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Zitat von martinspin
Hallo Leute
Hab gestern an einem Punktespiel wieder feststellen müssen, dass ich im entscheidenden 5. Satz auf Sicherheit spiele und tüchtig am schupfen und blocken bin.
Ich kann mir noch so vornehmen, aggressiv zu spielen, ich trau mich in etnscheidenden Momenten einfach nicht. Ich hatte auch schon bessere Tage, wo ich bis zum Schluss aggressiv spielte. Das ist wohl keine mentale Kiste sondern eine Psychische.
Ich denke OFF spielen ist stark von einer stabilen Psyche abhängig. Wenn mir die Spielstände zu wichtig sind, stelle ich halt auf ALL oder sogar DEF um. Ich brauche in diesem Punkt unbedingt Stabilität und eine völlige Loslösung von Spielständen, verlorenen Sätzen und Matches und von Phasen wo's nicht so doll läuft.
Frage an alle OFF-Spieler: Wie kriegt ihr eure Psyche in schwierigen Situationen oder Phasen in den Griff?
Gruss
Martin
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Die Lösung setzt schon früher an. Agressiv spielen ist eine Sache, aber in entscheidenden Momenten den entscheidenden Ball - mit dem damit verbundenen Risiko - zu spielen, kann man vielleicht lernen. Ich bin mir da aber nicht sicher.
Ich habe da kein allgemeingültiges Rezept. Bei mir war das ein bisschen anders, trotzdem ist da ein wichtiger Punkt.
Irgendwann habe ich in meiner Mannschaft Platz für junge Spieler gemacht und 2 Klassen tiefer gespielt. Fand ich spielerisch nicht so prickelnd und weil es mir so wurscht(!) war, habe ich einfach nur noch bedingungslos offensiv gespielt. Seit dem spiele ich halt so und bin seit dem auch völlig(!) frei von dem Umstand, dass der kommende Ball das Spiel entscheiden könnte. In der nächsten Stufe war es dann so, dass ich in solchen Situationen schon auf den entscheidenden Ballwechsel hinspielte. Risiko interessiert mich dann nicht mehr, weil ich solche Gelegenheiten zu oft für mich entscheiden konnte und Bälle auf Spielgewinn spiele, die ich sonst nur mit hoher Fehlerquote hinkriege.
Es macht mir übrigens garnichts(!), wenn es schief geht.
Selbst wenn ich schlecht spiele und komme so weit, spiele ich wieder mit Risiko. Für mich lohnt sich das in der Summe immer.
Ich bin davon überzeugt es ist Charaktersache. meine TT-Laufbahn begann ich als Abwehrspieler mit VH-Rotationsspins. In entscheidenden Momenten war ich passiv dem Tun des Gegners ausgesetzt. Das hat mehr in mir gefressen als schlimm schlecht zu spielen. Ich muss es selbst tun oder so riskant auf (relativ) hohem Niveau spielen, dass des Gegners Fehler kommt.
Das kann nicht allgemein gültig sein! Ich frage mich eh, wieso Du nicht dein ALL/OFF Spiel in Gänze akzeptierst (mit den Stärken und Schwächen) bzw. nicht spielst wonach dir ist!
Letzteres geht nicht immer, ich hatte immer den Drang ein Spiel zu kultivieren, das sich als Spielen bezeichnen lässt. Leider ist es grundsätzlich vergeblich, ich kann es einfach nicht! Aber den Killerball und kurzfristig über meine Verhältnisse spielen, das kann ich. Das hätte man sogar schon in der Jugend sehen können, aber wegen meiner üblicherweise schlechten Kontrolle bekam ich langsames, "kontrolliertes" Material und spielte in der Not und mit der Absicht zu "Spielen" Abwehr. Meine heutige Stärke Block/Konter war schon wegen des Spielsystems, aber auch Materials lange einfach nur ein Totalschaden. Dumm gelaufen, aber es ist nur Hobby und mehr als im Bezirk spielen wäre es eh nie geworden.
Gruß, Nik