document/9588913
16)
https://www.uni-ulm.de/en/med/medica...n-lernen-aus0/
17)
https://www.theguardian.com/lifeands...aper-vs-screen