Hallo Leute
Ich konnte es nicht lassen und habe im Lehrplan 2000 Bd. I im ersten Kapitel unter 1.4 doch noch was zur Visuellen Wahrnehmung gefunden.
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Eine gute Vorbereitung des auszuführenden Schlages setzt möglichst viele Informationen über den anfliegenden Ball voraus.
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Da sind wir uns doch alle einig!
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Allein die Geschwindigkeit des Balles erlaubt es dem Spieler nicht immer, genaue Rückschlüsse auf eine optimale Stellung zum Ball zu ziehen...
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Das Erkennen der Geschwindigkeit scheint offenbar recht wichtig zu sein. Umgekehrt kann der Satz so verstanden werden, dass anhand der Geschwindigkeit
oft genau Rückschlüsse gezogen werden können. Es bleibt die Frage nach dem Zusammenhang der Geschwindigkeitswahrnehmung und der eigenen optimalen Stellung.
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Die Beobachtung der Flugbahn des Balls und der gegnerischen Schlagweise sind daher weitere bedeutende Faktoren.
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Jetzt sind schon drei der von diskutieren Faktoren beschrieben, wenn auch nicht erklärt. (Ballgeschwindigkeit, Flugbahn, gegnerischer Schlag). Interessant ist, dass unterschieden wird zwischen Tempo und Flugbahn.
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Der vom Gegner benutzte Schläger und der Absprung des Balles vom Tisch liefern weitere Einschätzungskriterien.
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Hier habe wir den vierten Punkt (Ballabsprung) plus ein neues Kriterium, nämlich das gegnerische Material. Das gegnerische Material mit seinen Spieleigenschaften hat mehr mit Erfahrung zu tun und weniger mit Wahrnehmung, ausser es geht darum, dass wir erkennen, wenn der Materialspieler den Schläger dreht. Diesen Umstand würde ich jedoch zum Kriterium Ballkontakt rechnen (rot oder schwarz).
Zitat:
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Der Spieler muss von Beginn seiner Ausbildung an auf die Notwendigkeit des Beobachtens, der Analyse und der Einschätzung der Flugbahn des Balles hingewiesen werden.
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Wow, hier kommen wir der Sache schon näher. "Von Beginn an" tönt sehr nach Grundlage, nur ob blosses Hinweisen genügt, wage ich zu bezweifeln. Das muss trainiert werden! Ich habe als Nachwuchstrainier wirklich das Problem, dass es kaum zu sehen ist, wie stark sich die Spieler auf den Ball konzentrieren. Vielleicht muss ich da erst einmal ein Auge dafür entwickeln.
Zitat:
Eine der wichtigsten Entscheidungsgrundlagen ist ausserdem die Beobachtung der Stellung und Haltung des Gegners. Sie gestatten Schlussfolgerungen über die mögliche Platzierung des von ihm zu spielenden
Balles.
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Dass es wichtig ist, die Stellung des Gegners zu beobachten würde ich unterschreiben. Ob das wirklich taugt für das Einschätzen der Platzierung wage ich zu bezweifeln. Die Haltung ist noch etwas schwammiger, denn es gibt so viele Haltungen wie es Spieler gibt. Aus der Haltung die Platzierung abzuleiten halte ich für unmöglich.
Zitat:
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Der Spieler kann durch die Beobachtung der gegnerischen Bewegung Informationen über Geschwindigkeit, Rotation und Richtung des anfliegenden Balles erhalten.
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Ich würde mal so sagen, dass die periphär aufgenommen Wahrnehmung der gegnerischen Bewegung die andern Wahrnehmungen noch zusätzlich unterstützen.
Diese ganzen Angaben zur Wahrnehmung sind insgesamt recht undifferenziert. Es entsteht bei mir der Eindruck, dass da alle Faktoren der Wahrnehmung in einen Topf geworfen worden sind. Auch die Tatsache, dass bei Anfängern bloss auf die Wahrnehmung hingewiesen werden soll und das Ganze nicht bewusst trainiert wird, verspricht nichts Gutes. Ich denke sogar der DTTB unterschätzt das Thema und legt sehr grosses Gewicht auf die Schlagtechnik.
Andererseits ist zu sagen, dass wir mit diesem Thread so eine Art Pionierarbeit leisten. Sollten wir tatsächlich auf verbindliche Aussagen stossen, die in der Praxis erprobt wurden, würde ich mich nicht scheuen, dem DTTB unsere Resultate und Trainingsvorschläge zu präsentieren.
Gruss und gute Nacht
Martin