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Alt 23.03.2005, 13:19
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AW: Regionalliga Süd Saison 2004/2005

Tischtennis-Regionalliga Süd der Herren
Nordhalbener Heimniederlage war vermeidbar
Nach 4:3-Führung mit 7:9 verloren

NORDHALBEN. Dass die Zuschauer auch bei einem Duell zwischen Hinterbänklern, die sich bereits mit dem Abstieg abfinden müssen, pure Spannung und extreme Ballwechsel erleben können, dies wurde am Sonntagnachmittag in der Nordwaldhalle eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In der Tischtennis-Regionalliga Süd der Herren lieferten sich das Schlusslicht FC Nordhalben (3:37 Punkte) und der Tabellenvorletzte Post-SV Augsburg (6:32) ein packendes Match, das fast viereinhalb Stunden dauerte und dabei die Schwaben als glücklicher 9:7-Sieger hervorgingen. Dass der Aufsteiger aus dem Frankenwald am Ende mit völlig leeren Händen dastand, lag vor allem daran, dass er in drei Entscheidungssätzen den Kürzeren zog.
FC Nordhalben - Post-SV Telekom Augsburg 7:9
Als es nach knapp vier Stunden 8:7 für die Augsburger stand, war das Gesamt-Unentschieden trotzdem greifbar nahe. Dies deshalb, da im Schlussdoppel die FC-Formation Lengerov/Ulrich mit einem blitzsauberen 11:2 und 11:8-Satzgewinn schon mit 2:0 führte. Doch das Spitzen-Duo der Gäste glich zum 2:2 aus und hatte im entscheidenden fünften Durchgang nach dem 9:9-Zwischenstand mit 11:9 das glücklichere Ende für sich. Pech in dieser Situation für den FC, da zunächst der Ball an der Kante des Schlägers von Patrick Ulrich landete (9:10) und dann ein Schmetterball von Trivon Lengerov das Netz streifte und von da knapp hinter der Tischkante herunterfiel (9:11).

Dabei hatte die Partie für die Einheimischen recht ordentlich begonnen. Lengerov und Ulrich hatten in ihrem ersten Doppel mit den Kontrahenten so gut wie keine Probleme (11:8, 11:4, 11:5) und auch das FC-Paar Vaverka/Wunder setzte sich nach unglücklichem Auftakt (12:14) noch mit 11:9, 11:8 und 12:10 durch. Selbst Kürschner und Tomaschko waren gegen die tschechische Spitzenkombination Hasil/Hrncirik nicht chancenlos, doch konnten sie nach dem 7:11, 11:5, 5:11 den vierten Durchgang trotz einer 10:9-Führung nicht zum Gewinn nutzen (10:12).
Im ersten Tageseinzel musste Trivon Lengerov gegen Jan Hrncirik in allen drei Sätzen stets einen frühen und teilweise klaren Rückstand hinterherlaufen. Er war nicht in der Lage, das Blatt zu wenden und musste mit 7:11, 5:11 und 8:11 die Segel streichen.
Ganz anders dagegen der Auftritt von Patrick Ulrich. Er lieferte die wohl beste Saisonleistung nach seinem Vorrücken ins vordere Paarkreuz ab. Er begeisterte mit beherztem Angriffsbällen ebenso wie mit überzeugendem Blockspiel. Nach den knappen 10:12 und 9:11-Niederlagen glich er mit einem 11:8 und 11:9 gegen den Gäste-Spitzenmann Tomas Hasil aus. Im fünften Durchgang hatte er leider einen klassischen Fehlstart, sodass er seinem Gegenüber zum Sieg gratulieren musste.
Nach diesem 2:3-Rückstand besorgte Reiner Kürschner den 3:3-Ausgleich. Allerdings hatte er in Ulrich Foag einen bissigen Widersacher, der ihn trotz seiner überragenden Abwehraktionen mehrmals mit seinen extrem harten Vorhandschlägen in Verlegenheit brachte. Dass Nordhalbens Spielertrainer aber letztlich doch die erste Geige spielte (11:9, 11:8, 7:11, 11:5) spricht für seine Klasse.
Ein Fiasko schien sich für Peter Vaverka anzubahnen, als er im ersten Satz von Karl Stumpfecker mit 3:11 deklassiert wurde. Doch dann meldete sich der Tscheche in Diensten des FC zurück. Konnte er danach gerade noch mit 11:9 gewinnen, so trumpfte nun dann gewaltig auf (11:1). Im vierten Satz zeigte Vaverka endlich auch einmal Nervenstärke, denn einen 7:9-Rückstand bog er zum 11:9-Sieg um und machte damit die 4:3-Gesamtführung perfekt.

