Einzelnen Beitrag anzeigen
  #23453  
Alt 28.08.2025, 18:12
Danielson Danielson ist offline
registrierter Besucher
Foren-Stammgast 3000
 
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 3.571
Danielson ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Danielson ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Danielson ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
AW: Politik - der Thread für politisch Interessierte (ab Dezember 2021)

Zitat:
Zitat von JanMove Beitrag anzeigen
Das ist doch völliger Humbug, oder kennst Du irgendjemanden aus Deiner Umgebung der nichts geleistet hat und durch Vererbung reich geworden ist. Ich kenne niemanden.
Völliger Humbug ist es allerdings zu glauben, dass Reichtum allein auf individueller Leistung beruht und nichts mit sozialer Herkunft zu tun hat. In den Vorständen der DAX-Unternehmen findest du nur wenige Menschen aus Arbeiterfamilien - überwiegend handelt es sich um weiße Männer aus großbürgerlichen Akademikerhaushalten, so der Elitenforscher Michael Hartmann.

https://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/
https://www.deutschlandfunk.de/micha...liten-100.html

Dasselbe Muster zeigt sich im akademischen Bereich. An Spitzenuniversitäten wie Yale, Stanford oder Harvard studieren vor allem die Kinder von Eltern, die sich diese Ausbildung leisten können:

Zitat:
2013 stammten 60 Prozent der Erstsemester aus den reichsten fünf Prozent der Bevölkerung. Bei Harvard stammte einer anderen Studie zufolge 2016 fast die Hälfte der Erstsemester aus den oberen vier Prozent. Ähnliche Werte finden sie auch für die anderen Ivy-League-Unis. An fast allen stellt allein das oberste Prozent mehr Studierende als die unteren 60 Prozent.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-...ichael-hartman
Ich kenne tatsächlich niemanden, der offen zugibt, seine Führungsposition sei vor allem durch privilegierte Herkunft ermöglicht worden. Fast alle CEOs oder Spitzenpolitiker inszenieren sich als soziale Aufsteiger. Und natürlich ist auch Donald Trump ein Selfmade-Milliardär, der völlig unabhängig vom Vermögen seines Vaters reich geworden ist.
https://apnews.com/article/0452d29cd...605ab90acc3a67

Auch ich habe mich bereits als sozialer Aufsteiger dargestellt - und kenne viele Kollegen, die es ebenso tun. Fragt man jedoch genauer nach, sind die ursprünglichen Verhältnisse meist nicht so unterprivilegiert, wie behauptet wird. Oft konnten die Eltern zumindest Teile der Bildungslaufbahn finanziell oder strukturell unterstützen. Solche Details werden jedoch selten offen kommuniziert - stattdessen betonen die meisten, ihr Erfolg sei allein eigener Anstrengung zu verdanken.
Die soziale Mobilität ist insbesondere in Deutschland vergleichsweise gering. Einkommens- und Vermögensverhältnisse verändern sich über mehrere Generationen hinweg nur wenig.
https://www.iwkoeln.de/studien/maxim...mt-395627.html

Zurück zum Thema Erbschaftsteuer: Hier gibt es hohe Freibeträge, und auch Betriebsvermögen bleibt weitgehend unangetastet. Der steuerpflichtige Teil beginnt erst ab 400.000 bis 500.000 Euro. Kinder, die ohnehin schon privilegiert aufgewachsen sind, erhalten so zusätzliches Kapital - ganz ohne eigene Leistung. Warum sollte dieses Geld nicht stärker besteuert werden? Das große Skandalgeschrei einiger kann ich nicht nachvollziehen. Auch Schenkungen unterliegen nach Überschreiten bestimmter Freibeträge der Besteuerung.
__________________
"Hier vorne geht sie unter / Und kehrt von hinten zurück." (Heinrich Heine)
Mit Zitat antworten