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Zitat von Max
Das da was falsch oder zumindest nicht perfekt gelaufen ist, ist offensichtlich. Aber Ihr habt doch einfach so ohne Kenntnisse immer herumgeunkt, aber nun heißt es: "Wir haben schon seit Monaten auf die Mißstände hingewiesen".
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Hast Du von mir eine derartige Aussage gehört?
Eher nicht, oder?
Und jetzt, nachdem sich die Wogen ein wenig geglättet haben und etliche Trittbrettfahrer auf den "Anti-Schimmelpfennig/Roßkopf-Zug" aufgesprungen sind, möchte ich mal Stellung beziehen.
Zunächst mal ist das , was sich da heute ereignet hat, ein historischer Tiefpunkt für den deutschen Tischtennissport, keine Frage.
Dies ist umso bedauerlicher, als man mit T. Boll ja eine "Gallionsfigur" in seinen Reihen hat, mit deren Hilfe man dem TT-Sport zu neuer Attraktivität und Medienpräsenz verhelfen wollte.
Dieses Ansinnen indes war bereits von vornherein unrealistisch; selbst wenn Boll Weltmeister in Einzel, Doppel und Mannschaft (Mixed liegt ihm ja nicht) wäre, es würde immer noch steel-dart zur Hauptsendezeit übertragen, machen wir uns nichts vor...(Tip:dsf anschalten!)
Insofern also nicht so tragisch...
Man kann auch bei diesem Spielsystem gegen Rumänien verlieren, auch wenn das "wie" doch ernüchternd ist.
Aber allen, die jetzt den Rücktritt des Trainerstabs und von Altmeister Roßkopf fordern, sei folgendes gesagt:
a)ist es schlechter Stil, auf am Boden Liegende zu treten
b)hat Roßkopf sich nicht selbst aufgestellt und ist der am zweitbesten platzierte Deutsche in der WRL; das ist er sicherlich nicht, weil er vor ca. 15 Jahren mal Welt- und Europameister war.
c)kann man die Nominierungen irgendwie sicherlich rechtfertigen, wenn man auf die aktuelle WRL schaut...und gewisse "Erfahrung" muß ja auch nicht zwingend ein Nachteil sein
d)wäre jetzt sicherlich der Zeitpunkt gekommen, personelle Konsequenzen zu ziehen...aber die Mechanismen in einer Randsportart wie TT sind nicht die gleichen wie z.B. im Fußball; da ist nämlich der öffentliche Druck und nicht vermeintliche oder tatsächliche Inkompetenz der Verantwortlichen dafür verantwortlich, wenn sie zurücktreten oder rausfliegen.
e) sehe ich niemanden, der "es" machen könnte
f) sollte man allerdings in die Saläre der Trainer eine leistungs- bzw. erfolgsabhängige Komponente einfließen lassen (wenn das nicht bereits der Fall ist).
Wer jetzt allerdings denkt, ich habe meine Einstellung zu D.Sch. & Co.um 180 Grad geändert , liegt fehl.
Ich halte D. Sch. nach wie vor für einen vom Hochleistungssport völlig unbeleckten Schönredner, dessen vorrangiges Interesse - da gebe ich Kakerlake recht - darin liegt, den eigenen Besitzstand zu sichern.
Prause und wohl auch Beck haben da eine andere Qualität...
Sch. `s heutiges unsägliches statement zum Desaster ist doch der beste Beweis, und auch Roßkopf`s Aussage ("neuer Anlauf in zwei Jahren") zeugt nicht unbedingt von Selbstkritik.
Jetzt heißt`s erstmal Schadensbegrenzung durch gute Leistungen in den Individualwettbewerben.
Allerdings weiß ich gar nicht, ob Erfolge unbedingt wünschenswert wären, würden sie doch die offenkundigen Mißstände eventuell übertünchen...
Nachtrag: An "anderer Stelle" kann man D. Sch.`s "EM-Tagebuch" lesen, und was er dort zum heutigen "schwarzen Montag" schreibt, läßt durchaus auf einen gewissen Lerneffekt schließen...