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Zitat von Hurz67
Vielleicht sollten wir nicht versuchen, die Spielsysteme in Schubladen zu stecken, sondern uns individuell sehen, mit allen Stärken und Schwächen, die unser Schlagrepertoire und unsere Strategie zu einem (hoffentlich) kompletten Spielsystem kombiniert.
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JA!!!
Ich schrieb an anderer Stelle bereits:
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Zitat von Nacki
Vorteile eines "eindeutigen Spielsystems" wurden ja schon genannt. Ich würde aber etwas anders an die Sache rangehen. Dabei ist es imho völlig egal, wie das Kind heißt, jeder sollte (und wird in gewisser Weise auch) sein eigenes individuelles System entwickeln und beherrschen. Viel gelobt wird allseits die große Vielfalt im Tischtennis in Material, Technik und Taktik usw., warum wird nun hier versucht, Leute in ein Schema wie OFF+ oder ALL- zu pressen?
Ist Tischtennis nicht zu komplex dazu?
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Zitat von martinspin
Hallo Leute
Je länger ich mich mit den Spielsystemen beschäftige, umso verwirrter bin ich :confused:
OFF und DEF in der klassichen Form sind für mich erfassbar. Es sind beides Systeme, die relativ unabhängig vom gegnererischen Spielsystem gespielt werden.
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Das ist auch verwirrend, weil vieles nicht eindeutig und klar zuordbar ist. Deinen Versuch, einfach mal flugs einen Fragebogen zu erstellen, finde ich in gewisser Weise auch süß, aber leider in der Form auch zum Scheitern verurteilt. Wenn es Dir aber hilft, wie Du gerne schreibst, daß Dir durch die von Dir erstellen Threads und die Diskussionen vieles klarer wird, okay.
Nicht verwunderlich ist, daß man OFF und DEF voneinander unterscheiden kann. System ist vielleicht auch das falsche Wort. Strategie ist treffender. Man kann ja zum Beispiel mit einem Schupf- und Blocksystem eine defensive Strategie verfolgen genauso wie mit einem auf Schnittabwehr basierenden Spielsystem.
Offensivspieler verfolgen natürlich die Strategie, den Ball so zu spielen, daß der Gegner ihn nicht returnieren kann, während Defensive versuchen, die Kugel einfach einmal mehr auf den Tisch zu bringen als der andere.
Wie schon öfter in diesem Zusammenhang erwähnt, sind die verwendeten Schlagarten höchstens ein Indiz für die Strategie. Gleiches gilt für das Material.
Nun kann man vielleicht versuchen, Begriffe wie Risiko und Wahrscheinlichkeit ins Spiel zu bringen. Aber das ist auch schnell verwirrend. Wie hoch z.B. ist meine Trefferquote bei einem harten Topspin? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Ball zurückkommt? Antwort auf die erste Frage, wenn man auch über alle Matches einen Gesamtwert erstellen kann, ist schon bedingt durch den Gegner. Die zweite Antwort ergibt sich neben Stärken und Vorlieben des Gegners aus dem bisherigen Verlauf des Matches sowie natürlich dessen eigener Strategie. Schließlich stellt sich noch eine weitere Frage. Wenn der Ball zurückkommt, kann ich danach verwandeln, ist die Situation neutral oder bin ich nachher sogar im Nachteil dadurch?
Aber was man daran wieder merkt, ist, daß man vom Gegner abhängig ist.
Ich persönlich mache zum Beispiel sicher relativ viele Punkte mit meinem VH-Topspin (jetzt lediglich als Eröffnung) und könnte über alle Gegner berechnen, daß ich bei diesem VH-Topspin vielleicht eine Trefferquote von 80% habe. Direkte Punkte erziele ich damit aber meistens nur, weil die Gegner selbst relativ offensiv zu Werke gehen und für sie unangenehm unter Druck gerieten, spielten sie ihn nur passiv zurück. Worauf ich damit hinaus will, man muß bei diesen Betrachtungen auch sehen, daß alles sehr abhängig von der Spielklasse und dem Niveau ist. Würde ich zwei oder drei Klassen niedriger spielen, müßte ich öfter nachziehen, weil die Spieler dort, generell etwas passiver eingestellt, meinen Ball einfach blockten. Am Ende führte das wahrscheinlich auch zu einer Änderung meiner Strategie oder meines Systems, damit ich dort erfolgreich spielen könnte.
Wegen des Fragebogens schicke ich noch eine PN an Martinspin.
Ansonsten sollte man sich doch eher fragen, mit welchen Schlägen man selbst viele Punkte macht und warum, bzw. warum die Gegner gegen einen selbst punkten können, und nicht darüber sinieren, welches Spielsystem man hat.
Seht Ihr, das Thema ist so vielschichtig, daß ich jetzt nicht das Gefühl hätte, mein Beitrag habe eine klare Linie.