Zitat:
Zitat von Glücksball
Das habe ich doch überhaupt nicht getan! Was Du Dir zusammen phantasierst!
Ich habe nur geschrieben, dass ich bezweifele, dass "das Volk" immer so friedliebend ist. Und das gilt in meinen Augen für sehr viele Völker, da will ich kaum eins ausnehmen. Da braucht nur ein Verführer große Reden schwingen, wie das Ausland (oder eine andere Gruppe) das eigene Volk unterdrückt/ausnutzt/etc. und schon gibt es eine nationalistische Begeisterung, die dann auch Kriegstreiber unterstützt.
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Max Weber hat die Soziologie folgendermaßen definiert: "Eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will".
"Deutend verstehen" meint hier also, das Erfassen der subjektiven Bedeutung, die Handelnde ihren Handlungen und dem Kontext, in dem sie stattfinden, beimessen.
Um zu erklären, warum jemand etwas macht - sollte man eben auch den subjektiv gefärbten Kontext verstehen, weil für den Handelnden macht in diesem seine Handlung ja Sinn.
Ob wir den Kontext auch so sehen oder vielleicht ganz anders - ist doch eine völlig andere Frage. Aber das zu begreifen ist doch erstmal wichtig, weil in dessen Sichtweise macht sein soziales, zweckorientiertes Verhalten ja völlig Sinn. Aus unserer Sichtweise mag das ganz anders erscheinen.
Einfach das nur irgendwie moralisch zu bewerten ("Putin ist böse") bringt uns doch hier überhaupt nicht weiter und ist völlig unterkomplex.
Wer aber natürlich eine Erklärung anführt, warum die Russen oder andere sich so verhalten, wie sie sich verhalten - der kriegt wieder zu hören, man verbreite russlandfreundliche Narrative.