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Alt 02.04.2025, 09:54
v1rtu4l v1rtu4l ist offline
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AW: Passives Spielsystem mit Noppen innen

Der Ratschlag "Lass den Gegner auch mal Fehler machen" ist natürlich häufig bei überambitionierten Angreifern zu hören.

Ich hatte auch mal einen technisch recht guten Doppelpartner der dann aber versuchte jede Angabe des Gegners auf Endpunkt zu ziehen. Erfolgsquote war quasi gleich 0.
Ich kann sowas vielleicht noch in einem Trainingsmatch verstehen, da man da ja so spielen sollte wie man es idealerweise irgendwann kann. In einem Punktspiel ist sowas aber sehr irritierend.

Sowas ist dann im Doppel auch nicht mehr auszugleichen. Spiele ich dann nur sicher und passiv zurück, damit der Ballwechsel nicht sofort zuende ist und der Gegner eine Chance hat einen Fehler zu machen oder versuch ich den Ballwechsel selbst mit brachialen Endschlägen zu beenden, bevor mein Doppelpartner wieder irgendwelche Kunstschläge die fehlschlagen macht.

Zum Glück hat man im Einzel hat man zum Glück nur "mit sich selbst" zu kämpfen, aber auch da ist die richtige Strategie bei einem unbekannten Gegner nicht einfach.

Zwei häufige Ansätze die ihre eigenen Nachteile haben sind:

Ansatz A:
Erstmal auf Sicherheit, d.h. viel Schupf und Block und gucken ob es reicht den Gegner möglichst nicht ins Angriffsspiel kommen zu lassen. Vielleicht macht der Gegner allein schon genügend Fehler beim Versuch anzugreifen und man gewinnt den ersten Satz.
Was wenn der Gegner aber selbst eh nicht angreifen will und so sicher ist, dass das Geschupfe und Geblocke jeweils zu seinen gunsten ausgeht ? Dann muss man selbst aktiv werden und im 2. Satz anfangen anzugreifen. Hier ist die Gefahr, dass man sich selbst in diese passive Spielweise eingelullt hat, dass es schwer wird umzustellen.

Ansatz B: Erstmal Angreifen und gucken ob man den Gegner überwältigen kann. Das ist natürlich für viele mit höherem Risiko verbunden und wenn der Gegner dann noch gut blockt und den ersten Satz gewinnt fragt man sich: Schalte ich jetzt einen Gang zurück und bleibe im 2. Satz passiv oder versuche ich noch einen Gang hochzuschalten. Meist artet sowas in einem Schupfduell aus und endet mit dem glücklichen Resultat für den Erfahreneren. Das ist dann natürlich doppelt schlecht. Zwei Sätze verloren und schon ist der Druck hoch, Unwahrscheinlich dann noch einen Weg zum Sieg zu finden.

Grundsätzlich empfinde ich es so, dass erfolgreiche Spielzüge aus Satz 1 nicht zwangsläufig dazu führen, dass man das in Satz 2 schon so verinnerlicht hat, dass man es einfach so weiterführt. Wahrscheinlich ist das im Unterbewusstsein dann noch gar nicht richtig verdaut. Ich habe schon 1. Sätze mit 11:1 gewonnen und da quasi alles richtig gemacht nur um dann im zweiten Satz das genau Gegenteil zu tun.

Da kann ein Coaching von außen helfen, muss es aber nicht. In Vergleichbarer Situation sagt mir der Teamkollege mit 1150TTR "du musst ihm viel in die Rückhand schupfen und erstmal den Ball rüberbringen" während ein Vereinskamerad mit 1600 TTR rät "trau Dich ruhig die kurzen Bälle mit der Rückhand zu flippen und die langen Angaben alle anzuziehen".

Ich habe das Gefühl das gerade bei Ratschlägen von Spielern mit weniger Punkten die Ratschläge sich eher auf ihre eigenes Schlagrepertoire beziehen und die "höherklassigen" dann schon mehr mit einbeziehen was der zu coachende Spieler an Fähigkeiten mitbringt oder nicht.
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