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Alt 16.08.2001, 10:00
tim0000 tim0000 ist offline
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@thomas wetzel

Ich denke, daß Du einen wichtigen Aspekt vergißt. Während die Spieler aus dem Ostblock, die nur zu den Spielen angereist kommen von dem in Deutschland verdienten Geld in ihren Heimatländern sehr gut leben können, ist dies bei den deutschen Spielern nicht der Fall. Deshalb fällt es den ausländischen Spielern auch nicht so schwer, sich für eine Profikarriere zu entscheiden und dementsprechend zwei Mal täglich zu trainieren. Die deutschen Spieler dagegen müssen sich nach einer alternativen berulichen Zukunft umsehen, da sie von mit Tischtennis verdienten Geld nicht so lange auskommen. Aufgrund dieser Problematik bietet sich ein ausländischer Spieler(aus Osteuropa) für weniger Geld als ein von der Spielstärke vergleichbarer Spieler an. Viele Vereine verpflichten dann den kostengünstigeren osteuropäischen Spieler. Dadurch sind in den letzten Jahren die Verdienstmöglichkeiten für deutsche Spieler im Tischtennis rapide gesunken und es fällt den hoffnungsvollen Talenten immer schwerer, voll auf Tischtennis zu setzen. Dies wäre aber nötig, um sich gegen die internationale Konkurrenz durchzusetzen. Früher als noch die Regelung mit einem "echten"Ausländer plus einem EU-Ausländer galt trainierten viel mehr deutsche Spieler unter Profibedingungen, da sie mit Tischtennis weit mehr Geld verdienten.

Die Gleichstellung aller Spieler aus EU-Vollmitgliedsstaaten ist auch nicht problematisch, denn ein Schwede, Däne, Franzose, Spanier braucht in seinem Heimatland zum leben mindestens genau so viel Geld wie ein Deutscher, hinzu kommen seine Reisekosten. Er wird demzufolge kaum bereit sein, für weniger Geld als ein vergleichbarer deutscher Spieler zu spielen.
So lange das Preisgefälle im Vergleich zu Osteuropa noch so groß ist, wird es auch noch einige Zeit dauern, bis diese Staaten als Vollmitglieder in die EU aufgenommen werden. Und so lange dies nicht der Fall ist, sollten die Spieler aus diesen Staaten auch nicht die gleiche Behandlung wie ein deutscher Spieler genießen.

Ich weiß, daß dies einigen Vereinen nicht passen wird, da sie lieber bessere osteuropäische Spieler als genauso teure etwas schlechtere deutsche Spieler verpflichten. Ich denke, daß der DTTB aus den oben genannten Gründen mit der neuen Ausländer-Regelung einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat und hoffe, daß diese Regelung auch den Klagen einiger Vereine+Spieler vor den Gerichten standhält. Vielleicht ist dies ja auch ein Ansatz für die Förderung des deutschen Nachwuchs.

P.S.: ich bin keinesfalls ausländerfeindlich, sondern sehe nur die Probleme für die deutschen Nachwuchsspieler.
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