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Zitat von Mephistopheles
Die Frage um die wir uns hier doch eigentlich drehen ist doch irgendwie auch:
Warum dürfen die Kreise auf ihr Kreisgebiet und die entsprechenden Internen Spielklassen beschränkt keine Regelungen treffen, die die WO des WTTV in bestimmten Punkten außer Kraft setzen ?
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So einfach stellt sich aus meiner Sicht die Frage nicht und kann folglich nicht in einem Satz beantwortet werden. Im Übrigen hat Fastest115 dazu schon viel Kluges geschrieben.
Unterscheiden wir die a) pragmatische von der b) rechtlichen Seite des Problems:
a) In einem früheren Posting hatte ich bereits geschrieben, daß es dem Verband herzlich egal gewesen wäre und seit HJV und Kreistag 2004 auch gewesen ist, was wir Lipper (die "echten" wie die h.c.) kreisintern und ohne Auwirkungen auf Bezirks- und Verbandsebene geregelt und getrieben haben.
Solange kein Beschwerdeführer auftrat, sah der Verband offenbar keine Veranlassung zu richten, wenn ihm die lippischen Regelungen überhaupt bekannt gewesen sind. Überspitzt: wir hätten intern einstimmig beschließen können, daß über den Aufstieg in die Herren-KL nicht das sportliche Ergebnis der 1. KK G1 und G2 am Ende der Saison entscheiden soll sondern das Ergebnis eines Knobelabends im Anschluß an den Kreistag. Man hätte uns sicher für bekloppt erklärt aber eventuell achselzuckend machen lassen: "Total plemplem, aber solange die das alle so haben möchten." - Hätten wir dagegen - immer noch kreisintern - beschlossen, das Aufstiegsrecht zur BK in gleicher Weise auszuwürfeln, wären Bezirk OWL und im Anschluß der Verband wohl hellhörig geworden und hätten uns ein unvermutet großes Interesse entgegengebracht

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Mit Eingang der aktuellen Beschwerde beim Verband verlor die Angelegenheit ihren rein pragmatisch zu wertenden Charakter mit bloß lokalem Bezug, weil sich intern offenbar nicht mehr alle einig waren. Unter den Umständen konnte der WTTV nur noch auf der Einhaltung der WO bestehen, wenn der Verbandsvorstand nicht selbst pflichtwidrig handeln wollte. - Ist mir lieber, daß die Gliederungen Streit- und Zweifelsfälle nach allgemein bekannten Grundsätzen und Regeln (d. h. nicht, daß jeder Einzelne sie tatsächlich kennt, sondern daß jeder sie kennen kann und sich Unkenntnis als eigenes Versäumnis zurechnen lassen muß) zu schlichten versuchen, als daß vollkommen unvorhersehbare Entscheidungen ergehen. Das gilt ausdrücklich selbst in den Fällen, in denen ich einzelne Regelungen inhaltlich für verbesserungsfähig oder schlichtweg für Blödsinn halte. Die Regeln lassen sich nämlich ändern - in dem von Satzung und WO vorgesehenen Verfahren.
b) Rechtlich ist zu unterscheiden zwischen aa) "echten Lücken" und bb) "in den Einzelheiten durch die lokalen Gremien ausfüllbaren Rahmenbestimmungen".
In den Fällen unter aa) existiert keine Regelung, und wir, aber im Zweifel auch nur Du allein oder mit Deinen Vereinskameraden/-innen, können machen, was wir wollen. Natürlich nur, solange und soweit unsere Willkür nicht doch wieder mit bestehenden Regeln kollidiert (SEHR GROSSER SEUFZER!).
Mit einem Fall von bb) haben wir es hier zu tun. Die WO enthält in A-11.7.2. eine Rahmenregel, die die Kreisversammlungen ausfüllen können aber nicht müssen. Die Rahmenregel umfaßt nicht die Befugnis, den gesetzten Rahmen zu überschreiten oder die Regel außer Kraft zu setzen.
Noch einmal: niemand von uns muß in einem Verein spielen, der Mitglied des WTTV ist. Jedem Mitgliedsverein ist es unbenommen, den WTTV zu verlassen; allein oder z. B. gemeinsam mit allen anderen Vereinen im bisherigen Kreis Lippe (Ausnahme: TTV Lage-Sylbach

). Jeder Verein kann sich um Mitgliedschaft in einem anderen Verband bemühen, z. B. dem TTVN. Wir könnten auch außerhalb der bestehenden Verbände unser "ganz eigenes Ding drehen". Die Möglichkeiten stehen jedem offen, der den vorliegenden Fall für empörend und wichtig genug hält. Nur eines können wir vernünftigerweise nicht: nämlich glauben, daß wir den Kuchen gleichzeitig essen und für später aufbewahren könnten.
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Zitat von Mephistopheles
... nach Richtlinien spielen müssen, die irgendwo und irgendwann in unkenntniss der lokalen Realitäten getroffen worden sind. Klar müssen einige Dinge von oben beschlossen und einheitlich gehalten werden, z.B. die "eigentlichen Spielregeln" die auch überall Problemlos einhaltbar sind.
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a) An der Erarbeitung der zur Zeit geltenden WO waren weder Fred Feuerstein noch Barnie Geröllheimer oder Ötzi beteiligt