Doch dann waren die Schwaben wieder am Zug. Im hinteren Paarkreuz mussten sowohl Thomas Wunder als auch Friedel Tomaschko Federn lassen. Und mit Beginn des zweiten Durchgangs war Lengerov erneut indisponiert und damit nicht in der Lage seinen Vorrundensieg zu wiederholen (6:11, 11:7, 9:11, 4:11 gegen Hasil).
Helle Freude kam aber auf, als Patrick Ulrich in einem extremen Tempospiel sich in glänzender Verfassung präsentierte. Seine Angriffsbälle schlugen oftmals wie der Blitz ein und damit unerreichbar für Jan Hrncirik. Zwar wurde es nach dem 6:11, 11:6, 11:7 und 9:11 im Entscheidungssatz nochmals spannend, da Ulrichs 10:6-Vorsprung schmolz. Doch gleichermaßen groß war der Jubel beim Akteur als auch bei den Zuschauern als das 11:9 fällig war.

Knisternde Spannung boten Kürschner und Stumpfecker im längsten Match des Tages (48 Minuten). Was beide Kontrahenten boten, war schon alleine das Eintrittsgeld wert. Gezielte Angriffsbälle stießen auf ein Kürschner-Bollwerk, das noch mit souveränen Kontern gespickt war. Jeder Satz war äußerst hart umkämpft, wobei Kürschner zunächst die besseren Karten hatte (12:14, 12:10, 11:9). Doch Stumpfecker glich aus und Kürschner hatte in einem dramatisch verlaufenen fünften Abschnitt trotz Matchball (10:9) noch das Nachsehen (12:14).
Hoffnung keimte im Lager der Einheimischen auf, als Peter Vaverka auch im zweiten Einzel eine tadellose Leistung an den Tag legte (9:11, 11:6, 11:3, 11:9 gegen Foag) und damit auf 6:7 verkürzte. Nach besser sah es für das Team aus der "Klöppelgemeinde" aus, als Thomas Wunder mit 11:9 und 11:8 gegen Ebbecke startete. Der Gäste-Punktezähler brachte im dritten Durchgang zwar Wunder wegen einer Aufschlags-Bemängelung aus dem Rhythmus (6:11), doch im vierten Satz raffte sich Wunder zu einer Energieleistung auf. Er holte nach einen 3:9-Rückstand Punkt um Punkt auf, glich nach dem 8:10 zum 10:10 aus und ging doch tatsächlich noch mit 15:13 über die Ziellinie.

Da es aber für Friedel Tomaschko erneut nichts zu erben gab, lag der Liganeuling mit 7:8 wieder hinten. Schließlich kam es zum erwähnten Schlussdoppel, das in dem Nervenkitzel-Match die Entscheidung zu Gunsten der Augsburger brachte.

Ergebnisse: Lengerov/Ulrich - Stumpfecker/Foag 3:0, Kürschner/Tomaschko - Hasil/Hrncirik 1:3, Vaverka/Wuner - Ebbecke/Voigt 3:1, Lengerov - Hrncirik 0:3, Ulrich - Hasil 2:3, Kürschner - Foag 3:1, Vaverka - Stumpfecker 3:1, Wunder - Voigt 0:3, Tomaschko - Ebbecke 0:3, Lengerov - Hasil 1:3, Ulrich - Hrncirik 3:2, Kürschner - Stumpfecker 2:3, Vaverka - Foag 3:1, Wunder - Ebbecke 3:1, Tomaschko - Voigt 0:3, Lengrov/Ulrich - Hasel/Hrncirik 2:3. hf
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