Einzelnen Beitrag anzeigen
  #4  
Alt 03.03.2005, 13:06
pittje pittje ist offline
registrierter Besucher
Forenmitglied
 
Registriert seit: 11.05.2004
Beiträge: 187
pittje befindet sich auf einem aufstrebenden Ast (Renommeepunkte mindestens +40)
AW: Tischtennis in der DDR

Tischtennis in der DDR ist ein unglaublich interessantes Kapitel der deutschen Sportgeschichte und in einem Bericht zum 75-jährigen Jubiläum des DTTB ausgezeichnet dokumentiert. Bis Ende der 60er Jahre verfügte die DDR über ausgezeichnete Spitzenspieler, deren Erfolge bei internationalen Meisterschaften und Turnieren mit denen der Westkonkurrenz durchaus mithalten konnten (z.B. Gaby Geissler erreichte das WM-Finale der Damen 1969, Heinz Schneider stand im Halbfinale 1957). Ab diesem Zeitpunkt begann die DDR-Führung sich auf Sportarten zu konzentrieren, die olympische Medalien versprachen, und bei denen eine Person möglichst mehrere Medallien abräumen konnte (z.B. Schwimmen, Leichtathletik, Geräteturnen). Tischtennis wurde kurzerhand als nicht förderungswürdig eingestuft und Spieler fortan nicht mehr auf internationale Turniere geschickt (unfassbar!). Tischtennis blieb aber ein sehr beliebter Hobbysport in der DDR, nur ging die rasante Entwicklung bzgl. Material und Technik durch den fehlenden Außenkontakt völlig an der DDR vorbei und das Land fiel vom Niveau her schnell zurück. Anständige Beläge waren in der DDR kaum zu bekommen, glücklich war, wer Westverwandschaft hatte.
Wie gesagt, den Bericht im DTTB-Jubiläumsband kann ich nur empfehlen!
Mit Zitat antworten