; die letzte Überarbeitung stammt vom Juni 2004 und wurde vom Beirat des WTTV vorgenommen, dem höchsten Beschlußgremium zwischen den Verbandstagen (vgl. § 20 der WTTV-Satzung).
b) Zum Thema Unkenntnis der örtlichen Gegebenheiten siehe unten.
c) Wer zieht die Grenze zwischen dem, was "von oben" geregelt werden muß/soll und dem Rest?
d) Wenn ich mir einige Spiellokale so ansehe oder Sportkameraden beim Aufschlag beobachte, kommen mir Zweifel, ob die "eigentlichen Spielregeln" wirklich überall und von allen "problemlos einhaltbar" sind

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Zitat von Mephistopheles
Wenn es jetzt aber regularien gibt, die lokal, z.B. im kleinen Lippe, keinen Sinn machen, warum ...
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So ärgerlich die Sache für die Betroffenen ist, und so sehr sie einige von uns auf die Palme bringen mag, weil sie z. B. den Beschwerdeführer persönlich so sehr schätzen wie, sagen wir, Fußpilz: Wir betrachten ein echtes Minderheitenproblem. Früher schon geschrieben: soweit mir bekannt sind momentan 3 Vereine mit je 1 (oder 2 im Falle Silixen?) Dame/n oberhalb 3. KK akut betroffen. Wie es in der 3. KK und dort bei Vereinen mit Aufstiegschancen aussieht, weiß ich nicht. - Fastest hat in diversen Postings - und im nächtlichen PN-Verkehr - seine Phantasie bemüht, um klarzumachen, welche möglichen Probleme sich einstellen
können,
nicht müssen, für den Fall einer WO-Änderung im Sinne der bisherigen lippischen Bestimmung oder einer kompletten Freigabe. Auch das, und Dirk betont das immer wieder, blieben natürlich Angelegenheiten für eine kleine Zahl von Betroffenen. Für die wäre es dann aber eventuell nicht weniger ärgerlich als es jetzt für die Freunde aus Silixen und die anderen ist. Mir ist ein Extremfall am Niederrhein bekannt...
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Zitat von Mephistopheles
Und mal ehrlich, wann hat sich zuletzt ein WTTV-Offizieller freiwillig nach Lippe verirrt um sich über die "Lage vor Ort" zu informieren?
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Große Teile der "Galerie" habe ich zuletzt bei den DJM 2004 in der Halle Werl-Aspe gesehen. Allerdings waren sie nicht da, um sich ausdrücklich nach der Befindlichkeit der Lipper zu erkundigen. Der letzte "Spitzenfunktionär" des WTTV hat das gesamte Kreisgebiet Lippe in Nord-Süd-Richtung und retour vermutlich am Freitagnachmittag und -abend durchmessen: Heinz Fröhlke, Porta Westfalica, Vorsitzender Spruchausschuss Ost, auf dem Weg zum OSR-Einsatz bei Bad Driburgs BL-Damen. Heinz dürfte sich an dem Tag aber im Wesentlichen für den Straßenzustand interessiert haben

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Guck Dir bitte auf der HP des WTTV die Besetzung der Funktionärsposten an, und Du wirst feststellen, daß die wenigsten aus rheinischen "Metropolen" stammen, deren Stadtgebiet sie noch nie verlassen haben. Das sind zumeist Ehrenamtler wie Du und ich, die über teilweise jahrzehntelanges Engagement vor Ort (und eben nicht
wegen fortgeschrittener Paralyse!) in zusätzliche Funktionen beim Verband gewählt wurden. Die kommen aus der Pampa, leben in der Pampa, sind zum Teil heute noch in unteren Klassen der TT-Pampa sportlich aktiv. Nur zwei Beispiele: 1. der Sportwart und Vorsitzende des für Auslegungen der WO zuständigen Sportausschusses heißt Manfred Sauerbrei und kommt aus Bad Oeynhausen, 2. der für Organisation und Verwaltung zuständige Beisitzer im SR-Ausschuss heißt Bernhard Karau (Intern. SR), wohnt in Paderborn und spielt selbst 2. oder 3. KK. - Der oben genannte Heinz Fröhlke (DTTB-SR) hat die Spielberechtigung für SuS Veltheim.
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Zitat von Mephistopheles
@Rainer:
Dirk ist halt einfach noch nicht lange genug in Lippe im Einsatz um zu wissen, das Düsseldorf verdammt weit weg ist 
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Da sagst Du in Teilen etwas sehr Wahres. Aus der Perspektive der Rheinprovinz - egal ob Düsseldorf oder Duisburg - beginnt allerspätestens am östlichen Stadtrand von Dortmund die Tundra, das Reich der Moose und Flechten, unbewohnbare Steppe, die bis zur Pazifikküste nur von einzelnen Außenposten der Zivilisation unterbrochen wird, an denen man die Pferde wechseln kann: Hannover

, Berlin, Moskau, Irkutsk, Endstation Wladiwostok. Deshalb wird, wie ich hörte, Sweety Ganina ihren Wohnsitz in Deutschland behalten, obwohl sie in der nächsten Saison für die Mannschaft der Endstation am Stillen Ozean

aufschlägt. Ist man erst einmal östlich von Dortmund... Der Rest: kommt nicht drauf an, kann sowieso keiner unterscheiden

. - Den zu uns verirrten "Missionar der Lipper" würde ich, Dein und der TTG Einverständnis vorausgesetzt, gern persönlich bei Euch in Klüt kennenlernen, auch wenn ein Wechsel zu Euch für mich z. Zt. nicht in Frage kommt (s. Deinen Thread Spielersuche, s. Eure Homepage). Rein von der Fahrtstrecke würde ich 2005/2006 lieber für Victoria Dehme in der Damen-VL in die Box gehen, wenn die Mädels mich wollen
und die WO es dann schon erlaubt

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Gruß,
Rainer