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Neuss Grevenbroicher Zeitung vom 19.02.2005
50 Jahre Tischtennisclub
Verein mit sagenhaften Ursprüngen
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Von Petra Schiffer
Mutter Mäurer hatte Angst um ihren Esstisch, auf dem ihre beiden Söhne Pingpong spielten und verwies sie des Feldes - ob diese Anekdote wirklich die „Geburtsstunde“ des Tischtennisclubs (TTC) Dormagen war oder nach 50 Jahren eine Gründungssage einfach zur Geschichte gehören muss, bleibt ein Geheimnis.
Fakt ist, dass im Jahr 1955 unter der Regie von August Esser zwölf Sportler im Verein „Rasensport Horrem“ eine Tischtennisabteilung gründeten, Jakob Mäurer war das jüngste Mitglied. In diesem Jahr wird das goldene Jubiläum gefeiert. „Wir sind nicht der älteste Tischtennisclub in Dormagen, und es gibt größere und bedeutendere Sportvereine, aber wir sind ein wichtiger Bestandteil in der Dormagener Sportszene und im Leben der Stadt“, sagt der amtierende Vorsitzende Bernhard Böse selbstbewusst.
Der TTC pflege seit den 80-er Jahren die Kontakte zur französischen Partnerstadt St. André, betreibe aktive Jugendarbeit und arbeite mit Grundschulen in der Stadt zusammen. Bereits vor 20 Jahren bot der Verein Nachmittagsgrundkurse in der Christoph-Rensing-Schule an. „Was heute im Rahmen der Offenen Ganztagsgrundschule diskutiert wird, praktizieren wir bereits seit Jahrzehnten“, betont Gründungsmitglied Mäurer.
Zurzeit liefen drei Gruppen für Erst- und Zweitklässler, in denen zunächst über Sportspiele Motorik und Koordinationsfähigkeiten geübt würden, bevor die Kinder an die Tischtennisplatte treten. Weil die Nachwuchsarbeit immer einen Schwerpunkt bildete, ist die Mitgliederzahl stabil. Nach einem Hoch Mitte der 90-er Jahre, als über 200 Sportler im Verein aktiv waren, liegt die Zahl heute bei 186 Mitgliedern.
Sportliche Höhepunkte gab es mehrere: Neben herausragenden Leistungen einzelner Tischtennisspieler zählt der Aufstieg in die Verbandsliga 1974, damals die dritthöchste Liga, zum größten Teamerfolg des Vereins. Dabei waren die Anfänge mehr als spartanisch. Gespielt wurde bei Schuncks im Saal in Horrem. „Wir hatten kein Licht, der Boden war viel zu glatt und wir mussten immer erst den Ofen stochern“, berichtet Mäurer.
Das bedeutete auch, dass keine Bälle gegen den heißen Ofen fliegen durften, weil sie sonst platzten. Wettkämpfe fanden in Kellerräumen statt. Erst acht Jahre später wurde das Training in die Turnhalle der Horremer Grundschule verlegt - und dort wird bis heute gespielt. Die Feier des goldenen Jubiläums verteilt sich über das gesamte Jahr. Der offizielle Festakt mit Ehrungen und Festreden findet am Sonntag, 13. März, im Bürgerhaus Horrem statt.
Die interne Fete steigt am Samstag, 4. Juni. Vorher müssen sich die Mitglieder jedoch sportlich betätigen, denn an dem Wochenende sind die Tischtennisfreunde aus St. André zu Gast und fordern die Dormagener zum Duell. Am 13. August steht nicht zur das 25. August-Esser-Gedächtnisturnier auf dem Programm. Als Ausflug in die Vergangenheit und Erinnerung an die ersten Jahre des Vereins ist auch ein Brettchenturnier geplant, bei dem mit Schlägern wie vor 50 Jahren gespielt wird.
Das Startgeld beträgt eine Mark. Den Schwerpunkt des Vereins in der Zukunft sieht Böse nach wie vor in der Jugendarbeit und im Breitensportangebot. „Wir arbeiten außerdem daran, den Bereich Gesundheitssport und Prävention auszubauen - auch aus finanziellen Gründen“, sagt der Vorsitzende.