@ sVeNd
naja ich weiß zwar nich was "westliche Verhältnisse" bei Vereinsnamen sind und ich finde die Namen ,die ich kenne ganz normal, aber ich kann mir schon vorstellen was du meinst.
Das hat ganz sehr was mit der Geschichte der DDR zu tun.
Mal schauen ob ich's noch zusammenkriege.
Also so was wie selbstständige (<---- boah, neue Rechtschreibung) Aktivitäten waren wohl in der "einfachen Bevölkerung" ziemlich out, d.h. verboten bzw. nicht gern gesehen. Das heißt, da konnte nicht einfach jeder kommen und einen Sportverein gründen, um Gottes Willen. Sondern es wurden - auf Befehl von oben nehm' ich an - Betriebssportgemeinschaften gegründet, wo dann die jeweiligen Arbeiter spielen konnten. Natürlich durften auch von außerhalb Leute kommen, aber indem das über die Betriebe lief, hatte man das wohl besser unter Kontrolle. Auch die Halle gehörte meist dem Betrieb, Essenversorgung lief über die Betriebskantine usw. Wegen der (Neu-)Gründungen kurz nach dem Krieg sind halt auch viele Sportvereine fast gleich alt (um die 50 Jahre).
Und die Vereine wurden natürlich nach den "Paten"betrieben benannt, so haben wir hier in Chemnitz z.B.:
ESV Lok (Eisenbahnersportverein Lokomotive) (

)
SV Medizin
SV Germania (auch das war ein großer Betrieb hier, hat nicht direkt was mit Deutschland zu tun)
Postsportverein
SV Sachsenhydraulik Schönau
SV Texpro (Textilproduktion)
Spinnbau Chemnitz (inzwischen TSV 1950 Chemnitz)
BSV Turbine (Energiedienstleister)
CPSV (Polizeisportverein)
USG (Universitätssportgemeinschaft)
und diese bzw. ähnliche Namen gibt/gab es auch in allen anderen Städten der neuen Bundesländer.
Ich gebe aber für Einzelheiten dieser Erklärung keine Gewähr, da möglicherweise Personen, die diese Zeit bewußter erlebt haben als ich, andere Meinungen dazu haben. Die Erklärung habe ich mal in einem Buch gelesen aber es ist eine Weile her.
Hoffe ihr fandets interessant