Ich glaube nicht, dass der Noppenzar hier pauschal auf Ausländer einprügeln wollte. Bevor man mir ähnliches vorhält: Ich habe zu den Zeiten der großen Flüchtingswelle aus Syrien in der Flüchtingshilfe mitgeholfen und bis heute Kontakt zu syrischen Flüchtlingen, die ich damals kennengelernt habe.
Zitat:
Zitat von cemundo
Jetzt sollen die Migranten sogar schuldig am Niedergang des Tischtennissports in Deutschland sein.
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Nein, sind sie sicher nicht, und ohne Migranten würde es Deutschland im Allgemeinem und dem TT-Sport im Speziellen sicher nicht besser gehen. Aber das Thema ist es trotzdem wert etwas genauer - "differenzierter" - betrachtet zu werden und nicht direkt mit einem negativen Etikett versehen und abgebügelt zu werden. Mit Blick auf "meine Blase":
In dem Ortsteil, in dem mein Verein angesiedelt ist, liegt der Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei 65%. An der Schule, deren Halle wir nutzen, sind es ca. 80%. Davon stammen wiederum über 80% aus der Türkei, Nordafrika oder dem Nahen Osten. D.h., über die Hälfte aller Kinder haben überwiegend zwei Elternteile aus einem Land, aus einer Kultur, in der Tischtennis quasi keine Rolle spielt. Und genau diese Kinder bekommen wir trotz aller Anstrengungen nicht in unseren Verein. Ungefähr die Hälfte der Kinder und Jugendlichen bei uns haben ausländische Eltern. Sie kommen aus Japan, China, Spanien, Polen, Russland, usw. - aber kein einziger aus Syrien, aus Marokko oder aus der Türkei. Drei von vier jugendliche Vereinsmitglieder wohnen nicht im originären Einzugsbereichs des Vereins, sondern in anderen Ortsteilen.
(Genau das gleiche Bild bei der Herkunft zeigt sich übrigens auch in der erwähnten Liste der Teilnehmer an den DTTB Top 48. Von Namen her würde ich sagen, dass zwei Jungen und kein Mädchen den o.g. Ländern zuzuordnen sind, und die ausländisch klingenden Namen fast alle Richtung Fernost und Osteuropa deuten.)
Daran werden wir / unser Verein nichts ändern können, wir müssen akzeptieren, dass - anders als noch vor 20 Jahren - im Mindset eines sehr großen Teils der Bevölkerung an unserem Standort Tischtennis nicht vorhanden ist. Wir überlegen, ob es eine Lösung sein könnte in eine Halle in einen Ortsteil / an eine Schule mit einem anderem "Kinder-Mix" zu wechseln, um dem negativen Trend bei den jugendlichen Vereinsmitgliedern entgegen wirken zu können. Und das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, sondern ist ein unemotionales und unideologisches Gedankenspiel, um den Verein eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen.
Gruß
Uli