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Alt 05.08.2001, 00:22
Coach Coach ist offline
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@ Mephisto

Zitat:
Grundsätzlich sollte Ziel sein, ein möglichst starkes Niveau in den Jugendklassen aufzubauen, um Jugendlichen möglichst lange Perspektiven innerhalb der Jugendklassen zu geben. Dafür ist wichtig eine regelmässige und jahrgangsübergreifende Jugendarbeit zu betreiben, damit nicht nur einzelne gute Spieler empor kommen, die dann zu den Herren müssen, da ansonsten zu wenig Potential für eine höhere Spielklasse der Jugend vorhanden ist. Das heisst als 1.Schritt: Konstant gute Jugendarbeit in den Vereinen forcieren.
Das ist für mich Voraussetzung!

Zitat:
Nächster Schritt liegt bei den Verbänden: Eine Struktur aufbauen, bei denen es Spielklassen bis zur Verbandsebene gibt, wenn möglich eingleisig. Dann noch einen Anreiz wie in Niedersachsen oder Hessen schaffen, dass die beiden stärksten Mannschaften im Folgejahr eine zusätzliche Aktivenmannschaft auf entsprechender Ebene erhalten. Wenn Jugendliche ihre eigene Mannschaft mitbringen, bedeutet das mehr als Integration bei den Herren, im Gegenteil, die Herren fiebern beim Nachwuchs mit und unterstützen ihn. Das hat zur Folge, dass viele Vereine Jugendliche in so eine Klasse stellen, die sonst schon längst bei den Erwachsenen wären (sogar Kaderspieler) und so steigt das Niveau wiederum und eröffnen sich neue Perspektiven.
Aus meiner Erfahrung wird aber oft das Gegenteil erreicht, wenn die Jugendlichen zu lange in der Jugend gelassen werden.
Holgi der 2 hat ja in seinem Beitrag geschrieben, das Jugendspieler trotz guter Leistungen mit dem Sport aufgehört haben. Mein Beitrag diente dazu, diesen Effekt zu verhindern! (@ Mephisto: Lies bitte genau die Zusammenhänge, bevor Du so etwas schreibst!)

Zitat:
Wenn die Jugendlichen in einer so aufgewerteten Jugendklasse auf Verbandsebene keine Perspektive mehr haben, dann sollten teilweise Coachs Argumente greifen und die Spieler freigeholt werden.
Du vergisst hier, dass Spieler mit unterschiedlichen Spielstärken in einer Mannschaft spielen. Wenn in einer Bezirksklassenmannschaft ein starker Spieler mit einigen mittelmäßigen Spielern spielt, dann kann es passieren, dass die Mannschaft nicht aufsteigt, obwohl die Nr. 1 alle Spiele gewonnen hat. In diesem Fall ist eine Jugendfreigabe sinnvoller, als ein weiterer Einsatz in der Jugend.


Zitat:
Die Motivation im Jugendbereich kann genauso hoch bis höher sein, das hängt vom Motivator ab.
Es geht hier doch gar nicht um die Motivation in der Jugend, sondern um die Motivation beim Übergang in die Herrenmannschaft!!!!!!!!!!!

Zitat:
In einer ansprechenden Jugendklasse kann sich ein Jugendlicher weiterentwickeln und sein Spielsystem ausbauen, wenn es häufig zu Top-Top-Duellen u.ä. kommt, als wenn er sich frühzeitig anpasst. Lieber das Spielsystem ausprägen, um es dann später auch im Erwachsenenbereich soweit möglich durchzusetzen.
Antwort 1: Thema verfehlt
Antwort 2: Die optimale Entwicklungsphase ist im Alter von 16/17 Jahren abgeschlossen. Danach wird das Erlernen neuer Dinge bedeutend schwieriger.
Warum nicht die optimale Entwicklungsphase nutzen, damit Jugendspieler sich an ein Spiel gewöhnen, das sie ein Leben lang spielen wollen/sollen?

Beispiel aus der Schule: Kinder lernen bis zum 10 Lebensjahr auf natürliche Weise Sprachen (durch immitieren). Mit 10 Jahren ist diese Phase abgeschlossen. Bis vor wenigen Jahren wurde aber danach erst in den Schulen die erste Fremdsprache gelernt, so dass die Fremdsprache "künstlich" aufgebaut werden musste. Diesen Fehler hat man in den meisten Regionen eingesehen und führt jetzt bereits ab der 3. Jgst. die erste Fremdsprache ein.
Du möchtest im Tischtennis diesen Fehler jedoch weitermachen. Die Folge ist dann nunmal, dass vielen Vereinen diese Jugendlichen weglaufen!!!

