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AW: Schupfen will gelernt sein!
Ich mag dann auch mal was sagen *g*:
Zum einen finde ich die ganzen Einwände gegenüber den Thesen aus dem Eröffnungsbeitrag recht treffend, die meisten Sachen kommen eigentlich bei jedem Schlag vor. Einzig der Ausfallschritt ist da die Ausnahme, er wird eigentlich nur bei kurzen Bällen eingesetzt (also VH-Schupf und VH-Flip).
Ich möchte hier vielleicht ein wenig den Taktischen Aspekt der Sache hervorbringen, und das ist für mich, wann ich welche Schläge anbringen kann bzw. muss. Das ist auch die Grundüberlegung mit der ich versuche mein Training aufzubauen. Ein Schupfball kann in meinen Augen (verbessert mich hier bitte!) nur auf einen US-Ball des Gegners gespielt werden. Also bei US-Aufschlag oder bei Schupf vom Gegner. Dadurch ergibt sich für den Schlag der taktische Nachteil, das er auf die anderen Schläge nur bedingt als Antwort eingesetzt werden kann. Diese Ausnahme stellt für mich der Abwehrschlag dar, der aber ein anderes Thema ist.
Aus der These lässt sich auf einen Satz gesehen schon mal sagen, dass ich, wenns der Gegner drauf ankommen lässt, max. bei eigenem Aufschlag zum schupfen komme, wenn meine Angaben vom Gegner nicht angegriffen werden können. An sonsten kann der Gegner wirkungsvoll verhindern das ich schupfe. Einen noch größeren Nachteil in dieser Hinsicht hat der Konterball, da ich diesen evtl. gar nicht benötige (kommt bei mir persönlich öfters vor). Denn wenn mein Gegner schupft oder Abwehr spielt, dann kann ich darauf nicht kontern, und wenn er rotationsreiche TS zieht wird es ebenfalls schwer.
Hmm, wo will ich eigentlich hin? Also im Grunde würde ich die These "man braucht keinen VH-Schupf" unterschreiben, da man hier mit TS oder Flip ebenfalls der Schupfball beantworten kann und ab da das Schupfspiel meist eh beendet ist.
Nichtsdestotrotz wird bei mir der RH- sowie auch der VH-Schupf im Training mit eingebaut, wenn auch nicht mit dem Augenmerk darauf! Z.b. bei Aufschlag/Eröffnungsübungen muss der Partner schupfen, das reicht bei den meisten aus um einen halbwegs sicheren Schupf hinzubekommen.
So, und jetzt noch ne kleine Hass-Triade aufs Konter-System: Damit bin ich nämlich "groß" geworden und es hat mich überhaupt nicht voran gebracht! Ich konnte auf VH nur Konter/Block/Schuss, RH nur Block/Konter, und war am Ende so verzweifelt das ich zu ner glatten Langen Noppe auf der RH greifen musste! Mit dem Konterspiel ist man dem Gegner hoffnungslos ausgeliefert! Entweder er spielt mit und man hat ne Chance, oder er schupft nur, oder er spielt beidseitig Topspin! Dann hat man gelitten! Ich hatte mir zwar zwischendurch durch meine Karriere von der untersten Liga ab angewöhnt auf Schupfs glatt durchschießen zu können, was auch bis zur Kreisliga noch ganz gut ging, allerdings konnte ich das nur auf der VH! Jetzt versuche ich mir schon seit einem Jahr endlich mal einen VH-Topspin beizubringen und kann dank der Noppe auf der RH endlich selbst offensiver Spielen (eigentlich verwunderlich, oder?).
Aus diesen Erfahrungen finde ich das Topspinmodell auf jeden Fall als das praktikabelste, jedoch muss man hier auch Peter recht geben, denn es nutzt gar nix jemandem auf Teufel komm raus auf Offensive trimmen zu wollen! Das muss individuell abgeschätzt werden! Mein allgemeiner Trainingsfahrplan lautet dennoch: Erst sicher kontern, und dann sofort Topspin! Bei den fortgeschrittenen Topspin-Übungen wird dann der Schupf quasi nebenbei mit eingeführt!
Gruß,
Benjy
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