Zitat:
Zitat von M3rlin
Welcher deiner Profis hat
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eigentlich war es FangBo in diesem (inhaltlich) exzellenten Video (der gesamte Channel ist exzellent):
Aus dem Vid wird zumindest klar, was mit professioneller "harter Topspin" gemeint ist (die Zuschauer dort sind amüsiert).

Für lower levels ist es halt schwierig, an solche Rückhand-Speeds ranzukommen. Die meisten Rückhände, die man bei ihnen sieht, haben eher Spin als Power/Speed. Die Aufgabe/Umstellung (im Video) sei nun, den Ball satter zu treffen. ICH schaffe/mache das automatisch, wenn ich
nur etwas weiter vom Tisch entfernt stehe und vorhabe, den Ball mit gutem Speed übers Netz zu bringen. Statt also den Ball wie beim slow spinny loop nur mit dem Obergummi zu "brushen" oder dem Tensorbelag die gesamte Arbeit (Katapult-Effekt) alleine zu überlassen, morphiert mein bh-Topspin manchmal zu einem harten Topspin, wo der Ball mit einem Knall übers Netz pfeffert (samt ordentlicher Menge an Rotation).
Manchmal. Etwas Glückssache bei mir, übe ich aber am Roboter. Harter Topspin bedeutet ja einen perfekten Misch aus hohem Topspin AND sattem Treffen. Und genau diesen Misch konsistent hinzukriegen, ist nur was für higher levels. Wir alle kennen low levels, die eine elend lahme Rückhand haben; Spin mag drin sein, aber der Ball kommt gähnend übers Netz geflogen. Und genauso sind wir (low levels) beeindruckt, wenn wir jemanden spielen sehen, der von both wings gleich hart und gleich konsistent/sicher
hart spielen kann; da erübrigt sich auch die Frage, wieviel Topspinmenge in den Bällen ist.
Und statt sich dieser high level Aufgabe zu stellen, einen sicheren konsistenten
harten Rückhand-Topspin zu entwickeln (dauert Jaahre!), wo man das Brushen
versus das Satt-Treffen perfekt ausbalancieren muss (eine Kunstfertigkeit/Fingerspitzengefühl!), mache ich's mir als low level einfacher und treffe den Ball einfach rein satt: beim geschlagenen Revalt wird der Ball rein satt getroffen! (der Ball bekommt durch das Abklappen des Handgelenks auch minimalen Topspin mit, was hilfreich für die Stabilisierung der Flugkurve ist)
Und einen Neben-, wenn auch nicht zu unterschätzenden Vorteil hat der Revalt, ihn bewusst häufiger einzusetzen:
Man schlägt keine Luftschläge mehr mit der Rückhand!!

Denn gerade bei Bällen mit starkem US wird manchem Spieler bange, sich zu trauen einen Rückhand-Topspin anzusetzen. Dann traut man sich, will angreifen, und ... zieht am Ball daneben: Luftschlag! Gerade bei brenzligen Matchsituation sehr frustrierend/ärgerlich. Dass man am Ball vorbei schlägt, sieht man regelmässig auch in der Bundesliga. Passiert nie beim Revalt, da das Handgelenk ja "hochklappt". Und wer mit dem Revalt den US-Ball nicht schlagen will (#6) oder auch nicht ziehen will (#5), der kann ihn damit notfalls auch einfach nur rüberheben (#3) (vergleichbar mit einer umgedrehten Bratpfanne bei ausgestrecktem Arm) ... oder
wie sonst hebt ihr einen starken US-Ball aus Tischferne übers Netz?
EDIT: zufälliger Fund, Herr Koch spielt ganz klar einen Revalt (und zeigt nicht, dass er auch(?) einen normalen Rückhand-Topspin spielen kann), wenn auch einen sehr zaghaften im Effekt, d.h. weder feste geschlagen noch hoch gezogen (Topspin). Ich spiele ihn bestimmter, sportlicher/athletischer, konturanter, spiele ihn notfalls aber ähnlich harmlos. Wer unbedingt will, kann darin Ähnlichkeiten mit einer geraden Erdbeere sehen. Immer wieder sieht man mal einen in einem Verein, der den Revalt kann und (vorwiegend oder eben gelegentlich) spielt. In dem Match spielt Koch ihn vorwiegend. Mit diesem Schlag, dem Revalt, kann man ziemlich gut US-Bälle beantworten: fliegt der US-Ball sehr niedrig o scharf, spielt man #5, und fliegt der US-Ball nicht ganz so niedrig, kann man gerne den geübten #6 versuchen, und bei extremen US-Ball kann man, wie gesagt, einfach anheben und dabei #3 als eine Variante des Revalt betrachten/ausführen (nämlich ohne Abklappen des Handgelenks):
Apropos, ihr seht ja Kochs Rückhandtechnik. Hochnäsige und Lehrbuchautoren würden bei ihr die Nase rümpfen. Aber Tatsache ist: die Technik existiert in der Praxis, sie ist real! Ich kenne so einige, die die Rückhand so spielen. Es ist imho keine "
falsche Rückhand-Technik". Sondern einfach eine
andere, klar definierte Technik, eben eine
alternative Weise, eine Rückhand zu spielen. Wer beides beherrscht (normale Rückhand, plus Revalt), ist klar im Vorteil imho ggü dem, der nur die normale Rückhand kann.
Da diese Technik klar definiert und weit verbreitet (wenn auch nicht populär) ist, verdient sie auch einen Namen. Einen besseren Namen als "
Revalt" fällt mir da leider nicht ein.
Bessere Namensvorschläge, NE1?