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AW: Wären wir jetzt politisch BLAU, wohin würde die Reise gehen?
Ja, das hat alles ein Geschmäckle.
100% der Ordnungsrufe wurden von Nicht-AfD'lern ausgesprochen. Wenig überraschend, dass die meisten dann nicht an die eigene Fraktion gingen, sondern an die einzige Fraktion, die nicht "zurückrufen" kann.
Ärgerlich dabei ist für mich, dass es so gar nicht möglich ist das parlamentarische Verhalten der AfD-Fraktion (unflätig oder konstruktiv) zu beurteilen. Und somit kann die AfD locker sagen: wir sind gar nicht so schlimm, das ist alles nur tendenziöse Berichterstattung.
Genauso wenig überraschend, dass ein Mann mit Parteibuch einer Partei, die eine Brandmauer zur AfD wegen Rechtsextremismus hat, dann in seinem Brotberuf ein Gutachten schreibt, in dem genau das festgestellt wird, was Parteilinie ist.
Selbst wenn das alles gut und richtig wäre, aber die beteiligten Personen unterliegen massiven Interessenskonflikten, was in einem Rechtsstaat schlicht und einfach nicht sein kann. Aus gutem Grund wird ja auch kein Richter für einen Fall bestellt, in dem er aufgrund persönlicher Umstände voreingenommen ist.
Mir als "unbedarftem" Wähler fehlt komplett die Möglichkeit mir ein eigenes Bild über die AfD zu machen, da die Berichterstattung von allen Seiten (inklusive der AfD-Seite) vergiftet, unsachlich und tendenziös ist.
Ich bin mir relativ sicher, dass die AfD sich als für mich unwählbar herausstellen würde - alleine aufgrund der für mich sehr unangenehmen Nähe zu Trump und Putin. Aber an der Front kämpft niemand, der gesamte politische Kampf gegen die AfD scheint per Geschäftsordnung und Medien geführt zu werden. 1,7 qm Platz pro Abgeordnetem widerspricht ja sogar deutschem Arbeitsrecht.
Im kommunalen Bereich sind fast alle Politiker, die ich bisher getroffen habe, echt engagiert und konstruktiv unterwegs, egal von welcher Partei. Das ist das Ausmaß meiner persönlichen Erfahrung, was in Berlin und den ÖR-Medien passiert wirkt auf mich teilweise wie eine andere Welt.
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