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Alt 06.04.2005, 15:00
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AW: Doppelter Gang zum Handtuch

@Michael Frey: Ich bin noch nie zuvor dermaßen sorgfältig und akribisch aufgeklärt worden. Dafür herzlichen Dank ! Ein weiteres Dankeschön für die Zeit und Mühe, die du in die Beantwortung meiner Regelfrage investiert hast (ich hoffe du konntest einen Teil dieser Zeit in deine Arbeitszeit legen) !

Und nun zum Thema:


Zitat:
Zitat von Michael Frey
3. teleologische Auslegung
Da wirds schon deutlicher. Die Regelung hat das Ziel, eine Verlängerung des Spiels durch zahlreiche Handtuchpausen oder taktische Handtuchpausen zur Durchbrechung des Spielflusses (des Gegners) zu verhindern. Daraus wird deutlich, dass der Spielablauf grundsätzlich nicht bzw. nur so wenig wie nötig durch Handtuchpausen unterbrochen werden soll und wenn dann nur vorhersehbar nach jeweils sechs Punkten. Daraus folgt auch, dass nur eine Handtuchpause pro Spieler nach sechs gewerteten Punkten gewährt werden soll. Mehrere Handtuchpausen in kürzeren Intervallen würde dem Sinn der Regelung zuwiderlaufen.
4. historische Auslegung
Nach meinem lückenhaften Gedächtnis war das auch der Wille der Regelungsgeber: Verhinderung/Vorbeugung übermäßiger/taktischer Handtuchpausen durch verlässliche Regelung der Handtuchpausen.
Zu 3.: Ich gehe mal davon aus, daß der Wortlaut der unter 3. von dir geschilderten teleologischen Sichtweise von dir stammt. Damit also subjektiv ist. Die Formulierung "Daraus folgt auch, dass nur eine Handtuchpause pro Spieler nach sechs gewerteten Punkten gewährt werden soll" wäre richtig, wenn die Vorhersehbarkeit des zweiten Handtuchgangs nach einem Netzaufschlag NICHT gegeben wäre. Er ist aber vorhersehbar, denn beide Spieler wissen VOR dem Aufschlag: Wenn jetzt ein Netzaufschlag kommt, darf ich erneut zum Handtuch gehen, zumal es unter ITTR B 4.1.2 deutlich heißt: "...UnterbrechungEN zum Abtrocknen...". Also mehrere Unterbrechungen und eben nicht nur eine Unterbrechung. Da dieser Fall - also Handtuchpause und anschließender Netzaufschlag - nur selten vorkommt in der Praxis, kann m.E. auch nicht von einer zu häufigen Störung des Spielrhythmus´ die Rede sein. Diese Auslegung trifft in diesem Fall nicht zu.
Der Sinn der Regelung kann zudem sowieso mit Hilfe vieler weiterer nicht geregelter Aktionen umgangen werden, z.B. durch wiederholtes Zuschnüren eines Schuhs, Taschentuchbenutzung, Brille putzen etc.

Zu 4.: Vor der Handtuchpausenregelung waren die Spiele z.T. unerträglich lang, da beide Spieler nach jedem Ballwechsel zum Handtuch gingen, insofern ist diese Regel eine der sinnvollsten. Fernsehübertragungen wären damals eine Tortur gewesen (=Werbeblöcke nach jedem Ballwechsel).

Danke auch an alle anderen Poster in diesem Thread, die zur Klärung meiner Regelfrage beigetragen haben !
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