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Vielleicht noch etwas zur Geschichte und Materialentwicklung:
Als ich mit Tischtennis begann, gab es im Prinzip nur wenige Beläge Soft D13 und den Tempest als Offensivbelag und einige Kurznoppenbeläge (damals richtige Exoten). Deutschland war damals fest in der Hand von Tamasu und Imperial.
Die Idole damals waren Edith Simon, Diane Schöler, Martha Hejma-Luzova (durch Heirat eingedeutscht) und nicht zu vergessen Edith Buchholz (heute Wetzel) bei den Damen, Erich Arndt, Martin Ness (Damals gerade Auslaufmodelle) Eberhardt Schöler, Bernt Janssen und Wilfried Lieck bei den Herren.
International waren die Japaner (Itoh und Konoh) die Schweden (Hans Alser und Kjell Johannsson), Surbek und Schöler Spitze. Bei den Frauen wurde Gabriele Geissler (DDR später G.Ogris BSG Ausenhandel Heute 3B Berlin) Vizeweltmeisterin. Die Chinesen beteiligten sich wegen der Kulturrevolution nicht an internationalen Veranstaltungen.
Es begann der Stern von Stellan Bengtsson und der Ungarn (Beatrix Kishahazy, Judith Magos, Tibor Klampar und Istvan Jonyer) aufzugehen. Nicht zu vergessen das jugoslawische Supertalent Anton Stipancic, der sein Potential aus "Faulheit" jedoch verschleuderte.
Bei den Jugendeuros in Göppingen belegte ein gewisser Peter Stellwag hinter Burnacian (UdSSR) den 2. Platz.
Ich sehe heute noch eine Liveübertragung (!!!!) im 1. Programm eines Endspiels der Deutschen Meisterschaften vor mir als Eberhardt Schöler trotz eines 0:2 Sätze und 15:20 Rückstands gegen Bernt Janssen noch 3:2 gewann.
Die "alten" Knacker, die mit ihrem braunen Barna und ihren unorthodoxen Vorhandschlägen uns "Youngstern" das Leben zur Hölle machten gabs damals schon. Da sind wir öfters fluchend vom Tisch gegangen.
Von dieser Sorte gab es einen Spieler, der nach einem Unfall gehbehindert war und trotz Krücke mit seinem "Schweine-Barna-Blockspiel" in der Süddeutschen Rangliste ganz vorne landete.
So Ende der 60er Jahre begannen dann die Materialschlacheten, als die Industrie Tischtennis entdeckte. Da kam dann Stiga-Hölzer (Alser, Johansson, Bengtsson) mit Yasaka Belägen (Cobra und später Mark V) und Toni Hold produzierte mit seinem AntiTopspin den ersten wirklichen "dreckigen" Störbelag mit dem Hilton (GB) später Europameister wurde.
Dann ging es Schlag auf Schlag.
China beteiligte sich nach der Kulturrevolution wieder an internationalen Veranstaltungen und brachte eigene Beläge (Friendship, Double Happiness) auf den Markt. Vor allen Dingen brachten sie Aufschläge mit, die Europäer wie Schuljungen aussehen liessen.
Von Tamasu kam Sriver D13 S und L Supersriver und wie sie alle hiessen. Wahrscheinlich nur andere Namen für ein und das selbe Produkt.
Die Ungarn Klampar und Gergely begannen frisch zu kleben.
Auf den Noppenmarkt kam auch Leben kurz,mittel, lang, abgeschrägt (Bamboo Slash), versetzte Doppelnoppen....
Der Sport Schreiner Katalog wurde immer dicker.
Aber die ganzen teilweise perversen Entwicklungen konnten dem Tischtennis nichts anhaben.
Dazu bedurfte es erst eines kanadischen Holzfällers.
Geändert von mh (31.08.2001 um 22:34 Uhr)
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