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Alt 16.03.2005, 23:40
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AW: Das Allround-Spiel am Beispiel von V. Samsonov

@ gammlerattack

Ich habe vorhin den 1. und 6. Satz des Halbfinals der Brazilian Open 2004 zwischen Vladi und Ryu analysiert. Samsonov steht zwar näher am Tisch, was aber nicht bedeutet, dass er vermehrt aktiv spielt.

Den ersten Satz hat er 9:11 verloren und den letzten 11:5 gewonnen und letzlich war das doch eine relativ sichere Kiste für Vladi.

Halt dich nun fest auf deinem Stuhl: Vladi spielte gegen Ryu letzlich 78% passiv und 22% aktiv. Es scheint so, dass Vladi entgegen deinen Erwartungen gegen einen aggressiven Gegner noch passiver spielt wie sonst. Da die Übergänge zwischen Passiv- und Aktivblock fliessend sind, ist es für einen Gegner wie Ryu schwierig, das Tempo der Passivbälle von Vladi zu antizipieren.

Bei den insgesamt 28 aktiven Schlägen waren 16 sicher gepielt (57%), 3 fehlerhaft (11%) und 12 Offensivschläge brachten den Punkt (43%). Im Gegensatz zum Match gegen Schlager war die Quote der erfolgreichen Angriffsschläge deutlich höher. Das Ganze funktionierte nach dem Prinzip "Weniger ist mehr".

Von den insgesamt 67 Passivschlägen spielte Vladi 46 (67%) sicher, 13 (20%) fehlerhaft und 8 Passivschläge (13%) erbrachen einen direkten Punkt. Weil Ryu ein starker Angreifer ist, war Vladis Quote der passiven Fehler grösser als sonst.

Was Vladi im Match gegen Ryu auszeichnete, waren die wenigen Angriffsfehler und die zahlreichen Angriffspunkte. Der hohe Anteil an Passiveschlägen spricht dafür, dass Vladi nach wie vor ein deutliches Passivspiel bevorzugt, was wegen der erhöhten Tischnähe nich besonders auffällt.

Samsonov spielt wie Waldner ganz stark mit Tempovariationen gegen seine Gegner. Ein wirklich offensiver Angreifer wie Ryu hatte letzlich grosse Mühe mit den Tempowechseln. Offenbar scheint es schwierig, die Schläge von Samsonov zu antizipieren und so bringt er es zustande, das Angriffsspiel von OFF-Spielern mit den Tempowechseln zu zerstören.

Gruss
Martin
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