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Alt 31.10.2025, 07:31
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: Die Entwicklung der Energiepreise und was sie mit unserer Wirtschaft machen könnte.

Zitat:
Zitat von Rudi65 Beitrag anzeigen
sollen das jetzt diese "überall im Netz, 2026 bekommen wir Probleme" Artikel sein?

Dann schau mal, was Herr Kullmann genau sagt:

Die Notwendigkeit, Industrie- und Klimaziele zu verbinden - ja, sinnvoll. Forderung nach vollständiger Abschaffung des Emissionshandels, nicht sinnvoll - solange kein gleichwertiger bzw. effektiver Ersatz vorgeschlagen wird.

Eine Reform des Systems scheint sinnvoll zu sein, ja - aber dennoch muss man die Lenkungswirkung bei den Emissionen beibehalten. Wenn man sich mit dem Thema mal etwas näher befasst (außer nur Überschriften zu lesen), dann gibt es schon längst Vorschläge, wie eine solche Reform aussehen könnte (z.B. Verschärfung des Caps, die Preissprünge zu dämpfen beim Handel, Preisuntergrenzen einführen usw.) - aber auch gibt es Vorschläge, dass es Übergangsregelungen für bestimmte Sektoren aufgestellt werden sollen, damit gerade energieintensive Industrien nicht sofort Wettbewerbsnachteile erleiden.

Die Industrie beklagt ja konkret, dass sie Wettbewerbsnachteile haben gegenüber Ländern mit geringen Klima- bzw. Energiekosten. Genau dafür ist das CBAM. Die Verbände der Industrie fordern weiterhin, dass die Übergangsphasen verlängert werden und indirekte Kosten z.B. berücksichtigt werden - vor allem fordern sie aber eine stärkere Verknüpfung der einzelnen Emissionshandelssysteme untereinander.

Keine Industrie fordert eine Abschaffung von allem, sondern eine differenziertere Betrachtung.

Am besten einfach mal selbst nachlesen bei BusinessEurope und Eurofer, was genau kritisiert wird und wo die Verbände Reforminitiativen sehen.
Selbst wenn jemand immernoch das "CO2-Gedöns" glaubt macht es überhaupt keinen Sinn hier irgendetwas dagegen zu unternehmen bzw. die Bevölkerung und Unternehmen mit Luftsteuern zu belasten.

Warum?!

Ganz einfach weil die Unternehmen dorthin abwandern, wo sie alles in die Luft blauen dürfen, die Umwelt keine Rolle spielt. Keines dieser Länder wird sich auch nur im.Ansatz von Deutschland oder der EU beeinflussen lassen.

Hinzu kommt noch:

Je mehr man in diese Richtung tut, desto stärker steigt die Kaufkraft in den "neuen" Industriestaaten, die zusammen irgendwas zwischen 4 und 5 Mrd Eineohner haben. Sinkt die Kaufkraft in Europa, dann wird der Markt hier immer uninteressanter für die Unternehmen.

Die Krux bei der ganzen Geschichte ist, dass Europa mit günstiger Energie gerade durch die KI und die damit verbundene Automatisierung eigentlich massiv wettbewerbsfähiger gegenüber den Billiglohnländern werden könnte. Selbst das Demographieproblem wäre so gut zu lösen. Weniger Einwohner, aber eine deutlich höhere Wertschöpfung/BIP/Produktivität pro Kopf.

Den deutschen Großkonzernen, mehrheitlich meistens sowieso schon im Besitz ausländischer Investoren, ist daher langfristig auch herzlich egal, wie es in Europa weitergeht. Dann gehen Mercedes, BASF usw. halt einfach, pro Forma hält man sich dann hier noch die Entwicklung/Forschung und vielleicht 1/3 der White Collar Worker im Büro. Die neuen "'Dunkelfabrikn" stehen dann dort, wo man billigen Kohle-/Atomstrom bekommt und die Büroriege wird zu 2/3 durch KI ersetzt, die ihren gewaltigen Strombedarf auch aus billigen Quellen bezieht.

Und Hamburg kann gerbe den Volksentscheid 1:1 umsetzen. Freuen tut es Rotterdam und Antwerpen.
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