Ich habe das Gefühl, dass man hier des öfteren
Flucht und
Migration vermischt.
Hier nochmal:
- Menschen sind auf der Flucht, wenn sie ihr Heimatland verlassen, um Schutz und Sicherheit in einem anderen Land zu suchen. Sie tun das, weil sie in ihrem eigenen Land nicht sicher sind. (das sind Geflüchtete)
- unter Migration wird häufig verstanden, dass Menschen geplant ihre Heimat verlassen. Sie suchen woanders bessere Lebensbedingungen. (das sind Migranten)
Ein Beispiel:
https://www.nzz.ch/international/gew...ben-ld.1868320
Das war also ein Migrant aus Guinea und nicht ein Geflüchteter aus dem Kriegsgebiet.
(Gewalt gibt es übrigens überall. Nicht nur bei Geflüchteten und bei Migranten.)
Ein Gedankenspiel:
Ende 2023 gab es in Deutschland 5.758 syrische Ärzte.
1) hat Deutschland damit zusätzlich über 5.000 Ärzte gewonnen oder
2) hat Syrien damit über 5.000 Ärzte verloren
Weiter lese ich:
"Kliniken: Versorgung in Gefahr, wenn syrische Ärzte gehen"
https://www.zdf.de/nachrichten/panor...itsversorgung-
krankenhaus-100.html
"Deutschland hofft, dass syrische Ärzte bleiben"
https://de.euronews.com/gesundheit/2...-arzte-bleiben
"Drohende Versorgungslücke in Krankenhäusern durch Rückkehr syrischer Ärzte"
https://www.mdr.de/nachrichten/deuts...angel-100.html
Wenn man hier bei uns fehlende Fachkräfte (Pfleger, Ärzte, Ingenieure, Handwerker usw.) aus den unterentwickelten Ländern holt, stellt sich automatisch die Frage, wer dann die entstandene Lücke dort schließt? Macht man die Herkunftsländer damit nicht noch ärmer, wenn man den die Fachkräfte und junge Menschen entzieht und dort nur noch alte und pflegebedürftige Menschen bleiben? Wie mag die Zukunft für die kommenden Generationen dort aussehen?
Ist es nicht gerade egoistisch und unverantwortlich der betroffenen Ländern gegenüber?
Es wird wohl auch nicht unbedingt besser, wenn man sagt:
"unsere Wirtschaftswende braucht Fachkräfte" und
"wir helfen Menschen aus humanitären Gründen"...