Vorweg gesagt, begrüßte ich es, wenn es gelänge, die NPD zu verbieten. So aus dem Bauch heraus, ohne zu wissen, ob das nun gut oder schlecht wäre. Das Problem Rechtsradikalismus jedenfalls läßt sich sicher nicht nur mit einem Verbot lösen.
Zitat:
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Zitat von LAIBACH
Zu Stoiber muss ich sagen: Irgendwo hat er doch recht. Die meisten Menschen wählen die NPD doch nicht wegen deren politischen Botschaften, sondern aus Frust auf die derzeitige Bundesregierung, die 1998 vollmundig antrat mit dem Ziel , die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen oder gar zu halbieren.
Und grade im Osten hat die NPD so leichtes Spiel, denn dort ist die Enttäuschung wohl am größten, von wegen "blühende Landschaften" etc. Wenn über 9% der Ostdeutschen NPD wählen, muss man manchmal schon arg an der Intelligenz dieser Menschen zweifeln... Aber wie schon oben beschrieben, ist das ein gesamtdeutsches Problem, auch wenn ich REP und NPD niemals in einen Topf schmeißen würde...
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Zu Stoiber muß ich sagen, daß ich selten was wirklich Kluges aus seinem Munde gehört habe. Allein der Vergleich mit 1932 ist absurd. Die politische Landschaft ist im In- und Ausland eine vollkommen andere als damals. Diese Äußerungen sind doch nur billige Attacke auf die Regierung einerseits und andererseits der Versuch, mal wieder auf sich aufmerksam zu machen. Wenn es denn beim DFB-Skandal schon nicht reicht, wobei ich mich da auch frage, was ein Ministerpräsident dazu seinen Mostrich abzugeben hat. Könnte ja jeder kommen...
Weiterhin merke ich an, daß die blühenden Landschaften von Dr. Kohl versprochen wurden. Es las sich in den Sätzen von LAIBACH eher so, als wäre das auch ein Versprechen der derzeitigen Bundesregierung gewesen.
Ansonsten spielt sicher die Arbeitslosigkeit als eine der Ursachen mit hinein, aber sie ist bestimmt nicht die einzige und wohl auch nicht die "wichtigste". Das ist doch alles sehr vielschichtig und komplex und nicht so einfach und simpel, wie es nun gerade von Stoiber dargestellt wurde, auch wenn man gerne einfacher hätte.
Da gibt es noch andere Gründe, warum gerade im Osten der Rechtsradikalismus einen Aufschwung erhält. Osten und Westen, was jetzt in keiner Weise wertend gemeint ist, unterscheiden sich einfach, was ja auch total verständlich ist. So scheint es mir klar zu sein, daß man im Unterschied zwischen Ost und West die Ursachen und Wirkungsmechanismen zu suchen hat. Welche das nun genau sind und ob sie schon jemand anders gefunden hat, kann ich nicht sagen. Ich denke nur, daß es der Ede nicht sein wird.
So, aber jetzt ist Rosenmontag und Karneval. Das ist die Zeit, wo, wenn es denn mal poilitisch wird, Vertreter aller Parteien, ohne rot zu werden, lachen, wenn und obwohl ihnen gerade jemand ihr Fehlverhalten, leere Versprechungen usw. durch die Blume des Humors aber doch explizit genug vor Augen führt.