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Alt 28.03.2025, 23:46
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: Wären wir jetzt politisch BLAU, wohin würde die Reise gehen?

Zitat:
Zitat von mithardemb Beitrag anzeigen
Dann wäre unsere Sorge über die 25% Zölle die Trump einführen will komplett unbegründet. Leider ist das nicht der Fall.

Zum einen sind nicht nur komplette Automobile, sondern auch Komponenten betroffen. Viele dieser Komponenten sind dem Käufer des Autos kaum bekannt. Für den Einkauf der dortigen Automobilindustrie ist der Preis sehr relevant.

Zum anderen ist der größte Exporteur in die USA nicht Mercedes, Porsche oder BMW, sondern Volkswagen.

Ritter Sport ist im Moment aufgrund des hohen Kakaopreises unter starkem Kostendruck, denn sie können diesen eben nicht komplett an den Kunden weitergeben.

Ja, einen Ölmilliardär wird ein Preisaufschlag kaum jucken. Die hatte auch kein Problem Nettolöhne an Fußballstars in Frankreich zu zahlen, als dort die Steuer stark erhört wurde. Aber wieviel Prozent unserer Exports landen wohl bei Milliardären. Ich fürchte das ist nicht gerade die typische Kundschaft.

Bei Mercedes gab es früher den 200D der durchaus auch von Normalverdienern gekauft wurde. Als die Fahrzeuge immer teurer wurden, kam man auf die Idee der A-Klasse. Jetzt will man nur noch ins höhere Preissegment und wird damit die Belegschaft deutlich verkleinern.
Auch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Die Autokonzerne laufen nicht sooo schlecht wie öffentlich dargestellt. Sie machen aktuell immernoch gewaltige Gewinne. Auch die Zulieferer laufen nicht so schlecht wie teilweise dargestellt. Personal wird auch weniger in der Produktion, mehr in der Verwaltung abgebaut. Stichwort "KI".
Wer wirklich Probleme hat sind die energieintensiven Kaltwalzer usw., aber da sollte man mal darüber nachdenken, wie und in welcher Art man seit Jahren dem woken, Grünen Zeitgeist hinterhergelaufen ist. Wobei es dort eher die Binnennachfrage betrifft. Auch hier werden aber, trotz hoher Energiepreise, oft noch Gewinne erwirtschaftet.

Was auch noch eine Rolle spielt sind bilanztechnische Effekte. Man hat die Produktion auf "öko" umgestellt, viel investiert und dementsprechend hohe, gewinnmindernde Abschreibungen auf neue Anlagen und Maschinen.

Die Zollproblematik sehe ich aufgebauscht. Vereinzelt drückt sie sicher auf das Ergebnis, man sollte aber nicht pauschalisieren.

Wo aktuell viel in die Insolvenz rutscht, das sind Betriebe mit hohem FK-Anteil. Oft auch von ausländischen Investoren übernommene "Töchter" oder von Private Equity betriebene Gesellschaften, die durch die höheren Zinsen in Probleme rutschen.

Da muss man schonmal genauer hinschauen, gerade auch bei solchen 'Kandidaten" wie Volkswagen. Klar schwächeln einige Konzernteile, machen aber noch keinen Verlust. Was übrigens in den 70ern und 80ern mal anders aussah. Was mMn. aber mehr an verfehlter Produktpolitik liegt, als an Zellen oder Ähnlichem. Abwarten, was der Launch der neuen Serien bei Audi bringt und VW hat mit Skoda den besseren, weil günstigeren "Volkswagen" im eigenen Konzern. Und halt die AfA auf die Umstellung der Produktionsstraßen, die den Gewinn doch massiv verfälscht.

Wie gesagt sehe ich die größeren Probleme für die Volkswirtschaft in der reinen Binnennachfrage. Wo es kriselt , wo Kurzarbeit herrscht oder die Masse der Bürger nicht weiß, was sich die Regierung als nächsten Kostentreiber einfallen lässt, da wird einfach weniger ausgegeben bzw. erhöht sich die Sparquote.
Übrigens gilt der Faktor "Qualität" auch für Binnendienstleistungen usw.. Hier jammert das Kino öffentlich, dass ihm die Kunden wegbrechen. Warum wohl!? Mit Familie bist du da 100 Euro los inkl. Snacks usw.. Schlechter Service, pampige Snacks, stinkende, abgewtzte Sitze, aber Preise vom Mond. Das "Servicekino" in der Nachbarstadt läuft...

Die Menschen werden mMn. wählerischer. Die guten Bäcker brummen, schlechte machen zu. Genauso die Gastro. Die guten Restaurants sind trotz teilweise massiver Preissteigerungen voll, schlechte kapitulieren.

Aktuell ist man, so beobachte ich, in einer Phase, wo der Kunde sehr selektiv auf Qualität achtet. Was bei richtiger Produktplatzierung für deutsche Unternehmen eigentlich gut sein sollte.

Ich bin ja nun, das weißt du, alles andere als ein Freund dee Grünen Wirtschaftspolitik und ich kritisiere ebenfalls schon lange die stetig wachsenden Steuern und Abgaben.

ABER: wie in jeder Rezessiin gibt es auch genug Firmen, die relativ unbeschadet da durchkommen. Diejenigen mit viel EK, guten Produkten, die relativ unabhängig von der Politik den Markt bedienen.

Sicherlich wird der ein oder andere Anbieter temporär Abstriche bei der Marge machen, bei ausreichender Substanz ist das aber in der Regel kein Problem.

Was mir auch auffällt ist, dass sich anscheinend aktuell viele Unternehmen unter dem Vorwand der Krise versuchen, schon länger überflüssiger Belegschaft bzw. Werken zu entledigen.

Der Umbau auf sogenannte 'ökologische", sprich energiesparende Produktion geht oft auch mit einer gesteigerten Produktivität und einem geringeren Personalbedarf einher. Ebenso die Digitalisierung der Verwaltungen bzw Lager. In Boomzeiten ist es gerade bei gewerkschaftlich organisierten Belegschaften schwer zu reduzieren. Aktuell findet man leichter Gründe.
Unabhängig von Berichterstattung und Aussagen von Vorständen sollte man doch aktuell überall genauer hinschauen.

Natürlich gibt es auch Unternehmen, die sich im Glauben an die ökosoziale Wende, dauerhafter Freihandelsabkommen etc. massiv verzockt haben. Genauso wie die, die dauerhaft mit 1% Finanzierungen kalkuliert haben.

Es gibt aber nicht nur "Benkos", sondern auch viele Bauträger, die einfach den EK-Anteil erhöht haben und es aussitzen. Ebenso gesunde Mittelständler, die bei zyklischen Absatzproblemen auf Lager produzieren. Geht natürlich nicht, wenn bei 90% FK bei einer Bäckereikette zwei Wochen Absatzschwäche die Finanzen explodieren lassen.

Genauso ist es suboptimal, wenn im Wokewahn am Kunden vorbeiproduziert wurde. Aber hier sind gerade auch die großen Automobilhersteller schon auf dem Weg das zu korrigieren. Selbst bei Mercedes hat man bemerkt, dass niemand die hochgezüchteten 4Zylinder AMG haben will. Und wenn man schlau ist, dann bringt man auch wieder C und E-Klasse mit Motoren, die der Kunde will. Auch hubraumstarke Diesel.
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