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Alt 19.08.2001, 09:13
Pfannaflicka Pfannaflicka ist offline
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Ich hab jetzt die ganze Debatte nachgelesen und meine, dass da einige Aspekte noch nicht so richtig genannt wurden. Es scheint mir allerdings auch so zu sein, dass die Terminplanung in den verschiedenen Verbänden ganz unterschiedlich vollzogen wird. Was ich aus meiner Erfahrugn sagen kann - und ich war auch mehr als zehn Jahre lang Spielgruppenleiter -, ist, dass das Hauptproblem bei der Terminplanerstellung die Vorgaben der Vereine sind. So wie das scheinbar im Rheinland läuft - Vereine erhalten die Spielpläne und müssen dann schauen, dass sie in die Halle kommen - wäre das hier in Bayern wohl völlig undenkbar. Das würde mit absoluter Sicherheit einen Sturm der Entrüstung auslösen.
Ich geh´ jetzt mal von unserem Verein aus. Wir haben elf Mannschaften und eine kleine Halle, in der maximal zwei Spiele parallel laufen können (außer die 1. Herren, da geht das absolut nicht, weil da z. B. auch ein paar Zuschauer kommen könnten und v. a. ein OSR). Zusammen mit den Unterlagen für die neue Saison reichen wir beim Verband einen Plan mit den Heimspielwünschen für alle Mannschaften ein, wo alles genau aufeinander abgestimmt ist. Wenn sich da nur ein Spielleiter drüber hinwegsetzen würde, dann würde das ganze fein austarierte Kartenhaus zusammenbrechen und Spielverlegungen wären garantiert unausweichlich.
Und ab einer bestimmten Liga (bei uns ist es auch in der Bezirksoberliga so gewesen und auch in der LL so) kommen dann einfach Koppelspiele dazu. Nicht wegen der Ausländer (wir haben keinen...), sondern weil es dann organisatorisch für den Spielleiter oft einfacher wird und außerdem auch Fahrtkosten spart. Die Skepsis, dass das nicht funktioniert, kann ich nicht bestätigen.
Da ist z. B. Samstag um 14 Uhr das erste Spiel und um 18 Uhr beim 15 km entfernten Nachbarverein das zweite Spiel angesetzt. Sollte das zeitlich nicht klappen, lässt man sich das Ende des ersten Spiel auf dem Durchschlag des Spielberichtsbogens vom OSR oder vom Gegner schriftlich bestätigen und legt das dann am zweiten Spielort vor. Dort kann der Gegner nicht 30 Minuten nach Spielbeginn heimgehen, falls die Gastmannschaft nicht angekommen ist, sondern muss warten.
--- Und das System funktioniert seit vielen Jahren so.
Zum Thema Wochentagsspiele: Scheinbar gibt es das im TTVWH überhaupt nicht, falls ich das richtig mitbekommen habe. In Bayern sagt die WO aus, dass bis zu 40 km einfacher Fahrtstrecke sogar "bevorzugt" Wochentagsspiele stattfinden sollen. Liegt natürlich dann an den Heimspielwünschen der Vereine. Die Erfahrung zeigt, dass v. a. in unteren Ligen oft an Wochentagen gespielt wird. In Ballungsräumen (ich kenne es aus dem Großraum Augsburg) ist es so weit gediehen, dass viele Spieler es sich gar nicht vorstellen können, das Wochenende für ein TT-Punktspiel zu opfern und nur unter der Woche spielen wollen. Vor Jahren startete mein Verein mal einen Versuch, das Spielen unter der Woche einzudämmen (Gegner muss einverstanden sein...), weil wir zu der Zeit viele Leute hatten, die auswärts studierten und arbeiteten und nur am Wochenende da waren. Der Antrag hatte keine Chance...
--- Fazit: Einheitliche Spieltage (und auch einheitliches Spielsystem) wären sicherlich wünschenswert, sind in der Praxis aber meiner Einschätzung nach nicht durchzusetzen (wenns woanders klappt - schön; aber wie gesagt, wenn die Vereine und Spieler es anders gewöhnt sind, dann ist der Widerstand da mit Sicherheit enorm). Und letzten Endes: Gerade in den unteren Klassen werden auch bei einheitlichen Spielsystemen und Spieltagen die Zuschauermassen nicht plötzlich strömen. Und in erster Linie sollten die Regularien doch so beschaffen sein, dass sie den Spielern nützen.
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Pfannaflicka - der "Kampfname" der Rainer Tischtennisspieler; in Erinnerung an unseren unvergessenen Peter Drabek (1965 -1997), der diesen Begriff geprägt hat
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