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Alt 16.02.2005, 14:30
Balian Balian ist offline
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AW: Würzburger Spieler massiv bedroht

Zitat:
Zitat von Flachschupfer
Hats Du'n Ast im Auge oder was ?
Valencia war wohl ohne gleichen.(Bevor Du jetzt mit "Klasnic hat sich aber fallen lassen" usw. usf. anfängst: Ja hat er, aber dafür ist a) der Schiri da und b) hat er es nicht mit Blick auf eine mögliche rote Karte getan, sondern weil er c) gesehen hat, dass er mit Dribbling nicht weiter kommt und das kommt d) in jedem Spiel 200fach vor)
In Madrid ticken die auch regelmäßig aus.
In Italien wurde gerade erst der HH-Gruß gezeigt.
Spielabbruch in Rom unter Anders Frisk.
Und das ganze nicht erst seit gestern - das fing schon Anfang der 80er Jahre an, als Keegan live und in Farbe auf dem Platz verprügelt wurde.
Tennis möchte ich in Spanien auch nicht spielen, und unter südländisches Temperament kann man auch die ganzen Südamerikaner subsumieren - wer erinnert sich nicht an die Davis-Cup-Schlachten ? Eiswürfel flogen über den Platz.Brasilianische Fußballer/ dern Fans ausgenommen - Ausnahmen bestätigen die Regel
Die haben einfach die Pfane heiß und sorgen schlicht für unfaire Rahmenbedingungen und beschwören durch ihr unfaires, theatralisches und überzogenes Gehabe erst Eskalationen auf dem Platz/am Tisch/in der Halle und zwar soweit, dass es nicht mehr vom Schiri und den Funktionären beherrschbar ist.

Ich kann mich nicht erinnern, dass bei einem Ausscheiden einer dt. Mannschaft gg. irgendwen an einem dt. Austragungsort Zustände wie in Valencia oder Rom geherrscht hätten.

Damit kann ich das Kompliment zurückgeben: Erst denken, dann schreiben

Und wo Du an Nordeuropäer denkst: Derartige Eskalationen habe ich gerade seitens dieser Gruppe noch nie wahrgenommen. IMO machen die Dänen/Schweden/Finnen/Norweger nur Party und Stimmung; ich bekomme da immer Lust, mich darunter zu mischen und trotzdem "mein" Team anzufeuern. Und wenn's mal schlecht läuft, feiern die eben sich - die anderen motzen nur am Schiri 'rum.
Auch wenn's reichlich offtopic ist, das kann man so nicht stehen lassen. Sicherlich gibt es genügend Beispiele bei denen die südeuropäische Begeisterungsfähigkeit und Emotionalität ins negative umgeschlagen ist. Aber zumeist bleibt dies in einem Rahmen, der deutlich unter der Gewaltschwelle liegt, die wir in unseren Breiten erleben.

Einige Beispiele gefällig:

- was haben denn die friedlichen zumeist norddeutschen "Fußballfans" in Lens anno 1998 bei der Fußball-WM veranstaltet

- welche "Hooligans" zeichnen für die größte Tragödie im europäischen Fußball anläßlich des Europacup-Endspiels im Brüsseler Heysel-Stadion verantwortlich (Liverpooler Fans)

- warum haben englische Klubs in den 80er Jahren freiwillig auf die Europapokalteilnahme verzichtet

- Klubs wie Feyenoord Rotterdam oder auch der PSV Eindhoven aus unserem westlichen Nachbarland Holland haben ebenfalls viel für ihren schlagkräftigen Ruf getan

- der jahrelange Schrecken der deutschen Bahn waren die sogenannten Hertha-Frösche, die mindestens ein halbes Dutzend Sonderzüge vorzeitig der Verschrottung zugeführt haben

- jeder Südamerika-Auftritt des deutschen Tennis-Daviscup-Teams war verglichen mit dem Haßausbrüchen in Hartford, Connecticut (in Neuengland, dort wo die USA am europäischsten ist) eine nette Samba-Partie

usw. usw.. Vergleichbare Ausbrüche von Gewalt in dieser Intensität in italienischen und spanischen Stadien mit Toten und Verletzten gibt es trotz aller unschönen Szenen verhältnismäßig selten.

Also bitte vorsichtig mit einseitigen Schuldzuweisungen. Meistens gibt es genügend Dreck vor der eigenen Haustür.

Und vielleicht noch ein Hinweis aus meiner Erfahrung mit spanischen Geschäftspartnern: genauso wie uns manchmal der übertriebene Stolz und die Emotionalität von Spaniern auf den Wecker gehen mag, genauso wenig Verständnis gibt es dort für die Regelungswut und die Paragraphenreiterei der Deutschen. Das sind halt die berühmten Mentalitätsunterschiede und der sollte sich jeder, der auf internationaler Ebene agiert, bewußt sein.
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