|
Zitat von wjuergens
Hallo erstmal,
ich habe mehrfach angebrochene Hölzer nach folgendem Rezept repariert :
1) Griffschalen möglichst sauber vom Schlägerholz lösen. Ich benutze dazu ein Cuttermesser. Ansatzpunkt suchen dann langsam aufspalten.
2) Schlägerholz im Griffbereich planschleifen. Das ist notwendig, weil häufig Leim- und Holzreste von den Griffschalen anhaften.
3) Für den Flugzeug- und Modellbau gibt es sehr dünne (0,8 mm) dreifach verleimte Buchenholzfurniere, die zum Beplanken von Flugzeugtragflächen benutzt werden. Davon besorgt man sich im Modellbaugeschäft eine "Platte".
Dieses Material ist unglaublich flexibel und widerstandsfähig. Man kann in einen schmalen Streifen davon einen Knoten knüpfen, ohne dass das Holz zerbricht (natürlich nur bis zu einem bestimmten Punkt).
4) Zwei etwas postkartengroße Stücke des Furniers werden für beide Seiten des Schlägerholzes zugeschnitten. Die Stücke sollten den gesamten Griff und einen kleinen Teil des Schlägerblattes bedecken. Dabei bleiben die Furniere im Bereich des Überganges Griff-Schlägerblatt breit, so dass sie die ganze Breite des Schlägerblattes abdecken. Ich ziehe sie immer genau so weit, wie die Griffschalen gehen, also bis dahin wo später die Beläge ansetzen. Vor dem Verleimen nicht zu passend schneiden, der Holzleim wirkt bis zum Abbinden wie ein Gleitmittel, so dass die Furniere leicht verrutschen.
5) Verleimen der Furniere mit dem Griff/Schlägerblatt. Vorher kann man, je nach Art und Umfang des Bruches nach bereits berichteten Rezept mit Sekundenkleber oder ähnlichem die Bruchstelle behandeln.
Zum Verleimen nimmt man nach Möglichkeit wasserfesten (wichtig) Weißleim. Bewährt hat sich sogenannter Propellerleim, der besonders widerstandsfähig ist. Verleimt wird im Schraubschock oder mit Schraubzwingen. Damit Griff und Schlägerblatt gerade verleimt werden. sollte man Griff und Schlägerblatt zwischen zwei plane Hölzer spannen. (Aufpassen, dass kein Leim zwischen Furnier und Spannhölzer ist, sonst wird´s übel, der Propellerleim hält wie Teufel).
6) Nach dem Pressen werden die Furniere mit Schere (grobes Anpassen), Feile und Schmiergelpapier an die Griff- und Schlägerform angepasst.
7) Griffschalen von Leim- und Holzresten säubern und planschleifen. Anschließend mit Schlägerholz verleimen.
8) Durch die zwei 0,8 mm-Furniere wird der Griff etwas 2 mm (+Leimfuge) dicker. Empfindliche Naturen müssen jetzt noch mit Schleifpapier die ungewohnte Dicke abarbeiten.
Ich habe mit dieser Methode gute Erfahrungen gemacht. Die Eigenschaften des Holzes verändern sich überraschend wenig. Es wird vielleicht eine Spur steifer. Die Stabilität des Holzes ist danach sehr hoch, selbst bei ganz durchgebrochenen Hölzern ist das Holz anschließend sehr fest. Die Kosten halten sich in Grenzen, zumindest für Kostbarkeiten ist der Finanz- und Zeitaufwand o.k. .
Tipp: Wenn ihr jemanden kennt, der Modellbauer ist, fragt ihn nach den dünnen Furnieren. Meist haben die eine ganze Kiste mit Reststücken, die groß genug sind. Ansonsten kostet ein etwa DIN A4 großes Stück im Modellbaugeschäft um 5 €.
Wolfgang Jürgens
|