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Schlägerwechsel=Bagatelle oder nicht?
Die Vorgeschichte:
Vor 6 Monaten hatten wir ein Auswärtsspiel bei der Mannschaft x.
Ich musste beim Stand von 8:6 für uns gegen einen besseren Hobbyspieler ran.
Der erste und zweite Satz gingen recht klar an mich.
Beim Seitenwechsel zum dritten sagte mir der Gegner, er würde jetzt den Schläger wechseln.
Verdutzt schaute ich mir den neuen Schläger an, nun mit Noppen auf der Rückhand, der andere war glatt, bemerkte, daß ich denke dass das nicht zulässig wäre einfach so den Schläger zu wechseln, er entgegnete doch es wäre erlaubt. Ich liess mich auf keine Diskussion ein und dachte mir das gewinne ich auch so, was dann auch geschah.
Am nächsten Tag machte ich mich im Regelbuch schlau und wie ihr sicher alle wisst war ich im Recht.
Kurzfassung für alle die, die es noch nicht wissen:
Der Schläger darf nur bei Beschädigung gewechselt werden, allerdings auch nur bei unabsichtlicher Beschädigung und nur dann.
Vergangenes Wochenende dann trug sich das folgende zu:
Heimspiel gegen Mannschaft y.
Haushohe Führung für uns, ich wiederum gegen einen besseren Hobbyspieler.
Der kommt gleich mit 2 Schlägern an den Tisch.
Ich schaue mir die beiden Schläger an, einer mit glatten Belägen, einer mit kurzen Noppen auf der Rückhand und frage ihn mit einer lustig gemeinten Bemerkung, ob ihm einer nicht reicht zum spielen, er antwortet, er müsste die 2 Schläger ausprobieren, dann entscheide er mit welchem er spielt. Soweit so gut dachte ich mir und verkniff mir, ihn auf die Regeln bzgl. Schlägerwechseln hinzuweisen. Ein Fehler wie sich noch zeigen sollte.
Nach einem klaren ersten Satz für mich und einer ebenso klaren Führung im zweiten sagte er mir, er wechsle nun den Schläger! Ich natürlich sofort darauf hingewiesen dass das so nicht den Regeln entspräche. Er meinte doch, da er beide am Tisch dabei habe. Daraufhin habe ich ihm die Regel kurz aber genau erklärt und ihn darauf hin gewiesen, dass es Regeln gibt, die dazu da sind eingehalten zu werden, woraufhin er sich beleidigt umdrehte mit der Bemerkung „gut, dann zieh ich dich halt so ab!“ und mit seinem alten Schläger weiterspielte! Was für ein Witzbold.
Der zweite Satz ging dann ebenfalls klar an mich, woraufhin der Experte mir beim Seitenwechsel offenbarte, dass er nun doch den Schläger wechsle. Ich sagte ihm nochmals dass er das nicht darf und stellte es ihm frei es zu lassen oder doch zu tun und mit den Konsequenzen klar kommen zu müssen! Er wechselte, meinte:" dann leg doch Protest ein!", ich gewann wieder klar.
Im Anschluss musste ich mir dann jede Menge dumme Bemerkungen der Gegner anhören, was mich nicht sonderlich tangierte oder ärgerte aber zumindest zum Nachdenken anregte.
Bin ich ein Paragraphenreiter?
Ich meine nein!
Schließlich sind Regeln nicht zum Spaß da und ihre Einhaltung gehört auch zum Sport. Das ganze wird doch nicht dadurch außer Kraft gesetzt nur weil der Leistungsunterschied zwischen zwei Gegnern so groß ist!
Wenn im Fußball die Bayern gegen Barfuss Jerusalem spielen dürfen die doch auch nicht mit 15 Mann spielen damit der Sieg nicht so deutlich ausfällt!
Oder sollte man bei schwächeren Gegnern über solche „Kinkerlitzchen“ hinwegsehen?
Was meint ihr dazu?
Gruss
Raven
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