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Alt 16.08.2001, 22:35
Michael Frey Michael Frey ist offline
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Michael Frey ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Nachdem mich ml so nett gebeten hat, auch mal was dazu zu schreiben, kann ich schlecht nein sagen. Auch ich verfolge die Diskussion schon interessiert.

Der Grund, warum ich noch nichts geschrieben habe, ist, dass ich auf das Urteil des DTTB-Bundesgerichts warten wollte.

Die Diskussion, ob "Aufwandsentschädigungen" nur das sind, was derjenige tatsächlich aufgewendet hat oder unter gewissen Umständen tatsächlich mehr, kann man beantworten. Im Wortsinne kann nur der Aufwand entschädigt werden, der tatsächlich entstanden ist. Im Steuerrecht kann es aufgrund von Pausch-Beträgen und weiterer Ausnahmen/Vereinfachungen durchaus sein, dass die "Aufwandsentschädigung" höher ist (insbesondere dann, wenn man zB deutsche Pauschsätze auf Aufwendungen anwendet, die im billigeren osteuropäischen Ausland angefallen sind. Dies ist rechtlich zulässig.
So glaube ich, ist wenigstens die Grundlinie. Da ich kein Steuerrechtsexperte bin, möchte ich mich nicht in Details verlieren, die dann womöglich falsch sind.

Immer wieder kommt in der Diskussion das Argument à la "wochenendliche Busladungen vom Tschechen machen die Jugendförderung kaputt" und das Gegenargument "Unsere Ausländer wohnen und trainieren bei uns und leisten einen Großteil unserer Jugendarbeit"

Beides richtige Argumente, och nicht wirklich gegensätzlich.
Ich meine, die Vereine, bei denen ausländische Profis vor Ort wohnen, arbeiten (auch angemeldet und versichert sind) und Jugendförderung betreiben , sollte der DTTB nicht durch irgendwelche Regelungen torpedieren. Gerade in einer Zeit, in der die Zuschüsse an die Sportverbände sinken, ist es dringend erforderlich, dass Vereine Konzepte entwickeln, um dennoch eine gute Nachwuchsarbeit zu machen.
Die bisherigen Ausländerregelungen, die an den Einsatz knüpfen, waren reines Rasenmäherprinzip und haben die misbilligeswerten Busladungsausländer mit dem anderen Konzept a la DJK Offenburg oder Wehr, die so glaube ich, in der Diskussion einhellig positiv aufgenommen worden sind, gleich behandelt, obwohl die Wirkungen für den Nachwuchs völlig gegensätzlich waren. In unserer zweiten Herrenmannschaft (RL) spielen vier taltentierte Nachwuchsspieler, in unserer Damen-RL-Mannschaft zwei Jugendliche Talente. Solange der DTTB uns dieses Konzept gefährdet (was einen ziemlichen Eingriff in die Vereinsautonomie, in Art 12 GG darstellt), werden wir auch dagegen vorgehen.

Soweit mal von mir
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"Glut wird alles, was ich fasse,
Asche alles was ich lasse,
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(Nietzsche)
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