Ich habe mir den J3 für die Vorhand zum testen geholt und ein paar Einheiten damit trainiert.
Kurz zu mir, ich bin Mitte 20, mein Spielsystem ist moderner Angriff beidseitig und meine Spielklasse ist Landesliga in Bayern.
Normalerweise spiele ich seit Jahren das Primorac Made in Japan mit Fastarc G1 auf der VH und C1 auf der RH. Das ist mein absolutes Wohlfühl-Setup.
Ich habe öfter probiert die Fastarcs gegen etwas moderneres zu ersetzen, da diese einfach nicht für den Plastikball entwickelt wurden und das merkt man teilweise auch. Vor Allem in etwas schlecht belüfteten Hallen und zur Sommerzeit, bildet sich gerne ein leichter Schmierfilm, der in Kombination mit den Plastikbällen manchmal zum Durchrutschen führt. Liegt wahrscheinlich an dem harten und sehr gespannten Obergummi.
Bisher habe ich folgende Beläge getestet:
Hybrid MK/ Pro
El-D
Vega X
Glayzer
Omega Asia 5
Der normale MK hat mir sehr gut gefallen, ist aber im Vergleich zum G1 etwas zu ungefährlich auf dem Primo.
Der Pro hat mehr Durchschlagskraft, war mir aber etwas zu hart. Ich hatte das Gefühl, dass das Obergummi besser mit dem 48 Grad Schwamm des normalen MK harmoniert. Die Ballkontaktzeit kommt mir mit dem Pro deutlich kürzer vor.
Der EL-D hat mir ab der ersten Sekunde nicht gut gefallen. Der Ball springt ungewöhnlich flach ab und das Gefühl am Balltreffpunkt ist sehr weit weg vom G1.
Der Vega X hat mir am besten gefallen. Etwas mehr Katapult als der G1 und ein deutlich weicheres Spielgefühl. Letztendlich ein etwas gezähmter G1, der sich leichter aktivieren lässt.
Glayzer ebenfalls gut, aber zu ungefährlich auf dem Primo.
Omega Asia 5 war in Ordnung. Mehr Endtempo durch den härteren Schwamm, aber deutlich auf Kosten von Kontrolle und insgesamt dann doch zu verschiedene Eigenschaften im Bereich Blocken, Rückschlag und eine recht flache Flugkurve im Vergleich zum G1.
Alles in allem ist der G1 geblieben, da er zusammen mit seiner genialen Haltbarkeit, für mich der beste Belag aus den aufgezählten ist.
Zugegebener Weise habe ich mir den Bluegrip J nur Interessehalber geholt, da ich schon immer ein Fan vom Herrn Zhang war. Zudem hat die Beschreibung der Zusammensetzung der J Reihe für mich Sinn ergeben. Er besteht laut Donic aus dem Schwamm und der Noppenstruktur des Bluegrip C, hat aber die Obergummimischung der Bluestarreihe. Die C Reihe war mmn. recht nahe am Hurricane 3, wobei die Bluestarreihe mehr Richtung "normlen" Belägen zb. Dignics geht.
Mit der Bluegrip J Reihe hat man versucht etwas zu entwickeln, das dazwischen liegt und dem Dignics 09C entspricht. Zhang war davor bei Butterfly und hat zuletzt den 09C gespielt, daher macht es auch Sinn ihn an dieser Entwicklung zu beteiligen. Zu aktiven Zeiten hat er selbstverständlich den Hurricane auf der Vorhand gespielt, bevor das jemand schreibt.
Kommen wir zu meinen Eindrücken vom J3.
Der Belag hat mir direkt zugesagt und spielt sich für mich vom G1 kommend sehr intuitiv. Es passiert bei allen Schlägen genau was man erwartet.
Katapult ist wenig bis garnicht vorhanden, gerade eben genug, um bei passiven Bällen bzw. Notschlägen etwas Support zu haben und der Belag sich nicht "tot" spielt.
Das Obergummi greift sehr zuverlässig und man hat eine schöne Ballkontaktzeit. Durchgerutscht ist mir bei 30 Grad in der Halle nicht ein einziger Ball. Spinpotential ist wirklich sehr sehr hoch.
Beim Bestellen habe ich mir etwas sorgen gemacht, der J3 könnte zu langsam sein und stark in Richtung MK gehen. Das ist garnicht der Fall! Er ist deutlich schneller und durchschlagskräftiger als der MK und mindestens auf dem Niveau vom G1.
Wenn ich einen Belag nennen müsste würde ich den J3 als D09C in 50 Grad Version beschreiben. Die Flugkurve und das Spielgefühl sind wirklich sehr ähnlich, aber im Vergleich zum 09C auch für mein bescheidenes Spielniveau geeignet.
Die Stärken und Schwächen muss man glaub ich nicht mehr so ausführlich beschreiben, die entsprechen denen eines jeden Hybrid Belags:
-Gegentopspin
-Viel Rotation in Aufschlägen und generell allen Bällen
-Kurz legen
Eine Eigenschaft, die mir bei Hybriden z.B. beim MK garnicht gefallen hat, ist die beworbene "Spinunempfindlichkeit". Oft hatte ich den Eindruck, der Belag reagiert nicht erwartungsgemäß auf gegnerischen Spin.
Das ist beim J3 auf jeden Fall nicht so.
Alles in allem ein sehr gelungener Belag, der für mich überraschender Weise von Donic kommt, deren Sortiment an Belägen mich bisher nicht angesprochen hat, mit der Ausnahme des C2, der mit seinen 55 Grad aber nur was für Profis ist.
Bei Bedarf kann ich den J3, mit folgenden Belägen vergleichen:
Alle oben genannten + Ternergy 05, Glayzer 09C und Dynaryz ZGX.
Bedenkt dabei, dass alle Beläge auf dem Butterfly Primorac Made in Japan mit 87g gespielt wurden. Auf Kunstfaserhölzern kann ich keinen Eindruck bieten, da ich bei meiner Spielklasse davon die Finger lasse. Es sei denn ich mache noch den Sprung in die Bundesliga bis ich 30 werde