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Schlägerform von Hölzern
Hallo Soundmaster,
habe zwar noch nie ein andro-Holz gespielt, aber ich betrachte das Thema "Form von Schlägerhölzern" mal von einer anderen Seite.
Einleitung und Allgemeines: Da ein TT-Holz beim Auftreffen des Balles schwingt und sich diese Schwingungen in Holz entlang der vom Baumwuchs her parallel zueinander verlaufenden Holzfasern wesentlich schneller ausbreiten als von einer Holzfaser zur nächsten, haben die meisten Hölzer eine "ovale" Form. Diese Form ist deswegen in der Richtung des Griffes gestreckt und nicht quer dazu (der Schläger ist "länger als breit"), weil stets mehr der (stets ungeraden: 3, 5, 7) Furnierschichten in Griffrichtung verlaufen. Das erhöht die Bruchfestigkeit im Übergangsbereich Griff-Schlägerblatt, der in dieser Hinsicht empfindlichsten Stelle.
Diese Schlägerform ist also nicht aus designtechnischen Gründen so gewählt, sondern sie hat sich (vermutlich früher durch Versuch und Irrtum sowie prakt. Erfahrungen) als die optimale herausgestellt. Beim ETTU-Halbfinal-Hinspiel SV Plüderhausen - Levallois spielte einer der Franzosen ein Holz, das er seitlich abgefeilt hatte, so dass dieses eher der Form einer Geige oder klassischen Gitarre ähnelte. Dadurch beeinflußt er ganz erhelblich das Schwingungsverhalten seines Holzes und damit auch die Eigenschaften seines Schlägers.
Randbemerkung: Ein Defensiv-Holz hat generell eine größere Fläche als ein Offensiv-Holz. Dann werden die vom Auftreffpunkt des Balles zum Rand des Holzes hin ausgehenden Schwingungen erst dann zum Auftreffpunkt zurückkehren, wenn der Ball den Schläger schon wieder verlassen hat = kein "Katapult-Effekt". Beim Offensiv-Holz kommen die Schwingungen rechtzeitig zurück und geben dem Ball einen kräftigeren "Schubs" = mehr oder weniger starker Katapult-Effekt.
Zur Sache: Wenn ein Hersteller ein Holz entwickelt, bauen und in Serie fertigen läßt, dann stimmt er die Holzsorten (hart, weich, Balsa, Limba, blablabla), deren Anordnung zueinander (welche Holzsorte in der Mitte bzw. außen, welche in Griffrichtung bzw. quer dazu), die Dicke der Furnierschicht, die Wahl des Leimes, die Art der Verleimung (heiß, kalt, viel oder wenig Druck), die Verwendung von anderen Materialien (Texalium, Carbon, Kevlar, Arylat, Glasfieber und viell. noch einige mehr) ganz genau ab. Und er wird dabei auch die Form des Schlägerblattes berücksichtigen, sprich damit "experimentieren".
Ich verwende ein Carbon-Holz von Best-of-Five, dessen Form nahezu rund ist! Ich gehe davon aus, dass ausgiebige Tests ergeben haben, dass zum Beispiel bei Carbon-Hölzern eine kreisrunde Form günstiger ist (Sweetspot?) als die klassische ovale. Aber es gibt auch Carbon-Hölzer, die "ganz normal" oval geformt sind. Hier dürften auch wieder die verschiedenen Furniere eine Rolle spielen.
Ich kann mir denken, dass die carbonschichten die Schwingungen nach allen Richtungen gleich schnell ableiten, so dass es nicht erforderlich ist, aus den oben genannten Gründen der im 90-Grad-Winkel zueinander verleimten Furnierschichten die ovale Form zu wählen.
Man kann natürlich ein "rundes" Holz seitlich abfeilen und abschleifen, bis es "länglich oval" ist und der gängigen Holzform entspricht, aber ob das wirklich Sinn macht, bleibt zu erproben. Jedenfalls sollte sich der auf diese Art experimentierende Spieler bewußt sein, dass er das Holz sowohl verbessern als auch "verschlimmbessern" kann und das ist dann unumkehrbar. Dann müßte er sich ein anderes Holz kaufen.
Trotzdem rate ich dazu, sich mit dem eigenen Holz zu beschäftigen! Ich habe meines beispielsweise von einem Fachmann versiegeln lassen, wodurch es steifer, härter und schneller wurde. Kommt mir total entgegen. Ich komme mit vibrierenden Allround-Hölzern nicht klar.
Mut zum Risiko!
wolfgang10
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