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Zitat von Glücksball
Nein. Es braucht keinen Vertrag, weil Gesetze vorschreiben, dass die Jungen für die Alten einzahlen. Dementsprechend kann man argumentieren, dass eine Schieflage eintritt, wenn das Verhältnis jung zu alt zu klein wird. Für den Ausgleich der Schieflage, mindestens durch eine symbolische Handlung, tritt Fratzscher ein. Der Begriff "Vertrag" ist hier nur im übertragenen Sinn zu verstehen.
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Genau, es besteht eben kein Vertrag sondern ein Gesetz. Es besteht aber kein Gesetz zu einer Reproduktionspflicht. Fratzscher möchte jetzt eine "Vertragsverletzung" feststellen. Eine echte Nebelkerze.
Der Pillenknick und dessen Auswirkung ist auch nicht erst seit 2025 bekannt. Ein Bevölkerungswachstum welches ein umlagefinanziertes hohes Rentenniveau und eine lange Lebensphase nach der Rente beschert kann auch nicht sonderlich lange durchgehalten werden. Es ist ein Schneeballsystem das in sich zusammenfallen muss. Das Problem der Politik ist, dass man für unpopuläre Entscheidungen abgewählt wird und diese dann lieber in die Zukunft verschiebt. Das machen wir jetzt seit knapp 50 Jahren und irgendwann lässt sich das Problem eben nicht mehr ignorieren.
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Zitat von Glücksball
Mal davon ab, dass so ein Zwangsjahr untauglich ist, ist völlig klar, dass früher oder später etwas gegen die Schieflage getan werden muss. Allerdings traut sich die Politik nicht, weil die Ü50-jährigen die Wählermehrheit stellen. Aber eine Lösung, die die Älteren völlig verschont, hat erhebliche Risiken und Nebenwirkungen (Teilzeit, Emigration, Radikalisierung, ...).
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Absolut es muss etwas getan werden. Nur wie du ja schreibst ist das Zwangsjahr untauglich. Regulär diese Zeit länger zu arbeiten wäre deutlich besser und genau das passiert und das Renteneintrittsalter wird auch weiter angehoben werden.
Das Problem mit der Rente wird sich langfristig nur lösen lassen, wenn wir Geld für das Individuum ansammeln und nicht sagen, irgendjemand wird das in der Zukunft schon richten.
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Zitat von Glücksball
Das ist eine Teillösung, die für viele einfach eine erhebliche Rentenkürzung bedeuten würde und die eine erhebliche soziale Schlagseite hat. Darüber hinaus ist die Idee von immer weiteren Erhöhungen des Renteneintrittsalters (65 - 67 - 69? - 72?) wie aus einer anderen Welt, wenn man sich z. B. anschaut, wie Großkonzerne schon Mittfünfziger mit großzügigen (!) Vorruhestandsprogrammen loswerden wollen. Vielleicht sollte man erst einmal etwas am Mindset der "Bosse" in Bezug auf ältere Angestellte ändern.
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Du hast schon recht dass ein arbeiten bis ins Hohe Alter nicht auf das Interesse der Industrie stößt. Auf das "Mindset" der Konzerne einwirken wird wohl nur auf Grundlage von Gesetzen passieren können. Ein Altersdiskriminierungsgesetz scheint in der Praxis wenig zu bringen. Was könnte man konkret machen? Eine Zwangsabgabe für Firmen die niemanden Ü60 beschäftigen?