Zitat:
Natürlich ist es motivierend gegen Erwachsene zu spielen, mehr Unterschnitt und Material sind auch gewöhnungsbedürftig. Und genau dazu eignen sich hervorragend die E/J-Einsätze und Teilnahme am Herrentraining!
Falsch! Die Jugendlichen sehen dies meisten anders. Sie sehen: zum Training sind wir den Herren gut genug, aber vertrauen tun sie uns nicht. Denn dann würden sie uns in die Mannschaft fest einbauen und uns nicht nur als Ersatz mitnehmen!

Zitat:
Noch was zur Motivation: Für das Selbstwertgefühl der Jugendlichen ist sehr gut, wenn sie später sagen können, dass sie einst in der höchsten Jugendklasse gespielt haben oder gar dort einen Titel geholt haben (das ist gewissermassen einmalig für sie).
Antwort 1: Wer gute Jugendarbeit leistet, schafft das auch mit 12-14-jährigen Spielern
Antwort 2: Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Die meisten Jugendlichen, die mehrere Jahre in der höchsten Jugendliga gespielt haben, haben anschließend mit Tischtennis aufgehört. Ich war selber mehrere Jahre als Trainer in einem Trainerteam eines Vereins, der die Mädchenmannschaft 5 Jahre in nahezu gleicher Besetzung in der Bayernliga spielen ließ. In dieser Zeit wurden sie 5 x Bayerischer Meister, mehrfach Süddeutscher Meister, haben 5 x in Folge an der deutschen Mannschaftsmeisterschaft teilgenommen und wurden 2 x Deutscher Meister und 1 x Deutscher Vizemeister. (Es kann auch häufiger gewesen sein). Von diesen Spielerinnen haben fast alle aufgehört!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Zitat:
Natürlich sind in diesem Alter die Leistungsfortschritte gross. Und genau deshalb sollten Jugendliche ihr ,i.d.R. modernes offensives Spiel, ausprägen. Siehe Argumente bei 1. -> ein durchschnittlicher VL-Jugendspieler profitiert mehr vom Spiel gegen starke Jugendspieler als vom Spiel gegen Bk-Spieler bei den Herren, die oft eine Mischung aus Spiel zerstören und perfektionierten Notschlägen ihr eigen nennen (gibt natürlich auch andere).
1. ist die Aussage falsch. Jugendliche profitieren mehr von Bezirksligaspielen bei den Herren, als von Spielen in der Jugend!
2. Selbst wenn sie profitieren würden: was ist die Folge? Wenn ein 14-jähriger eine Bezirksligamannschaft Herren im vorderen Paarkreuz verstärkt, kann damit ein Aufstieg und somit eine neue Herausforderung und folglich auch eine Leistungssteigerung erfolgen. Es ist also möglich, dass ein Verein mit diesem Spieler (und eventuell einem 2. guten Jugendspieler) 2 x aufsteigt. (Ich kann Dir einige Beispiele nennen!) Bleibt/Bleiben diese(r) Spieler 2 Jahre länger in der Jugend und werden trotzdem stark, dann werden sie 2 Jahre später niedriger eingesetzt, als sie spielen könnten, da ja die Herrenmannschaft nicht aufgestiegen ist.
Ein weiteres Problem ist dann oft die Vereinspolitik: hier kommen oft Sprüche, wie: "Der Spieler soll erst mal in einer unteren Mannschaft beweisen, dass er so stark ist!" Hier hören viele der Spieler auf oder wechsel den Verein.


Zitat:
Wenn Du von einer Zwangsintegration sprichst, läuft bei Euch was falsch.
Wenn einJugendlicher aus der Jugend raus kommt und "zwangsweise" zu den Herren muss, dannläuft was falsch? Wie soll ich das verstehen?

[QUOTE] Wenn mit dem Spieler perspektivische Gespräche geführt werden, er auch im Training Kontakt zu den Erwachsenen hat und die Erwachsenen für die Jugendarbeit aufgeschlossen sind, fühlt sich der Spieler auch vorab bei den Herren integriert. Wenn man so verfährt, fühlt sich der Jugendliche als Teil des Ganzen und ist genauso stolz, dass die Erwachsenen sich schon auf ihn freuen, wenn er in 2-3 Jahren bei ihnen spielt. Ansonsten siehe E/J-Einsätze. [//QUOTE]

(Siehe meine Antwort oben)

Zitat:
Wie gesagt, es gibt zwei Ausnahmen zu meinen Statements:
a) Der Spieler ist so gut, dass die höchste Jugendebene ihn nicht mehr fordert.
b) Der Verein des Spielers hat keine durchgängige Förderstruktur und kann einem Jugendlichen keine Mannschaft auf entsprechendem Level bieten.
Zustimmung!
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