Einzelnen Beitrag anzeigen
  #14  
Alt 18.02.2005, 11:00
Benutzerbild von martinspin
martinspin martinspin ist offline
let it flow...
Foren-Stammgast 3000
 
Registriert seit: 09.02.2003
Beiträge: 3.242
martinspin ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Schupfen will gelernt sein!

Hi Leute

Ich möchte einfach mal was klarstellen:

Ich spreche nicht vom Schupfspiel als zukunftsweisende Technik. Mir geht es wirklich nur um die Basics. Ich finde es ziemlich schade, dass heute dauernd davon gesprochen wird, dass der Schupf am aussterben ist und keiner in der Weltspitze mehr auf diesen Schlag setzt. So schwierig ist der Schlag ja wieder nicht und so kann nach relativ kurzer Zeit zum Angriffsspiel übergegangen werden.

Den Schupf in der Ausbildung auszulassen, finde ich einfach problematisch. Wir haben einen Trainer im Verein, der regelmässig Talente hervorbringt und diese für unsere Verhältnisse recht weit bringt. Er war der Trainer eines aktuellen schweizer Nationalspielers. Unser "Erfolgstrainer" übt kaum je den Schupfschlag mit seinen Leuten. Ich hab auch schon ein paar Mal gegen seinen aktuellen Schützling gespielt. Die Fehlerquote dieser Leuten ist manchmal so hoch, dass die nicht wenige Male sehr hoch verlieren können. Dann heisst es jeweils, dass sie einen schlechten Tag erwischt haben. Diese Jungs sind so dermassen auf den VH-/RH-TS fixiert, dass du die relativ locker ausspielen kannst, denn nicht wenige erkennen relativ schnell, was sie im Schilde führen.

Kommt der TS schaut's dann relativ gut aus. Kommt der TS nicht, schaut's dann relativ schlecht aus. Die sind völlig abhängig vom TS. Problematisch finde ich einfach diese Unkonstanz.

Ich habe am letzten Sonntag den besagten schweizer Nationalligaspieler an einem Punktespiel der höchsten schweizerischen Liga gesehen. Und was soll ich sagen, offenbar hatte er wieder einen dieser rätselhaften schlechten Tage erwischt und jeden Match verloren. Es waren da einfach zu viele Fehler oder zu hohes Risiko oder halt einfach nicht sein Tag oder sonst was.

Für schweizerische Verhältnisse hat es unser Spieler recht weit gebracht. Nur was ihm bis heute fehlt, ist die Konstanz. Grundsteine für diesen Mangel ist meiner Meinung nach das früheste Training mit unserm "Startrainer", der offenbar noch nie viel vom passiven Spiel gehalten hat.

Man hört doch immer wieder, dass die besten 100 Spieler sicher alle einen ordentlich TS spielen können. Der Unterschied der Top 20 liegt nicht im VH-TS sondern im stärkeren Passivspiel. Ein gutes Blockspiel ist ebenso Erfolgswirksam, wie ein guter TS. (Hervorragende Beispiele sind z.B. Vladi Samsonov oder JO Waldner).

Ein durchdachtes Kurz-Kurz-Spiel ist genauso wichtig wie erfolgreiches Flipen. Den Return mit viel US zurückspielen können, ist genau so wichtig, wie ein sicherer Eröffnungstopspin.

Es gibt nicht den einen Schlag, der zum Erfolg führt. Ich möchte mit diesem Thread einfach wieder mal in Erinnerung rufen, dass der Schupf auch im Spitzentischtennis nach wie vor seine Bedeutung hat.

Gruss
Martin
__________________
TIBHAR Superdefense 40 0.9 mm | STIGMA Fliesberg | NITTAKU Super DO Knuckle OX
Mit Zitat antworten