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AW: MKTT-Turniersoftware – Transparenzfrage
Deine eigentliche Frage kann ich nicht beantworten, da müssen Turnierausrichtende ran.
Trotzdem möchte ich globaler antworten, möchte aber zu bedenken geben, dass es ein schmaler Grat ist zwischen euphorischem Entwicklungsgeist für die Sportart und Geschäftsmodellen.
Weil TT auch ein IT-affiner Sport ist, haben besonders am Anfang der Digitalisierung kompetente Menschen oft unentgeltlich Programme/ Tools entwickelt, die bei Turnieren, Ergebniserfassung, Vereins- und Verbandsverwaltung geholfen haben.
Manche haben das kostenlos aus purem Idealismus zur Verfügung gestellt, andere dann eher symbolische Beträge oder einen ersten wirtschaftlich gesehen eher mäßigen Vertrag erhalten. Wenn man sein Geld mit etwas anderem verdient und das eher Hobby und Nebenprodukt ist, dann ok.
So sind natürlich auch viele digitale Inseln entstanden und irgendwann stellt sich dann die Fragen einer gemeinsamen Plattform und Schnittstellen. Modern gedacht offene Schnittstellen und Open Source, um gemeinsam weiterzuentwickeln und bei kommerziellen Fragen beim Ausrollen auch marktgerechten Zugang zu ermöglichen, es faire Ausschreibungen und Vergabe geben kann.
Hier stellen sich dann die spannenden Fragen aus Kollektivinteressen, Individualinteressen, fairen Vergabeverfahren, Beeinflussung, Filz und Vetternwirtschaft.
Ein Verband hat die Aufgabe, eine Lösung für Alle zu suchen. Privatunternehmungen haben Individualinteressen. Menschen in Doppelfunktion (Verbandsfunktionen und Privatfirma) haben beide. Das ist nicht immer geplant, kann aber auch manipulativ geplant sein - Chronik und Netzwerke können hier zur Aufklärung beitragen. Ich möchte hier auch nicht partout böse Absicht unterstellen. Es gibt ja auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen Beispiele, wie Berufung zum Beruf werden kann, und wie Engagement die intrinsische Motivation und das Erkenntnis- und Entwicklungsinteresse fördert. Das kann wachsen. Wichtig sind dann transparente Strukturen und Trennung von Amt und Privatinteresse, mündige Gremien als Kontrollinstanz mit Gesamtblick und Verantwortungsbewusstsein. Um Selbstbereicherung und Auftragsvergabe in die eigene Tasche ohne Marktzugang für Konkurrenz nicht zu begünstigen.
M.E. können die grundsätzlichen Antworten und objektive Kriterien nur offene Schnittstellen, Open Source, transparente Vergabeverfahren und klare Compliance-Richtlinien lauten.
Das mal selbst gewählte und inzwischen entgrenzte und verselbständigte Konstrukt mytt mit Verflechtungen in die Verbände als Gesellschafter und in die Privatwirtschaft hat diese eigentlich logischen Wirkweisen teilweise außer Kraft gesetzt mit der Gefahr, zum (beauftragten) Selbstbedienungsladen zu werden. Hier stellt sich die Frage, ob DTTB + Landesverbände deutlichere Leitplanken setzen und Kriterien als Vorgabe formulieren - oder es sich selbst überlassen.
Auch bei anderen privaten Anbietern von Soft-/ Hardware liest und hört man dann doch recht schnell individuelle Marktinteressen heraus, auch wenn aus einer vermeintlich kollektiven Haltung argumentiert wird. Gar nicht so einfach. Es gibt nicht die eindeutig Guten und Bösen. Umso wichtiger sind offene Schnittstellen und klare Vergabe-Richtlinien, wie sie in gemeinnützigen Institutionen eigentlich selbstverständlich sein sollten.
MKTT-Turniersoftware wurde m.E. vor längerer Zeit mal aus der idealistischen Ecke entwickelt. Wäre für mich auch voll ok, wenn sie für eine funktionierende Software dann auch irgendwann fair entlohnt würden.
Korrigiert mich, ich habe hier auch nur Halbwissen.
Digitale Infrastruktur ist ja erst einmal Verbandsaufgabe und dort sollten dann Kosten für Turniersoftware von i.d.R. offiziellen Verbandsveranstaltungen aller Ebenen verbucht werden (oder ggf. Kosten weitergegeben werden, was ich aber verkehrt fände, sollte per Umlage im Haushalt eingepreist sein).
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Nichts bleibt wie es wird!
Mephisto
TSG Oberrad
Geändert von Mephisto (12.03.2026 um 14:23 Uhr)
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