Ich glaube, die Art des Sportes trägt auch dazu bei. Im Fußball oder Handball z.B.geht es nun mal manchmal darum, den Kopf abzuschalten, zu rennen und zu kämpfen (war nicht beleidigend gemeint).
Außerdem kann auch der ständige Körperkontakt und die kleineren taktischen Fouls (die ja auch durchaus trainiert werden) dazu beitragen, daß sich bei den Spielern eine gewisse Aggression aufbaut, die sich dann manchmal entlädt.
Außerdem habe ich manchmal das Gefühl, daß der durchschnittliche Tischtennisspieler im Vergleich zu vielen anderen Sportarten eher intelligenter ist. (Ich hoffe, daß klingt jetzt nicht zu überheblich. Aber schaut doch mal, wie hoch z.B. der Akademikeranteil im TT ist.)
Und ich denke, zum Fairplay gehört eben auch ein gewisses Maß an "sozialer" bzw. "emotionaler" Intelligenz.
Ein letzter Punkt ist auch noch, daß TT eben doch eher eine Einzelsportart ist, auch wenn es den Mannschaftsspielbetrieb gibt. Bei typischen Mannschaftssportarten wird oft ein gewissen Feindbild aufgebaut, "Wir gegen die !", teilweise unbewußt, teilweise aber auch vom Trainer gesteuert.
Und ein solches Feinbild, gepaart mit einem übermäßigen Pflichtbewußtsein gegenüber der Mannschaft (Gruppenzwang ?) läßt eine faire Geste, die einem einen Nachteil verschaffen würde, sehr schwierig werden.
Zu allerletzt verstärken sich solche Tendenzen auch noch selbständig. TT gilt als sehr fairer Sport, er zieht also auch Leute an, die eben mehr Wert auf Fairness legen und schon gibt es wieder mehr faire TT-Spieler.
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Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß, ob sie wiederkommen. (Oscar Wilde)
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