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Alt 02.01.2025, 04:12
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AW: World Table Tennis (WTT) allgemein und Situation mit der ITTF

Ich sehe das in so einigen Dingen etwas differenziert

Zitat:
Zitat von Rudi Endres Beitrag anzeigen
Ich halte nichts von personenbezogenen Sonderrechten. Sie müssten leistungsbezogen für alle gelten.
Prinzipiell bin ich da absolut Deiner Meinung

Aber ist denn das derzeitige WTT-System leistungsbezogen ?

Ist es leistungsbezogen, wenn beispielsweise eine Chen XingTong, die gerade im Finale der Cupfinals stand und in all den letzten Jahren die fünftbeste Spielerin der Welt war mit vielen Siegen auch über die derzeitige Nummer 1 bei Champions-Turnieren nicht mitmachen darf, weil die Startplätze hier immer schon belegt waren ?

Natürlich nicht !

Ist es leistungsbezogen, dass die 9fache Jugendweltmeisterin und erfolgreichste Jugendspielerin des letzten Jahrzehnts, Kuai Man, noch nie einen Smash oder ein Champions-Turnier (bis auf den CS) spielen durfte und das auch in Zukunft kaum darf und somit in ihrer Weiterentwicklung massivst behindert und benachteiligt wird, während andere und viel schwächere Spielerinnen in ihrem Alter derweil fleissig Punkte sammeln dürfen und an ihr in der WRL vorbeiziehen dürfen ?

Natürlich nicht !

Oder ist es leistungsbezogen, dass die derzeit vielleicht beste Abwehrspielerin der Welt, Honoka Hashimoto, die uns alle bei den Cupfinals begeistert hat, auch weiterhin Null Chance hat, bei Smashes oder Champions-Turnieren mitzuspielen, was sie vielleicht niemals in ihrem Leben darf ?

Natürlich nicht !

Und das gilt natürlich auch für all die anderen großen Talente wie Chen Yi oder Xu Yi

Qin YuXuan hatte gestern Wang ManYu ganz dicht vor der Niederlage stehen, die beiden spielten auf absoluter Augenhöhe. An eine Teilnahme an einem Smash oder einem Champions ist aber vorerst nicht für sie zu denken. Ist das leistungsbezogen und gerecht für eine Jugendliche, die bei allem Respekt, von ihrem Potential auch viel stärker wie eine Kaufmann ist, aber nie spielen darf ? Und somit auch in ihrer Weiterentwicklung massivst behindert wird ?

Natürlich nicht !

Einige, die hier jetzt mitlesen und in der Materie vielleicht nicht so zu Hause sind oder die das vielleicht nur mit ihrer deutschen oder europäischen Brille sehen, werden hier jetzt wieder von "immer der gleichen Leier" schreiben oder von "China-Gesabbel" schwurbeln,

aber.....

......wer imstande ist, willens oder intellektuell, dieses ganze Thema sachlich und problemanalysiert zu betrachten, wird feststellen, dass genau DIESE Problematik der alleinige Ursprung dieser ganzen Thematik um den Rückzug von Fan ZhenDong und Chen Meng ist.

Halten wir also fest:

Leistungsbezogen ist das derzeitige WTT-System mitnichten.

Leistungsbezogen geht es im Tennis zu, auch im Darts. Dort spielen die Besten. Und dort stört es auch keinen, dass momentan gerade 5 Engländer, ein Schotte und ein Waliser im WM-Viertelfinale stehen.

Von "leistungsbezogen" aber kann beim Tischtennis nicht die Rede sein

Ja, natürlich wären es in erster Linie die Chinesen, die von einer Öffnung wie im Tennis oder Darts profitieren würden, und was vielen mitschreibenden hier auch nicht schmecken würde.

Aber ist das deren Schuld ?

Ja, im 5.Jahr der WTT-Wettbewerbe werden es die Europäer vielleicht erstmals schaffen, einen Smash auf die Beine zu stellen. Diesmal sind es die Schweden. Vor 3 Jahren waren es die Ungarn, die daran gescheitert sind.

Wie heisst es so schön ? Wer die Kapelle bezahlt, bestimmt, was gespielt wird.

Und ich sehe es eben nicht so, dass es stumpf, hanebüchen oder gar populistisch (welch ein millionenfach misbbrauchtes Wort in der jüngeren Vergangenheit) ist, hier auch von Europa ein gewisses Maß an Solidarität zu erwarten.

Die Aktion von Meng und ZhenDong hat vielmehr eine Chance aufgetan.

Eine Chance auch für die Europäer, die damit auch viel für ihre Belange tun könnten. Sprich beispielsweise endlich viel stärkere Termin-Klarheit für ihre nationalen Ligen, also auch die TTBL, zu bekommen und eben nicht auf Gutdünken der WTT ausgeliefert zu sein.

Aber dafür reichen keine Lippenbekenntnisse. Dafür sind Taten notwendig.

Aber wenn die Europäer dazu nicht imstande sind, dann dürfen sie sich auch nicht mehr beschweren, wenn sich für ihre eigenen Belange nichts tut.

Und sie dürfen sich dann auch nicht beschweren, wenn sich China dann seine eigenen Lösungen sucht und dann auch eigene Wege finden wird.

In China gibt es derzeit etwa 70 Millionen aktive Tischtennis-Spieler/-Innen, die in Vereinen organisiert sind. Und hier sind jetzt die Abermillionen Freizeitspieler nicht inbegriffen.

In Deutschland gibt es etwa 0,5 Millionen, die in Vereinen organisiert sind

In China gibt es etwa 5 Mal soviele Tischtennisspieler-/innen wie in ganz Europa zusammen.

Wer will sich dann wundern, wenn China dann eigene Wege sucht, wenn andere sich gegen sinnvolle Veränderungen wie bspw. die Abschaffung des derzeitigen Strafensystems der WTT sperren bzw. nicht die Courage haben, sich daran zu beteiligen.

Ich prognostiziere hier, dass Fan ZhenDong und Chen Meng. sofern sie dies SELBST WOLLEN, wovon ich momentan ausgehe. selbstverständlich wieder zurückkommen

Liu GuoLiang brachte das thematisch auch gestern erneut auf die Tagesordnung und er sprach erneut von den diversen Möglichkeiten, angefangen einer Lösung für "verdiente Sportler mit international anerkannten Leistungen" bis hin zu einem verstärkten Einsetzen von "Wildcards"

Ja, ich denke, sie werden früher oder später zurückkommen.......Die Frage ist nur, auf welchem Weg....

Und die Frage ist eben, aufgrund einer gemeinsamen und mit allen erarbeiteten Lösung, also auch mit Hinzuziehen der Europäer und deren Interessen...

...oder eben, wenn sich dies nicht realisieren lässt, mit einer asiatischen oder gar chinesischen Lösung

Ich würde natürlich Ersteres bevorzugen, aber hier überwiegt eher die Skepsis.....

Wenn diese nicht kommt, prognostiziere ich, dass dann die zweite mit ziemlicher Sicherheit kommt....

Geändert von Wolf11 (02.01.2025 um 04:25 Uhr)
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