Einzelnen Beitrag anzeigen
  #38  
Alt 12.04.2005, 16:30
henrypijames henrypijames ist offline
registrierter Besucher
Foren-Stammgast 4000
 
Registriert seit: 13.06.2004
Beiträge: 4.820
henrypijames ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)henrypijames ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)henrypijames ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)henrypijames ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)henrypijames ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
AW: Patrick Baum

Zitat:
Zitat von JanMove
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass die Tschechen diesen Schlag erfunden haben. Hab den Schlag zum ersten mal bei Korbel (und danach bei Klasek) gesehen, wobei Korbel ihn meiner Meinung nach am perfektesten beherrscht. Das war zu Zeiten als ich es noch bei keinem Chinesen gesehen habe. Hat Liu ein Patent darauf?!
Kobel hat tatsaechlich schon seit mehreren Jahren einen aehnlichen Schlag darauf, der aber nicht ganz dem entspricht, wovon ich rede. Kobel macht mit dem Handgelenk eine Halbkreisbewegung von hinten unten nach vorne oben, also eine Flip-Variation mit relativ geschlossenem Schlaeger. Aehnlich spielen Crisan und andere Romaenen, aber auch Kong Linghui. Bei der Technik, von der ich spreche, macht die Handgelenkt aber eine fast volle Kreisbewegung von links unten nach rechts unten (beim Rechtshaender). Der Ball wird ca. am ersten 1/3 der Bewegung getroffen (also vor dem Hoechstpunkt des vom Schlaeger gezeichneten Kreises) und vom Schlaeger richtig zur Seite gerissen. Er hat daraufhin nur wenig Ueberschnitt und wahnsinnig viel Seitenschnitt, fliegt auch viel langsamer als bei Kobel und Co., flattert in der Luft, landet auf den Tisch und knickt dann mit seiner Flugbahn voellig um (wegen des starken Sidespins).

Diese Technik hat Liu Guoliang urspruenglich fuer die Penholder-Spieler Ma Lin und Wang Hao erfunden (mit Penholder-Rueckhand ist der Schlag auch viel leichter als mit Shakehand), die sie bei der World Cup im vorletztem Jahr erstmals einsetzte. Ich glaube, Ma Lin setzte diesen Schlag dreimal in seinem ersten Gruppenspiel gegen Saive ein, und bei den ersten beiden Malen hat Saive nicht einmal den Ball getroffen, sondern nur total verdutzt hinterhergeschaut. Beim dritten Mal ging Ma Lins Ball aber ins Netz. Als dann Stunden spaeter Wang Hao diesen Schlag auch demonstrierte, war es den Fachexperten klar, dass es um eine neue, bis dahin geheim gehaltene Erfindung handelte, die hoechstwahrscheinlich Liu Guoliang zuzuschreiben war, denn er war als Spieler schon immer fuer so was gut. Auf der Pressekonferenz am Ende des Tages wurde diese Vermutung dann bestaetigt.

Die Shankehand-Spieler haben kurz spaeter diesen Schlag adaptiert, bei den Herren vor allem Chen Qi, der von Liu Guoliang traniert wurde und daher auch den Schlag direkt vom Erfinder lernen konnte. Die junge Guo Yue lernte ihn aber noch besser und uebertrifft alle andere, die ich bislang gesehen habe, in Punkto Bewegungsnatuerlichkeit und Treffsicherheit bei diesem Ball. Sie verwendet den Schlag auch relativ haeufig, besonders im Doppel.

Geändert von henrypijames (12.04.2005 um 16:34 Uhr)
Mit Zitat antworten