1. Bundesliga Frauen, letzte Saison: Beim Spiel zwischen Coesfeld und Soest war ich Coach von Renata Strbikova gegen Soests Wang Aimei. Strbi hatte im 2. Satz die Gelbe Karte bekommen, schien aber nun im 3. Satz bei 18:11-Führung auf der Siegerstraße, bis Punkt auf Punkt verloren ging. Einen verschlagenen Ball bei 18:17 quittierte der Schiedsrichter damit, daß er zunächst auf 18:18 und dann – ohne für mich erkennbaren Grund – auf 18:19 entschied (also Führung für Aimei), da er für ein nach seiner Beurteilung unsportliches Verhalten von Strbi Wang Aimei den hierfür im Regelwerk vorgesehenen Punkt zusprach.
Strbi begann daraufhin eine Diskussion mit dem Schiedsrichter, die ich zwar inhaltlich nicht verfolgen konnte, weil ich zu weit weg saß, die mir aber Angst machte, nun könnte der Schiri für das nächste unsportliche Verhalten zwei weitere Punkte an Wang Aimei vergeben – und damit wäre die Partie zu Ende gewesen. Nach kurzem Gespräch zwischen Strbi und dem Schiri wurde die Partie jedoch fortgesetzt.
Hinterher haben mir beide übereinstimmend erzählt, was sich zugetragen hatte. Den „Strafpunkt” zum 18:19 hatte der Schiedsrichter vergeben, weil Strbi – bereits zum wiederholten Mal in diese Partie und für ihn laut vernehmlich – „ficken” gerufen hatte. Seinen Hinweis, das ginge nun mal nicht, konterte sie mit der Argumentation: „Wieso nicht? Ist doch ganz normal, macht doch jeder! Ich ficke, du fickst...” Darauf der Schiri trocken: „Aber nicht in der Halle.” So geschehen bei 19:18 im Entscheidungssatz. Das nenne ich einen coolen Schiedsrichter.
Rahul
P.S.: Strbi hat gewonnen
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