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Alt 12.03.2026, 09:13
kritiker2026 kritiker2026 ist offline
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AW: Quo Vadis DTTB?

Zitat:
Zitat von ulim Beitrag anzeigen
Der DTTB ist gemeinnützig und darf Geld nur für in der Satzung festgelegte Zwecke ausgeben. Als da wären:



Geld wird eingenommen durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Herr Thelen darf also dem DTTB beliebige Summen spenden, er bekommt dafür eine Spendenquittung und darf das von seiner Steuer absetzen. Er hat aber keine Kontrolle darüber wofür das Geld ausgegeben wird. Insbesondere darf es nicht ausgegeben werden für den Profisport oder andere kommerzielle Veranstaltungen.

Das ist auch sonnenklar: hier hat jemand (der DTTB) keine Steuern gezahlt für seine Einnahmen. Das geht nur bei Gemeinnützigkeit. Und das wird von der zuständigen Aufsichtsbehörde jährlich kontrolliert und auch das Finanzamt muss alle paar Jahre die Gemeinnützigkeit anhand der vorgelegten Unterlagen wieder neu bestätigen.

Es gibt hier also kaum Missbrauchsmöglichkeiten und sehr wenig Flexibilität und kaum Benefit für Investoren. Deshalb reden wir hier von Spendern - Investoren gehen woanders hin.

Aus diesem Grund nehme ich an, dass Herr Thelen auch nicht den DTTB bespenden möchte, sondern eher mit dem Tischtennissport verbundene kommerzielle Unternehmen unterstützen wird (und dafür bei Erfolg vielleicht auch eine Rendite bekommt).

Insofern ist die ganze Aufregung mit hoher Wahrscheinlichkeit umsonst. Der DTTB wird vielleicht indirekt profitieren durch Herrn Thelen, aber sicher nicht direkt.

Zum Nachlesen §3 der Satzung:
https://www.tischtennis.de/fileadmin...BT_Dez2022.pdf
Das ist rechtlich natürlich völlig richtig: Ein gemeinnütziger e.V. ist kein Investment-Objekt. Aber genau da liegt ja der Hund begraben. Der DTTB macht das ja nicht direkt über den Hauptverein, sondern über seine Tochtergesellschaften wie die TMG (Tischtennis Marketing GmbH).

Wenn dort im offiziellen Bericht steht, dass man mit Thelen 'Marken optimal in Szene setzen' will, dann reden wir eben nicht von einer netten Spende gegen Quittung, sondern von knallhartem Marketing. Die TMG ist eine Firma, die Gewinne machen darf und soll. Und wenn der Verband seine Energie und seine Top-Spieler (die ja im DTTZ trainieren) dafür hergibt, um solche kommerziellen Projekte zu pushen, dann ist das eben eine strategische Entscheidung der Verbandsspitze.

Klar profitiert der DTTB da nur 'indirekt', aber genau das ist doch der Punkt: Die Ressourcen des Verbandes (Trainer, Hallen, Nationalspieler) werden genutzt, um ein Umfeld zu schaffen, das für Investoren in diesem kommerziellen Bereich attraktiv ist.

Das Beispiel Volleyball zeigt ja, dass genau diese Konstrukte, hier der gemeinnützige Verband, dort die ausgegliederte Profi-Vermarktung , oft dazu führen,
dass die Interessen auseinandergehen. Am Ende wird alles auf die 'Marke' optimiert, weil man dort das Geld vermutet, und die Basis im e.V. schaut in die Röhre.
Nur weil es rechtlich sauber getrennt ist, heißt es nicht, dass es keine Auswirkungen auf die Prioritäten im Verband hat.
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