Einzelnen Beitrag anzeigen
  #104  
Alt 29.08.2001, 09:46
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
Registriert seit 2000
Foren-Stammgast 2000
 
Registriert seit: 06.12.2000
Beiträge: 2.053
Bernd Beringer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast (Renommeepunkte mindestens +40)
Nochmal ein letzter Versuch, zu begründen, warum eine v e r n ü n f t i g e Anzahl "Ausländer" geradezu notwendig ist, um das Niveau des deutschen Tischtennissports und da vor allem des Nachwuchses zu heben.

Wir sind uns wohl einig, dass das Niveau der Ligen erheblich sinkt, wenn alle "Ausländer" ohne Visum und entsprechende Vergütung - wie vom DTTB-Beschluss vorgesehen - nicht spielberechtigt sind. Nachdem etwa 50 bis 75% (meine Schätzung) dieser "Ausländer" ins Trainingskonzept der Vereine (teilweise sogar der Verbände) einbezogen sind, würden die als Trainer bzw. Sparringspartner ja wegfallen. In schlechteren Ligen und mit schlechteren Trainern/Sparringspartnern wird unser Nachwuchs mit Sicherheit nicht besser, sondern schlechter - die internationalen Erfolge werden geringer, die öffentlichen Gelder weniger. Eine tödliche Spirale nach unten.

Die Alternative, mit dem bisher aufgewendeten Geld, deutsche (ausgebildete) hauptamtliche Trainer zu bezahlen, ist meines Erachtens in unserem Sport nicht finanzierbar (gut DM 100.000.- pro Jahr und Verein) und löst auch nicht das Qualitätsproblem der Ligen und der Sparringspartner.

Natürlich haben manche Vereine übertrieben und natürlich sehe ich das Problem, dass sich Fans eines deutschen Vereins auch mit diesem Verein identifizieren sollen. Aber liegt denn darin wirklich das Hauptproblem? Oder zeigen uns nicht vielmehr andere (Cottbus im Fußball oder auch unsere eigene 1. Bundesliga), dass nicht so sehr die Nationalitäten ausschlaggebend sind für die Begeisterung der Fans, sondern die Qualität des Sports, die Begeisterungsfähigkeit der Sportler und damit die Stimmung auf den Rängen und im Umfeld der Vereine?

Europa wächst zusammen und die Welt auch. Und da wollen wir im Sport mit "Ausgrenzung der Ausländer" die Herzen die Menschen erreichen? Das ist in meinen Augen kein Zukunftskonzept!

Ein Zukunftspakt wäre gewesen, wenn sich der DTTB und die Vereine für eine Übergangszeit (meinetwegen bis der erste osteuropäische Staat Vollmitglied der EU ist) auf eine Beschränkung der "ausländischen" Spieler auf zwei oder drei pro Mannschaft geeinigt hätten und wenn die Landesverbände in Vereinen mit hoffnungsvollem Nachwuchs Leistungsstüzpunkte eingerichtet hätten, in denen diese "Ausländer" (auf Kosten der Vereine) als Trainer bzw. Sparringspartner mitgewirkt hätten.

Utopisch, werden einige sagen. Mag sein. Aber immerhin eine Vision, die nicht ins Chaos führt wie die jetzigen Skandal-Ligen, in denen am Ende der beste Absteiger vielleicht sogar aufsteigt.

Ein Wort noch zu Quizard: Du hast Deine Klasse bestimmt auch Deinem Training und Deinen Matches mit "ausländischen" Spielern zu verdanken. Dass es in Deutschland sehr schwer bis fast unmöglich ist, eine Karriere als Tischtennisprofi so zu gestalten, dass man mit 35 nicht vor dem Nichts steht, liegt nicht an den "Ausländern", sondern an der mangelnden Fähigkeit von (uns) Funktionären, diesen Sport - und seine spärlichen Stars - mediengerecht zu vermarkten. Und wohin Übertreibungen (in jeder Hinsicht) führen, sieht man an Deinem letzten Verein: von der Spitze der 2. Bundesliga in die Kreisliga. Schade, aber nicht untypisch für den deutschen Tischtennissport in seinem jetzigen Zustand.

Kleine Frage noch an ml: Ein Beitrag von mir (in dem ich auf Quizard geantwortet habe) ist verschütt gegangen. Absicht oder Versehen?
Mit Zitat antworten