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Alt 27.02.2005, 14:27
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martinspin ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Es gibt Tage, da läuft aber auch wirklich gar nicht?

Hi IceThunder


Zitat:
Zitat von IceThunder
könnt ihr mir einen oder mehrere tipps geben, wie ich mich einzig und alleiln auf das spiel konzentriere und nicht im hinterkopf habe, wie gut meine bilanz ist, wenn ich dieses spiel gewinne bzw. verliere?

wäre nämlich noch wichtig für mein letztes herren-spiel. darf nur noch einmal ersatz spielen (hab schon zu oft) und möchte nochmal 2 spiele gewinnen. wenn ich mir dann aber sage, "du hast jetzt 12:4. wenn du gewinnst, 14:4, andernfalls 13:5 oder 12:6...", dann wird das ganz schwer...

Stoney hat in seinem letzten Beitrag schon fast alles gesagt. Sobald die Vergangenheit oder die Zukunft, was das Abschneiden betrifft zu dominieren beginnt, spielen wir unkonzentrierter und damit schlechter.

Für solche Probleme gibt es nur eine Lösung: Im "Hier und Jetzt" zu spielen lernen. Von Punkt zu Punkt, von Satz zu Satz, von Match zu Match, von VR zu RR, von Saision zu Saison.

Egal was der Punkt, der Satz, der Match, die Runde oder die Saison gebrachten haben, volle Konzentration auf den nächsten Schritt ist gefragt. Alles andere lenkt ab. Mit dieser Einstellung fliesst's und so macht's auch Spass.


Im TT habe meiner Erfahrung nach die meisten Spieler mehr oder weniger die gleiche Schwierigkeit mit dem "Hier und Jetzt".

Wenn wir die Karriere von Timo Boll betrachten, ging das doch bergauf und nochmals bergauf. Als er dann für eine gewisse Zeit die Nr. 1 der Welt war, spielte er mit soviel Selbstvertrauen, dass er z.T. mühelos die Besten der Welt geschlagen hat. Wie das halt so ist mit der Nr. 1, alle wollen dich besiegen und du wirst gejagt, bis es tatsächlicher einer schafft und dann noch einer usw.

Wenn sich jetzt so einer wie Timo zum Ziel gesetzt hat, an der WM in Paris Weltmeister zu werden, besteht da schon ordentlich Druck. Im Geiste konzentriert er sich vielleicht schon auf die Finalspiele und verliert dann prompt im 8tel-Final gegen einen bis da eher unbekannten jungen Chinesen. Hätte er nur von Match zu Match gespielt und sich nicht der Selbsüberschätzungen hingegeben (Timo hat doch bis zum Schluss an den Sieg geglaubt. Darum hat er auch so lange kein Timeout genommen im 7. Satz), hätte er nie und nimmer gegen Qiu Yike verloren, der momentan gerade mal die Nr. 34 der Welt ist.

Leute, die oft verlieren, beginnen an ihren Fähigkeiten zu zweifeln und spielen in letzter Konsequenz tatsächlich schlechter. Leute, die oft gewinnen, beginnen sich zu überschätzen und spielen bei gewissen Spielen. wo sievom Gegner gefordert werden, tatsächlich und unerwartet auch schlechter.

Die ganze Psychologie hilft nichts im Match. Es gilt einfach nur, sich auf den nächsten Punkt und Satz zu konzentrieren, wobei es egal ist, ob der Gegner scheinbar stärker oder schwächer ist.


Gruss
Martin
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Geändert von martinspin (27.02.2005 um 15:13 Uhr)
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