Zitat:
Zitat von hallmackenreuter
Wieso Troll-Versuch, ist Whataboutismus etwa kein gutes Argument? 
Oder Verharmlosung? Relativierung? 
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Ich sehe schon, du bist wohl "Feuer und Flamme" wenn es um Begriff "Whataboutism" geht. Gerade davon besessen.
Dann lass es uns kurz klären:
DEFINITION VON WHATABOUTISM 
Whataboutismus ist ein rhetorisches Mittel, um die Aufmerksamkeit von einem unangenehmen Gesprächsthema abzulenken. Das Oxford English Dictionary definiert den Begriff folgendermaßen (opens in a new tab) (übersetzt ins Deutsche):
"Ein Mittel oder eine Vorgehensweise, auf eine Anschuldigung oder eine unangenehme Frage mit einer Gegenanschuldigung oder einem Themenwechsel zu reagieren."
Whataboutism ist ein aggressives Mittel, die Kontrolle über eine öffentliche Debatte zu erlangen. Über Whataboutism lenkt der Kreml Kritik von sich ab und erhebt stattdessen Vorwürfe gegen die Gegenseite. Die angegriffene Partei wird in die Defensive gezwungen und der Kreml kann die moralische Überlegenheit für sich beanspruchen.
Der Begriff entstand laut dem Lexikographen Ben Zimmer 1974 in Nordirland und wurde in den 1970er Jahren in den USA als sowjetkritischer Topos verwendet. Ursprünglich bezeichnete er den als polemisch beurteilten Umgang der Sowjetunion mit westlicher Kritik.
Also ein politisches Begriff um eigene Taten zu verschleiern.
ZURÜCKWEISUNG VON GEGENVORWÜRFEN 
Christian Christensen, Professor für Journalismus in Stockholm, macht deutlich, dass die Zurückweisung von Gegenvorwürfen auch ein Ausdruck davon sein kann, dass man die eigenen Fehler in verzerrter Selbstwahrnehmung als geringerwertig empfindet, dass man also doppelte Standards zugrunde legt. So erscheine die Handlung des Gegners etwa als verbotene Folter, die eigenen Maßnahmen als "erweiterte Verhörmethoden", die Gewalt des anderen als Aggression, die eigene lediglich als Reaktion. Christensen sieht sogar einen Nutzen im Gebrauch des Arguments: "Die sogenannten
"whataboutists" stellen das bisher nicht in Frage Gestellte infrage und bringen Widersprüche, Doppelstandards und Heuchelei ans Tageslicht. Das ist keine naive Rechtfertigung oder Rationalisierung, es ist die Herausforderung, kritisch über die (manchmal schmerzhafte) Wahrheit unserer Stellung in der Welt kritisch nachzudenken."
FAZIT:
Menschen, die das Wort "Whatboutism" gerne verwenden (sog.
"Whataboutists"), sehen eigene Fehler in verzerrter Selbstwahrnehmung und empfinden sie als geringerwertig. So legen sie doppelte Standards zugrunde. Die
"Whataboutists" bringen also Widersprüche, Doppelstandards und Heuchelei ans Tageslicht.